Am Kaufhof-Areal in Mülheim wächst die Zuversicht

Visualisierungen der Pläne für die Umgestaltung des Kaufhofes mit der Öffnung zur Ruhrpromenade.
Visualisierungen der Pläne für die Umgestaltung des Kaufhofes mit der Öffnung zur Ruhrpromenade.
Foto: AIP Consulting Düsseldorf
Was wir bereits wissen
Planungspolitiker stimmen für neues Bebauungsplanverfahren. Entwickler hält auch am Hotel fest. An der konkreten Planung wird gearbeitet.

Mülheim.. Gibt es Zusagen, konkrete Pläne oder bewege man sich im Bereich der Visionen, wollte Ratsfrau Christina Kaldenhoff (CDU) wissen. Die Politik ist, was das Kaufhof-Areal angeht, skeptisch geworden. Doch es soll schon bald konkreter werden, versichert der Bau- und Planungsdezernent Peter Vermeulen. Er gibt sich nach Jahren des Stillstandes und der Rückschritte am Kaufhof deutlich zuversichtlich.

Gespräche und Planungen zur Entwicklung des Grundstückes liefen weiter, der Investor halte an seinen Plänen fest, weil er die Örtlichkeit für sehr gut und sehr wichtig halte, so Vermeulen. Die Politik hört es gerne und gab jetzt grünes Licht für ein neues Bebauungsplanverfahren, das rechtlich die Voraussetzungen dafür schaffen soll, dass der Projektentwickler seine Vorstellungen an dem Standort realisieren kann, nachdem er mit der Bewerbung, dort die Sparkassen-Akademie zu errichten, gescheitert war. Der Düsseldorfer Entwickler AIP hatte sogleich eine Alternativplanung aus der Schublade geholt: Seniorenresidenz statt Akademie, ein Hotel mit etwa 120 Betten, ein Supermarkt, eine Gastronomie.

„Ernsthafte und seriöse Gespräche“

Visionen? Wieder ein Aktionismus so kurz vor der OB-Wahl wie vor fünf Jahren? „Eindeutig nein“, sagt dazu der Geschäftsführer des Mülheimer Wohnungsbau (MWB), Frank Esser. MWB, der nebenan auf Ruhrbania-Baufeld II baut, steht neben AIP als möglicher Co-Investor bereit. „Es sind ernsthafte und seriöse Gespräche, die derzeit laufen“, erklärt Esser und betont die Wichtigkeit des Projektes, das gut durchdacht und geplant werden müsse. Es sei keine Frage von Tagen oder Wochen, eher von Monaten.

Die Politik wartet und hofft, Zustimmung gäbe es für das Vorhaben von allen Seiten, zumal im Charrette-Verfahren, an dem sich viele Bürger beteiligt hatten, der Wunsch nach einem Mix aus Wohnen, Gastronomie, Handel, in jedem Fall nach Aufenthaltsqualität oft genannt wurde. „Es ist in der Vergangenheit viel unseriöses und dummes Zeug über den Standort geredet worden, wir werden uns damit gerne befassen, sobald Konkretes auf dem Tisch liegt“, erklärt der Vorsitzende des Planungsausschusses, Dieter Wiechering.

Zweifel gibt es hinsichtlich des Hotels. Reicht die Nachfrage, wollte Lothar Reinhard (MBI) wissen und ist skeptisch angesichts der Auslastungen an anderen Hotelstandorten. Ein Hotel, so Vermeulen, gegenüber der Stadthalle, werde vom Investor durchaus als sinnvoll betrachtet. Und auch dafür gebe es weiterhin Kontakte zu einem möglichen Betreiber. Holiday Inn Express wäre im Fall, dass die Akademie an dem Platz realisiert worden wäre, eingestiegen.