An der Promenade geht es um Niveau

Ruhrbania nimmt nach zwölf Jahren an der Promenade einen anderen Verlauf. Ein Beinbruch ist das nicht. Es ist ohnehin erstaunlich, dass dieses Projekt bisher soweit umgesetzt worden ist. Selbstverständlich war das nicht. Es gab reichlich Widerstände aus der Bevölkerung; es gab die Weltfinanzkrise, die zahlreiche Investoren verschreckte und verunsicherte; es gab kapitale Rückschläge wie den am Kaufhof, der bis heute eine Bremse in der Stadtentwicklung ist; es gab große Pläne für ein Ärztezentrum, das gleich mehrfach abgesagt wurde. Unterm Strich kann sich die Promenade allemal sehen lassen. Mit dem Rad- und Fußweg auf der ehemaligen Eisenbahnbrücke geht es weiter. Ein Druck, auf den Baufeldern drei und vier in naher Zukunft zu bauen, besteht nicht. Der Promenadenweg sollte weitergeführt, das Grün gepflegt werden. Es gilt, ein gutes Niveau beim äußeren Erscheinungsbild zu erreichen. Überhaupt gilt das für die ganze Ufermeile.

Der Streit um den Rathausmarkt und die Parkplätze ist typisch für Mülheim. Er kommt, nachdem entschieden ist, den Platz umzugestalten. Und das Votum lautete eindeutig: kein Parkplatz. Nun hat die Bürgerinitiative allerdings Recht, wenn sie sagt, eine leere Asphaltfläche macht für keinen einen Sinn. Dafür wäre in der Tat diese zentrale Innenstadtfläche zu kostbar. Sie zu bespielen, sie für einen Aufenthalt attraktiv zu machen, das gehört mit zur Stadtplanung an der Stelle.

Wie meistens wird es einen Kompromiss geben: Parken wird es im begrenztem Maße wohl am Rande auch künftig noch geben. Dass Mülheim zu wenig Parkplätze hat, trifft höchstens begrenzt zu. Ansonsten fällt auf, dass diese Stadt durchaus ein gutes und zum Teil auch preiswertes Angebot macht – im Vergleich zu vielen anderen Städten. Sicher: Nicht immer kommt man bis vor die Tür, aber die Fußwege in der Innenstadt sind wahrlich nicht die schlechtesten.