Affinität zur Rampensau
19.12.2009 | 06:00 Uhr 2009-12-19T06:00:00+0100
Blaue Augen, smartes Lächeln und die nötige Portion Talent – mit der Teilnahme an der Castingshow „Popstars” konnte Marc Stender fünf Monate in die Welt eines Popstars reinschnuppern. Doch nur mal schnuppern reicht dem 23-jährigen Mülheimer nicht.
Im Juni dieses Jahres entschied sich Marc zum Vorsingen bei einer der größten Talentshows Deutschlands. „Ich hatte schon große Erwartungen, denn ich weiß, dass ich singen kann.” Selbstbewusst und lebensfroh konnte er die Jury von sich überzeugen und schaffte die ersten Auswahlrunden. Nachdem in ganz Deutschland unter insgesamt 5211 Bewerbern 25 junge Sänger gefunden waren, hieß es erst mal: Koffer packen und ab ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten: Amerika.
„Ich konnte es gar nicht fassen. Ich spar schon lange für eine USA-Reise und so schnell kann's gehen”, erinnert sich Marc. Zwischen Las Vegas und New York wurden die Kandidaten gehörig auf die Probe gestellt und mussten täglich Prüfungen bestehen. Doch manche Tage belohnten die wochenlange harte Arbeit. „Wir haben die Backstreet Boys getroffen, hatten Auftritte vor hunderten von Menschen und zurück in Deutschland empfing man uns wie Superstars.” Doch mit nur noch sieben Kontrahenten wuchs der Druck unaufhaltsam und als Marc mit seiner Partnerin im Viertelfinale rausflog, brach die Welt für einen Augenblick zusammen. „Man steckt all seine Energie und Kraft in diesen Auftritt und dann ist alles vorbei.” Zurück in Mülheim, heißt es, den Misserfolg zu verkraften und die letzten Wochen Revue passieren zu lassen. „Wenn ich so zurückblicke, kommt mir alles wie ein schnell gelebter Traum vor.”
Jetzt ist die Show seit einer Woche zu Ende, die Sieger stehen fest. Doch Marc hat weiterhin große Pläne: „Ich beende erst mal meine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann und mach mich dann an meine musikalische Karriere.” Neben Kontakten zu bekannten Musikern sieht der 23-Jährige seinen „Popstars”-Erfolg als Sprungbrett. „Ich habe mir ein Gesicht gemacht und viele Komplimente von Juroren und Fans erhalten. Vielleicht werde ich als eigenständiger Künstler angesehen.”
Sänger seit dem 12. Lebensjahr
Ganz schön hohe Töne für ein paar Wochen Stargeflüster, oder? „Ich singe schon seit meinem zwölften Lebensjahr. Mit meiner Schulband hatte ich viele Auftritte und im Dümptener Gospelchor bin ich auch schon sehr lange.” 2004 wurde der damals 18-Jährige bei einem Gewinnspiel ausgewählt und durfte neben der erfolgreichen US-Sängerin Anastacia auf der Bühne vor 6000 Menschen singen. „Das war der Augenblick, wo ich wusste, das ist es – das will ich machen.”
Weihnachten soll für den energischen Mülheimer besinnlich im Kreis der Familie stattfinden. Silvester dagegen darf wieder eine Nummer größer sein: „Ich werde mit Freunden nach Berlin fahren und ehemalige Popstars-Teilnehmer treffen.” Inmitten von tausenden Menschen ist wohl der Start in ein neues Jahr voll musikalischer Erfolge am passendsten. Denn genau das wünscht sich Marc am meisten. „Gesundheit ist immer wichtig, doch ein Plattenvertrag ist schon das große Ziel.”
Bedanken möchte sich Marc „bei den Mülheimer Fans und all denen, die von Anfang an hinter mir standen”. Bei so viel Herzblut und Kämpfergeist sind es aber nicht nur die Fans, die an ihn glauben: „Ich hab nun mal die Affinität zur Rampensau!”

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