An vielen Stellen in der Stadt tut sich etwas

Am Ende wird alles gut? Die Oberbürgermeisterin und der Kämmerer schippern im Tretboot vor Ruhrbania. Die Sonne scheint, und der nächste Investor hat soeben sein Ja-Wort gegeben. Das Kaufhof-Gebäude als Sinnbild für eine blockierte Stadtentwicklung verschwindet schon bald, wenn denn das gesagte Wort Bestand hat. Ein neues Quartier entsteht, das Schloßstraßen-Quartier. Viel Lob und Begeisterung waren zu hören in dieser Woche. Eine gewisse Euphorie ist nach all den Rückschlägen auch angebracht. Aber auch Fragen! Die Politik muss sich einmischen, darf auch hier das gefürchtete Wort vom Denkmalschutz aussprechen, nach Verkehrslösungen fragen, nach Grün suchen, nach Raum für die Öffentlichkeit. Investoren sind heute in den Städten willkommener denn je, erst recht, wenn sie Lösungen für eine dringend erforderliche Stadtreparatur wie in Mülheim mitbringen. Das jetzige Investoren-Trio aus AIP und Fortress sowie dem Mülheimer Wohnungsbau gilt als starkes Team und stimmt auch bei diesem nicht einfachen Projekt zuversichtlich, dass es am Ende etwas Gutes wird.

Eine gewisse Begeisterung darf sein, wenn das Team der Freilichtbühne jetzt eine Bilanz vorlegt, die in der Kulturlandschaft selten ist: Die Einnahmen übersteigen die Ausgaben. Die Bühne lockt Massen an, trifft die Stimmung vieler Mülheimer. Das Team ist auf dem besten Wege, einen alten Kultort nicht nur wiederbelebt zu haben, sondern diesen in der Stadt auch wieder zu institutionalisieren.


Eine verkannte Perle gewinnt mehr und mehr an Beachtung und Flair: die Altstadt. An vielen Ecken wurde sie verschönert, sie wird ruhiger, sie schafft Angebote, die zum Hingehen anreizen. Nicht nur die Ruhrpromenade gewinnt in diesen Wochen. Den Charme der Altstadt darf der Mülheimer gern außen verbreiten.

Dass Alltägliches um uns herum andere völlig begeistern kann, zeigt der Pastor Constant Leke aus Kamerun, der nun in Styrum eine neue Heimat gefunden hat. Deutschland bezeichnet er als „Himmel auf Erden“ und schreibt es per Facebook an Freunde und Familie in aller Welt. Darüber lohnt sich nachzudenken, auch sich ein wenig davon anstecken zu lassen.