Alles vorbildlich
21.08.2007 | 06:55 Uhr 2007-08-21T06:55:04+0200MUSIK. Beim Ruhr-Reggae-Festival wurden sämtliche Bestimmungen genauestens beachtet, sagt Sportdezernent Wilfried Cleven. Veranstalter zeigen sich wegen der Lautstärke gesprächsbereit.
Nach dem dreitägigen Ruhr-Reggae-Festival, das Ende Juli bei schlechtem Wetter 6000 Fans nach Styrum rund um das Ruhrstadion lockte, machte die MBI die Welle, sprach von endlos vielen Beschwerden, die unvermeidlich gewesen wären und richtete einen umfangreichen Fragenkatalog an die Verwaltung. Auf die ganze Aufregung reagierte sie mit der notwendigen Gelassenheit. Im Ausschuss für Bürgerservice wurde das Thema zwar zur Entlastung auf die Ratssitzung vertagt, doch liegt die schriftliche Beantwortung der Fragen vor. Zusammenfassend stellt darin Sportdezernent Wilfried Cleven klar, "dass die Bestimmungen des Landesimmissionsschutzgesetzes strikt beachtet worden sind." Der Verwaltungsvorstand habe in seiner Sitzung am 29. Mai dieser Veranstaltung zugestimmt und gleichzeitig ein öffentliches Interesse an dieser Veranstaltung festgestellt. Damit ist nicht nur gemeint, dass es öffentlich ist, wenn überregional im Radio und in Szenemagazinen mit dem Festival geworben wird, bei einer Interessenabwägung sind die Interessen gestörter Nachbarn in gewisser Weise nachrangig. Von öffentlichen Interesse waren neben dem Pool-Dance auch "Voll die Ruhr" und das Drachenbootfestival.
Die Genehmigung sah nach 22 Uhr gestaffelte Lärmrichtwerte von 40 bis 70 Dezibel vor. Die Einhaltung dieser Grenzwerte kontrollierte das Gesundheitsamt. An sieben Messpunkten wurde ab Freitag, 20 Uhr, gemessen. Dazu zählen Friesenstraße, Zehntweg und Hingbergstraße. Überschreitungen wurden nicht registriert. Nach Angaben des Gesundheitsamtes sei der Veranstalter sehr bemüht, die vorgegebenen Richtwerte einzuhalten, habe "nachgepegelt" und, um Überschreitungen zu vermeiden, so genannte Begrenzer eingesetzt. Cleven weist darauf hin, dass es an diesem Juli-Wochenende drei weitere Großveranstaltungen in Speldorf gegeben habe (Weiße Nächte, Renntag und Gemeindefest der Luther-Gemeinde). Nicht jede Lärmbelästigung sei dem Reggae-Festival zuzuornden. Auch wenn sich die Grenzwerte im vorgegebenen Rahmen befunden hätten, so sei es nachvollziehbar, dass es subjektiv gesehen gestört haben kann. "Hierbei jedoch von Terror zu sprechen, halte ich für überzogen", so Cleven.
Für das kommende Jahr hat die Veranstalter-Gemeinschaft, U-Concert aus Wuppertal und Michael Vogel von der Beachside, großes Interesse an einer Neuauflage bekundet. Sie hätten sich gesprächsbereit hinsichtlich der Lärmbelästigung gezeigt.
Die Interessen der Festivalbesucher und die des Umweltschutzes müssen sich für Cleven nicht ausschließen. Die Auflagen wurden eingehalten. "Das Verhalten der 2000 Camper war vorbildlich. Sie haben ihren Teil dazu beigetragen, dass die Fläche anschließend mindestens im Ursprungszustand wiederhergestellt wurde." Unterhalb der Autobahnbrücke sei es so sauber gewesen, wie seit Jahren nicht mehr.

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