Am Ratshausmarkt soll repräsentative Stadtbühne entstehen

Stimmt der Planungsausschuss zu, kann die Umgestaltung des Rathausmarktes im August beginnen.
Stimmt der Planungsausschuss zu, kann die Umgestaltung des Rathausmarktes im August beginnen.
Foto: STEPHAN GLAGLA PHOTOGRAPHIE / WA
Was wir bereits wissen
Der Umbau kann im August starten, wenn der Planungsausschuss zustimmt. Mit 900 000 Euro geht oft nur Kosmetik. Gute Ideen fallen ins Wasser.

Stadtmitte.. Segnen die Mitglieder des Planungsausschusses den von Stadtplanern ausgearbeiteten Entwurf ab, kann die Umgestaltung des Rathausmarktes noch im Sommer beginnen. Dabei helfen soll auch ein „vorgezogener Vergabebeschluss“, der die Auftragserteilung an die Bewerberfirmen beschleunigt. Läuft alles bestens, kann Weihnachten die neue Fußgängerzone fertig sein.

Der am Dienstag, 14. April, zum Baubeschluss anstehende Ausführungsplan folgt den Entwürfen der „Charrette Rathausmarkt“, deren technische Machbarkeit Fachleute geprüft haben. Zahlreiche gute Vorschläge, wie ein direkter Brückenabgang vom neuen Radweg auf den Markt oder die Pflasterung der Friedrich-Ebert-Straße (um den Platz als Einheit bis zum Ruhrquartier der MWB wirken zu lassen) fielen dabei ins Wasser. Für 900 000 Euro ist nicht mehr zu haben.

Entstehen soll mit dem Umbau ein multifunktionaler Platz als Rathaus- bzw. Stadtbühne. Im Gegensatz zu heute wird der Platz autofrei und „zu einem repräsentativen wie kommunikativen Ort der Stadt“ entwickelt, steht in der Vorlage.

Der größte Teil des Rathausplatzes soll erhalten bleiben

Dafür sollen Bauleute ab August zwischen den U-Bahnrollteppen auf dem Löhberg und der Bahnstraße neu gestalten. Der Platz um die Dröppelminna sowie die Rathaustreppe gehören auch dazu. Was sich gut anhört, fällt – aus Kostengründen – an vielen Stellen aber in den Kosmetikbereich: Der größte Teil des Rathausplatzes „bleibt erhalten. Hier wird das Pflaster gereinigt bzw. markierte Steine werden gedreht“, heißt im Beschlussplan.

Der Löhberg und der Platz der Dröppelminna erhalten das gleiche granitgraue Pflaster wie es auf Friedrich-Ebert- und Bahnstraße liegt. Der Übergang zu dem teureren Oberflächenbelag an der Schlossstraße wird durch die Auflösung des farbigen Musters fließend gestaltet.

Vor der Rathaustreppe soll ein etwa 20 Meter breiter Bereich mit einem repräsentativen, hochwertigen Natursteinbelag entstehen. Dieser soll dem Belag der historischen Treppe ähnlich sein, und die Treppe als „Bühne“ optisch erweitern. Ein Intarsienband, mit in Betonwerksteinen eingearbeiteten Motiven, bildet später die Grenze zwischen Repräsentation und Platz. „Vorzugsweise sollen die Motive aus den Versatzstücken des Mülheimer Stadtwappens gebildet werden. Die Erlaubnis zur Stückelung des Wappens wird zur Zeit durch das Rechtsamt geprüft“, heißt es in dem Papier. Tastbare Leitstreifen für Blinde und Sehbehinderte gehören ebenfalls zum Projekt.

Neue Sitzgelegenheiten rund um den Platz

Stimmt der Künstler zu, soll der Brunnen mit Dröppelminna einen neuen Rahmen bekommen, Das würde den Brunnen auch für Menschen mit motorischen Einschränkungen erlebbar machen. Weiterhin ist die Erweiterung der Blumenbeete mit Sitzflächen vorgesehen.

Die Geländer zur Tiefgarage werden dezenter sein. Ein Glashaus könnte den Abgang schützen, wenn das Geld reicht. An den Platzrändern sind demontierbare Bänke vorgesehen, die genug Sitze für einen längeren Aufenthalt der Besucher bieten. Eine Hockerbank steht auf dem Platz vor der Rathaustreppe.