Alte Grundschule in Mülheim wird Flüchtlingsunterkunft

Die Grundschule am Fünfter Wegwird derzeit als vorübergehende Flüchtlingsunterkunft hergerichtet.
Die Grundschule am Fünfter Wegwird derzeit als vorübergehende Flüchtlingsunterkunft hergerichtet.
Foto: Lars Fröhlich / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
In dem Gebäude am Fünter Weg sollen vorübergehend bis zu 80 Menschen unterkommen. Grund dafür ist der erwartete Zustrom von Menschen aus dem Kosovo.

Mülheim.. In der alten Grundschule am Fünter Weg in Heißen wird in den nächsten Wochen Mülheims erste zentrale Flüchtlingsunterkunft entstehen. „Bis Ostern soll das Gebäude für bis zu 80 Personen bezugsfertig sein“, kündigt Sozialdezernent Ulrich Ernst an. Klassenräume werden hergerichtet, im Keller soll es Gemeinschaftsräume, eine Küche und eine Waschküche geben. Duschcontainer und Toilettenhaus sichern die sanitäre Versorgung.

Geplant ist, die Flüchtlinge nur bis höchstens Ende 2015 in der Grundschule unterzubringen. Danach werde am Standort wie geplant ein Wohnprojekt realisiert. Bis dahin sollen in der Gemeinschaftsunterkunft vor allem Flüchtlinge aus dem Kosovo unterkommen – mit denen man so nicht gerechnet hatte.

Flüchtlinge werden kurzfristig zugeteilt

Das Land NRW hatte erst jüngst an die Kommunen appelliert, sich auf einen besonders großen Zustrom von Kosovaren einzurichten (die WAZ berichtete). „Es kann sein, dass dieses Jahr zusätzlich bis zu 60 Flüchtlinge pro Monat nur aus dem Kosovo nach Mülheim kommen“, sagt Ernst. Dadurch könne der Zustrom unvorhersehbar doppelt so groß werden wie geplant.

Ursprünglich sollten Ende 2015 nach städtischer Planung rund 1200 Flüchtlinge in kommunalen Einrichtungen untergebracht sein. Wie viele Menschen zusätzlich aus dem Kosovo hinzukommen werden, lasse sich aber weiterhin nicht abschätzen, so der Sozialdezernent. „Wir erfahren das erst zwei oder drei Werktage vorher, wenn die Bezirksregierung Arnsberg uns Flüchtlinge zuteilt, aber wir wollen vorbereitet sein.“

Hoffnung auf Ehrenamtler

Sollte der Flüchtlingsstrom größer ausfallen, müsse man bereits 2015 über Container als Unterbringungsmöglichkeit nachdenken. „Diese Maßnahme war eigentlich erst für 2016 geplant“, sagt Ernst. Mögliche Standorte für die Container würden geprüft. Auch eine zweite, langfristige Gemeinschaftseinrichtung zur Aufnahme von Flüchtlingen stehe zur Diskussion.

Bislang hat die Stadt alle Flüchtlinge in Wohnungen untergebracht, wo sie von Sozialarbeitern betreut werden. „Wir halten nach wie vor an diesem Konzept fest“, bekräftigt Ulrich Ernst. Man suche weiterhin nach freien Wohnungen. Zudem hoffe man wie in Broich und Styrum auf Ehrenamtler, die sich engagieren. „Wir werden für die Flüchtlinge in der Grundschule eine Betreuung rund um die Uhr durch einen Kümmerer gewährleisten und auch neues Personal einstellen“, verspricht Ernst.