Aktionsschiff macht am Hafen fest

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Auf seiner „Save the Arctic“-Tour hat am Wochenende das Aktionsschiff „Beluga II“ von Greenpeace als erste Station in Mülheim festgemacht. Fast 400 Besucher nutzten die Gelegenheit bei einer Führung das 33 Meter lange Segelschiff zu erkunden und sich über die Arbeit der Greenpeace-Aktivisten zu informieren. Die „Beluga II“ dient als Aktions- und auch als Laborschiff.

Auch ein Labor findet Platz

Innerhalb kürzester Zeit kann durch eine Ladeluke ein Container unter Deck gelassen werden, in dem sich zum Beispiel ein Labor für Wasseranalysen befindet. „Es ist schon interessant, wie der geringe Platz hier genutzt werden kann“, sagt Besucherin Sandra Keil. „Ich hätte es mir eigentlich viel größer vorgestellt.“ Stolz führt Umweltaktivistin Sylvia Kucera ihre Gäste über den Zweimaster und erklärt, wie umweltfreundlich das Schiff gebaut worden ist. „Wir haben natürlich kein Tropenholz an Bord und ausschließlich LED-Beleuchtung“, sagt die Hamburgerin. „Auch haben wir ein geschlossenes Abwassersystem, so kommt kein Tropfen Schmutzwasser in den Fluss oder ins Meer.“

Eigens für die Informationstour ist unter Deck der „Beluga II“ ein kleines Kino eingerichtet worden. Ein Film und eine kleine Ausstellung informieren die Besucher über die Einzigartigkeit der Arktis, die unter anderem Lebensraum für Eisbären und Walrösser ist, aber auch über die Gefahren, die zum Beispiel durch den Klimawandel und Ölbohrungen drohen. „Mittlerweile sind schon zwei Drittel des Arktiseises verloren“, sagt Sylvia Kucera und mahnt: „Es ist an der Zeit, dass wir etwas tun.“

Viele der Besucher nutzten bei ihrem Besuch auch gleich die Gelegenheit, eine Petition zu unterschreiben und Mitgliedsanträge auszufüllen. Andere suchten den persönlichen Kontakt zu den Aktivisten und informierten sich über ihre Arbeit. „Ich finde es gut, dass Greenpeace sich und die Arbeit mal vorstellen, also transparent machen“, sagt Anne Ritzenhofen und fügt hinzu: „Jetzt hat man eine konkrete Vorstellung, vorher war es eine abstrakte Organisation.“

Unterstützt wurde die Crew aus Hamburg von der Greenpeace-Ortsgruppe Mülheim-Oberhausen. Auch sie informierte die Besucher über geplante Aktionen und sammelten Unterschriften gegen Ölbohrungen in der Arktis. „Es geht uns einfach darum, die Leute für dieses Thema zu sensibilisieren“, sagt Kerstin Depiereux, die sich ehrenamtlich in Mülheim für Greenpeace engagiert. „Jeder kann seinen Teil zum Schutz der Arktis beitragen, und sei es nur, ab und an das Auto stehen zu lassen.“