Alle wollen den Sprung ins kalte Wasser – sofort!

Jede Menge los ist in diesen Tagen im Naturbad Styrum.
Jede Menge los ist in diesen Tagen im Naturbad Styrum.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Bei der Hitze hilft nur eines: Abkühlung – etwa im Freibad. Im Styrumer Naturbad und im Heißener Wennmann-Bad stehen die Schwimmer schon morgens Schlange.

Mülheim..  So ein Sommertag kann ganz schön unfair sein. Während Fahrer in ihren Schwertonnern über die benachbarte A40 brettern und hinterm Lenkrad schwitzen, kraulen zwei Jungs im Schwimmbecken des Naturbads um die Wette. Die einen müssen arbeiten, die anderen kühlen sich im Freibad ab. Wir machen beides – eine Reportage vom Beckenrand.

An heißen Tagen wie diesen suchen besonders viele Menschen Abkühlung. Um halb elf hat sich schon eine lange Schlange vor der Kasse des Styrumer Naturbads gebildet. 3452 Badegäste zählte das Bad-Team am Mittwoch dieser Woche, „der bisher vollste Tag des Jahres“, sagt Schwimmmeister und Badleiter Dustin Radde. Das toppt aber noch nicht die Marke von 6700 Gästen, die sich dort an einem hochsommerlichen Tag im Jahr 2012 Becken abkühlten.

Wasserqualität wird ständig geprüft

„Bei 4000 bis 5000 Besuchern auf einmal wird es langsam kritisch“, weiß Radde. Da das Wasser nicht mit Chlor versetzt ist, sondern natürlich gefiltert wird, müsse ständig die Wasserqualität geprüft werden. „Wir messen PH-Wert und die Durchflussmenge“, erklärt Radde. Werden die Werte überschritten, müsse das Bad geschlossen werden. „Bei diesem Wetter wäre das eine Katastrophe“, weiß Radde. Lieber öffnen die Schwimmmeister das Fünf-Meter-Brett. „Heute haben wir verstärkt ein Auge auf die Kinder im Wasser, um präventiv Gefahren zu vermeiden.“

Jan (14), Marius (14) und Clemens (12) warten schon sehnsüchtig auf die Öffnung des Fünfmeterbrettes. „Leider haben der Zehner und der Siebener ja geschlossen“, sagen die Jungs. „In dieser Saison bleiben sie das auch“, weiß Dustin Radde. Für die drei Jungs aber trotzdem kein Grund, sich den Badespaß verderben zu lassen. Mit Anlauf rennen sie los und springen mit angezogenen Beinen vom Turm. „Boah, hast du die Arschbombe gesehen?!“, rufen sich unten die wartenden Kinder zu.

Weiter hinten planschen die Kleineren im Familienbecken. „Es ist super, dass man hier direkt am Wasser sitzen und die Kinder darin gut beaufsichtigen kann“, findet Diana Urbanczyk, die mit ihrer Freundin Sandra Kaubczak und den Kindern Moritz, Jonah und Luise den Tag im Freibad verbringt. „Wir sind extra aus Oberhausen gekommen.“ Für die Kleinen sei es toll, dass sie im Sand spielen können. „Außerdem sind die Becken und die gesamte Anlage liebevoll gestaltet“, finden die Mütter. „Schön wäre es allerdings, wenn es nicht so lange Schlangen vor der Kasse geben würde“, meint Sandra Kaubczak. „Schade ist auch, dass der Zehn-Meter-Turm nicht vor der Saison noch repariert wurde.“

Ein Handtuch weiter spielen Scarlett und Alena mit Mama Alexandra Bleß ein Kartenspiel im Schatten. „Wir kommen gerne, weil das Wasser nicht mit Chlor versetzt ist“, sagt Alexandra Bleß. Außerdem sei die Liegewiese schön groß, so dass sich die Besucher gut verteilen. „Auch wenn es voll ist, kann man hier gut schwimmen“, sagen die elfjährigen Mädchen. „Die Rutsche ist toll und es gibt viele Spielmöglichkeiten“, finden sie. Doch: „Besser wäre es, wenn das Bad früher öffnen würde.“ Zehn Uhr sei für einen so heißen Ferientag spät.

Dustin Radde und seine Kollegen sind bereits braun gebrannt und kommen an einem solchen Arbeitstag ordentlich ins Schwitzen. Macht der Job eigentlich Spaß? „Und wie“, strahlt Radde. Vor allem, wenn die Gäste abends weg sind: „Dann gönnen wir uns nach dem Aufräumen selbst eine Erfrischung im Wasser.“