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Ärger über kostenpflichtige Hotline der Arbeitsagentur

13.12.2011 | 11:07 Uhr
Ärger über kostenpflichtige Hotline der Arbeitsagentur
Die 01801 Nummer der Arbeitsagentur kostet 3,9 Cent pro Minute für Anrufe aus dem Festnetz und bis zu 42 Cent pro Minute aus dem Mobilfunknetz.

Mülheim.  Wer die Agentur für Arbeit anrufen will, muss eine 0180er-Nummer wählen und zahlt 3,9 Cent pro Minute aus dem Festnetz. Ärgerlich: Kunden hängen häufig in der Warteschleife. Die Agentur verteidigt den kostenpflichtigen Dienst: Wer vorbeikomme, hätte ja auch die Fahrtkosten zu tragen.

Ob beim Telefonanbieter, beim Stromversorger oder beim Internethändler: Um Hotlines kommt niemand mehr herum. Häufiges Ärgernis ist dabei die Warteschleife. Doch auch der Blick auf die Rechnung am Monatsende kann unerfreulich werden. Dann nämlich, wenn man plötzlich sieht, was einen die Hotline-Zeit gekostet hat.

Besonders für Menschen, die knapp bei Kasse sind, empfiehlt es sich, solche Nummern nicht anzurufen. Doch manchmal haben sie keine Wahl. Denn so kostet zum Beispiel die Nummer der Arbeitsagentur (01801-555111) 3,9 Cent pro Minute für Anrufe aus dem Festnetz und bis zu 42 Cent pro Minute aus dem Mobilfunknetz. Da können schnell größere Summen zusammen kommen.

1,3 SIM-Karten pro Einwohner

In Internetforen ist von Menschen zu lesen, die innerhalb von nur zwei Monaten 12 Euro für die Hotline der Arbeitsagentur blechen mussten. Und, so heißt es dort ebenfalls, anrufen müssen sie dort, um einen Termin bei der Agentur für Arbeit zu kommen oder -- weitergedacht – um überhaupt an ihre Sozialleistungen zu kommen.

„An der Hotline sitzen qualifizierte Mitarbeiter, die die Fragen der Kunden schnell und zuverlässig beantworten können“, sagt Hans-Georg Grein, Pressesprecher der Arbeitsagentur in Duisburg. Damit werde eine Dienstleistung angeboten und es sei eine geschäftspolitische Entscheidung, dies nicht umsonst zu machen. Immerhin: wer vorbeikomme, hätte ja auch die Fahrtkosten zu tragen, meint Grein. Er empfiehlt außerdem, das Festnetz für den Anruf zu nutzen.

Jedoch: Vielen wird das gar nicht möglich sein. Im Jahresbericht 2010 der Bundesnetzagentur steht zu lesen: 39 Millionen Festnetzanschlüsse gab es in 2010. Somit ist davon auszugehen, dass nicht jedem Bürger ein Festnetzanschluss zur Verfügung steht. Besonders, da es im selben Bericht heißt, dass es in Deutschland 1,3 SIM-Karten pro Einwohner gibt. Manch einer setzt wohl auf Handy-Flatrates und spart sich den Festnetzanschluss.

Beschwerden über die Qualität

Häufig liest man auch die Beschwerde, dass Kunden der Agentur längere Zeit in der Warteschleife hingen. Auf die Frage, ob denn auch diese schon kostenpflichtig sei, heißt es, man halte sich an die rechtlichen Vorgaben. Allerdings: Fest steht da noch nichts. Voraussichtlich kann erst im nächsten Jahr mit einer gesetzlichen Regelung gerechnet werden. „Wartezeiten kommen fast nicht vor“, fügt Grein noch hinzu. Sei ein lokales Servicecenter telefonisch zu stark gefragt, würden die Anrufer an ein anderes Servicecenter weitergeleitet, das ebenfalls auf alle Daten zugreifen und Fragen somit beantworten könne.

Dem widerspricht die Erfahrung, die Rainer Hamisch vom Mülheimer Arbeitslosenzentrum (MALZ) gemacht hat. Immer wieder bekomme er Beschwerden über die Qualität der Hotline zu hören. „Die können einem oft nicht weiterhelfen.“ Dass die Hotline kostenpflichtig ist, findet er nicht fair. „Aus dem Bauch heraus hätte ich gedacht, dass sie kostenfrei ist. Es werden ja auch immer mehr Leute an diese Hotline verwiesen.“ Das der Anruf etwas koste, sei eine Sache, „die nicht okay ist“.

Die Internetgemeinde hat allerdings auch einen Tipp parat, für alle, die die Hotline meiden möchten. Unter www.0180.info kann jeder recherchieren, ob es zu der kostenpflichtigen 0180er-Nummer eine alternative Festnetznummer gibt. Denn wer die anruft, kann der nächsten Telefonrechnung gelassener entgegen sehen.

Johanna Bömken

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Kommentare
13.12.2011
19:17
Ärger über kostenpflichtige Hotline der Arbeitsagentur
von meuer4 | #3

Das ist eine Frechheit!!!

Da werden die Menschen ausgenommen, die eh schon wenig haben und sich noch um Arbeit bemühen.

Da kann ich KomischDasAlles | #2 Die Agentur für Arbeitssuchende will nun mal nicht erreicht werden können. Ist doch viel entspannter.
nur zustimmen.

Insbesondere Keie | #1-1 (Antwort zu @ 1) kann ich ausdrücklich nur zustimmen.

Die Dienstleistungen der BA werden aus der Arbeitslosenversicherung bezahlt und sollen für Menschen sein, die keine Arbeit haben!!!!! Von Abzocke steht da nichts!

13.12.2011
12:39
Ärger über kostenpflichtige Hotline der Arbeitsagentur
von KomischDasAlles | #2

Die Agentur für Arbeitssuchende will nun mal nicht erreicht werden können. Ist doch viel entspannter. Außerdem dürfen Warteschleifen schon längere Zeit nicht mehr berrechnet werden. Schlampig dies alles.

13.12.2011
12:39
Ärger über kostenpflichtige Hotline der Arbeitsagentur
von halmhuber | #1

Bitte mal folgende Punkte überdenken:

Die Servicerufnummer ermöglicht einen einheitlichen Auftritt der Agenturen bundesweit in den Telefonbüchern und sonstigen Medien und sie verbessert die öffentliche Wahrnehmung der Bundesagentur für Arbeit als Dienstleister auf dem Arbeitsmarkt.
Der überregionale Zusammenschluss der bestehenden Service Center sichert zudem aufgrund gleichmäßiger Auslastung der Mitarbeiter in den einzelnen Service Centern auch unter wirtschaftlichen Gesichtpunkten eine durchgehend gute telefonische Erreichbarkeit. Da die BA aber keinen Einfluss auf das Anrufverhalten der Kunden habet, kommt es leider trotzdem manchmal vor, dass zu bestimmten Zeiten vermehrt Anrufe eingehen, die nicht alle gleichzeitig bearbeitet werden können. Dies ist in aller Regel montags und freitags zwischen 8 Uhr und 12 Uhr der Fall. Wenn Erreichbarkeitsprobleme entstehen, liegen sie nach den Erfahrungen häufig in dieser Zeit. Ansonsten erreichen über 80% der Anrufer ihren Ansprechpartner beim Service Center ohne Wartezeit.

Gründe für die Einrichtung einer gebührenpflichtigen Servicerufnummer:
Die Alternative wäre eine für die Anrufer gebührenfreie Service-Nummer. Diese kam nicht in Betracht, weil dann die Bundesagentur für Arbeit die Telefongebühren allein, mit einem nicht kalkulierbaren Kostenrisiko zu Lasten aller Steuerzahler zu tragen hätte.
Die von den Anrufern zu tragenden Gebühren betragen aus dem Festnetzanschluss der Deutschen Telekom 3,9 Cent pro angefangene Minute. Es handelt sich dabei um die kostengünstigste Service-Dienste-Nummer auf dem Markt (gilt für den Minutentakt). Für Mobilfunkkunden fallen seit 01.03.2010 höchstens 42 ct/min. an.

Wurde ein Mobilfunkvertrag/Mobilfunk-Flatrate abgeschlossen, muss als bekannt unterstellt werden, dass Sonderrufnummern zur Zeit noch nicht inbegriffen sind. Seit 01.03.2010 betragen die von der Bundesnetzagentur festgelegten Mobilfunkkosten einheitlich höchstens 42 Cent pro Minute. An der Gewinnorientierung der Telefongesellschaften ist die Bundesagentur für Arbeit mit ihrer Tarifvariante nicht beteiligt.
Aus der Entscheidung eines Kunden, die Vorteile eines Mobilfunkvertrags/Mobilfunk-Flatrate im privaten Bereich zu nutzen, kann nicht abgeleitet werden, dass Behörden oder behördliche Einrichtungen auf die Vorteile einer Servicerufnummer verzichten müssen. Dies kann nicht im Sinne der Gemeinschaft aller Versicherten sein, die dann die bei der Behörde zusätzlich entstehenden Kosten mit ihren Beiträgen zu finanzieren hätten. Auch im Sinne einer Optimierung der telefonischen Zugangsmöglichkeit des Kunden wäre der Verzicht auf Servicerufnummern nicht hinnehmbar.

1 Antwort
Ärger über kostenpflichtige Hotline der Arbeitsagentur
von Keie | #1-1

@halmhuber

Das hört sich so "alternativlos" an - ist es aber nicht.

Jeder IT-Idiot kann inzwischen normale Festnetztnummer zu jeder Rufnummer die er wil umleiten. Das sollte die Agentur für Arbeit auch können.

Es geht ja nicht darum, dass der Anruf (also die Leitungskosten) kostenlos sein soll, nein! Die Agentur für Arbeit bekommt von den 3,9 Cent ja etwas ab und lässt sich so die "Dienstleistung", die ja sowieso über unsere Versicherungsbeiträge gedeckt ist, extra bezahlen.

Im übrigen ist mir total neu, dass die Agentur für Arbeit nach unternehmerischen Gesichtspunkten geführt wird.
"Damit werde eine Dienstleistung angeboten und es sei eine geschäftspolitische Entscheidung,"
Dann können die ja eingentlich zu machen
Wovon soll denn bitte ein Hartz IV Empfänger noch die Gebühren zahlen? Oder gibt es da einen Extra-Zuschalg für? Sollte ja als "kosten zur Arbeitsplatzsuche" bezuschusst werden.
Sorry, aber das ist Abzocke und das bei denen, die es meistens am nötigsten haben.

Aber so tickt scheinbar unsere "Anstalt". Schade nur, dass die Kunden niemanden anders wählen können. Ist das dann nicht "Ausnutzung einer marktbeherrschenden Stellung"? Was fürs Kartellamt ??

Frohes Schaffen......

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