„Als Kind habe ich im Sommer quasi in der Ruhr gelebt“

Die immer wieder aufflammende Diskussion ums Schwimmen in der Ruhr irritiert eine Mülheimerin: Für Ilse Lockstädt war es schon immer völlig normal, in dem Fluss baden zu gehen, „als Kind habe ich im Sommer quasi in der Ruhr gelebt“, erzählt die 92-Jährige.

Mit zehn Jahren war sie an den Kassenberg gezogen, in ein Haus mit direktem Zugang zum Wasser. „Vom Ufer ging’s rein oder von unserem Boot oder von dem Floß, das wir damals hatten.“ 25 Jahre blieb Lockstädt am Kassenberg wohnen und genoss es in vollen Zügen. „Auch meine kleine Schwester ist schon mit vier Jahren durch die Ruhr geschwommen.“ Das Gewässer sei damals zwar schmutzig gewesen, „von den Abfällen der Lederfabriken“, und trotzdem: „Geschwommen sind wir immer.“ Und wie man sehe, so Lockstädt, habe das ja auch nicht geschadet: „Es gibt viele alte Mülheimer, die das getan haben und noch leben. Ich mit meinen 92 Jahren bin doch der beste Beweis dafür. . .“ Die Mülheimerin plädiert daher ganz klar dafür, das Schwimmen in der Ruhr zu erlauben. „Stellt euch doch nicht so an, dieses ganze Theater um das Thema ist furchtbar.“