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Kriminalität

Ärger über Hundekot - vermeintliche Giftköder und Warnzettel ausgelegt

28.01.2012 | 06:00 Uhr
Ärger über Hundekot - vermeintliche Giftköder und Warnzettel ausgelegt
Ein Unbekannter legte in Mülheim Köder aus und warnte auf einem Zettel: Hunde, fresst das Leckerchen, es wird das letzte Mal sein. Ob die Lebensmittel wirklich vergiftet waren, lässt sich nicht mehr feststellen.Foto: WAZ FotoPool

Mülheim.  Ein Unbekannter legte in Mülheim Köder aus und warnte auf einem Zettel: Hunde, fresst das Leckerchen, es wird das letzte Mal sein. Ob die Lebensmittel wirklich vergiftet waren, lässt sich nicht mehr feststellen. Sicher ist: Der Täter wollte den Anschein erwecken.

Hundekot hat auf Straßen, Bürgersteigen, Kinderspielplätzen oder in Grünanlagen nichts verloren. Wer auf so eine Hinterlassenschaft tritt, findet das überhaupt nicht lustig, ist stinksauer und das völlig zu recht. Doch rechtfertigt das, vergiftete Köder auszulegen? Mit Sicherheit nicht.

Ob die zehn Salamischeiben und Tortellini tatsächlich vergiftet waren, die jemand gestern auf den Bürgersteig vor einem Wohnhaus an der Aktienstraße, Ecke Bergische Straße abgelegt hatte, ist nicht mehr festzustellen: Das Veterinäramt ließ sie durch den Hausbesitzer SWB entfernen. Fest steht: Der Täter wollte den Anschein erwecken.

Veterinäramt eingeschaltet

„Als ich dort mit dem Hund meiner Tochter spazieren ging, sah ich, dass er plötzlich irgendwas in der Schnauze hatte und fressen wollte“, schildert eine Mülheimerin den Fall. Dann sah sie den Zettel, der an der Scheibe des geschlossenen Restaurants klebte. Darauf stand eine handgeschriebene Warnung, deren Inhalt eindeutig war: Fresst mal schön die Leckerchen, es wird das letzte Mal sein. „Nachdem ich einen Polizeiwagen angehalten und mit dem Polizisten gesprochen habe, habe ich zwei Köder mitgenommen und bin ich mit dem Hund erst mal zum Tierarzt.“ Der habe nur den Tipp geben können, erst mal abzuwarten. Eine Untersuchung der Köder wäre übrigens sehr kostspielig. Sie hofft, dass kein Gift drin war.

Davon geht die Leiterin des Veterinäramts, Heike Schwalenstöcker-Waldner, aus. „Solche Fälle haben wir das eine oder andere mal schon gehabt, da war aber nie was vergiftet.“ Deshalb, und weil kein Granulat gefunden wurde, das auf Rattengift hinweisen würde, habe sie auch keine Proben nehmen lassen, um sie zum Chemischen- und Veterinäruntersuchungsamt nach Krefeld zu schicken. Kosten wären der Stadt nicht entstanden, da sie diese Behörde mitfinanziert.

„Hundehalter sollten selbstverständlich den Dreck weg machen"

Der Fall ist für die Veterinärin damit aber nicht erledigt. „Wir werden uns mit dem Ordnungsamt zusammensetzen.“ Dessen stellvertretender Leiter, Bernd Otto, regt an, dass der Hauseigentümer SWB einen Brief an die Mieter des Hauses schreibt, um sie darauf hinzuweisen, solche Handlungen künftig zu unterlassen.

„Ob es aber wirklich jemand aus dem Haus war, wissen wir natürlich auch nicht. Merkwürdig sei aber schon, dass nur an dieser einen Hauswand Köder gefunden wurden. In dem Zusammenhang weist er darauf hin, dass Hundebesitzer den Kot wegmachen müssen: „Paragraph 3, Absatz 5 der Straßenreinigungssatzung.“ Die Mülheimerin, die die Köder entdeckte, unterstützt das ausdrücklich: „Hundehalter sollten selbstverständlich den Dreck weg machen, das sieht schlimm aus in der Gegend. Ich tue das auch, wenn ich mit dem Hund in der Stadt spazieren gehe“.

Bußgeldverfahren möglich

Wer es nicht tut und vom Citydienst erwischt wird, muss mindestens mit einem Verwarnungsgeld rechnen: Hier können bis zu 35 Euro fällig werden. Ein Bußgeldverfahren ist aber auch möglich. „Dann wird’s wesentlich teurer“, sagt Otto.

Dem Hund der Mülheimerin geht’s übrigens gut.

Frank Helling

Kommentare
31.01.2012
11:51
Ärger über Hundekot - vermeintliche Giftköder und Warnzettel ausgelegt
von kamener1967 | #18

Niemals die Schuld bei sich selbst suchen, eine menschliche Eigenschaft, die unangenehm ist. Vor allem im Umgang mit Tieren.

Wenn Wildschweine auf...
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7 Antworten
ihre hundephilosophie in allen ehren......
von oderfla | #18-1

tja dumm gelaufen für die tiere.........aber ich beginne zu verstehen:


ich bin selbst schuld, dass ihre kacke auf dem weg liegt und ich oder meine kinder reintreten?

ich bin oder mein kind ist selbst schuld, wenn es wie der kleine pudel von kampfhunden zerfleischt wird?

ich bin selbst schuld, wenn ich oder meine kinder von einer töle im wald angespungen und abgeleckt werde?

ich bin selbst schuld, wenn mein hauseingang regelmäßig nach hundepipi stinkt?

ich bin selbst schuld, wenn 15 große köter widerrechtlich unangeleint um den spielplatz herumtollen?

so ein stuss, mit verlaub! wenn sich 2012 ein vereinsamter stadtmensch entschließt sich eine töle anzuschaffen, dann soll er dafür bitteschön ordentlich steuern bezahlen (damit alle was davon haben) und vorallem soll er sehen, dass er mit seiner töle nicht andere menschen belästigt (durch überlautes andauerndes gebell, durch tretminen, durch vollgepisste hauseingänge) oder gar gefährdet!


.....und da brauch man keine hundephilosophie

Ärger über Hundekot - vermeintliche Giftköder und Warnzettel ausgelegt
von papzt | #18-2

Zitat [Honoré de Balzac]: Wir sind gewohnt, andere nach uns selbst zu beurteilen; und wenn wir sie auch gern von unseren eigenen Fehlern lossprechen, so verdammen wir sie doch streng, falls sie unsere guten Eigenschaften nicht besitzen.

Ärger über Hundekot - vermeintliche Giftköder und Warnzettel ausgelegt
von kamener1967 | #18-3

@oderfla
So richtig verstanden haben Sie nicht, was ich geschrieben habe.
Stuss ist das sicher nicht, wenn Sie nachdenken würden, könnten Sie feststellen, dass SIE schuld sind, wenn Sie ihren Hund nicht angeleint haben. Wer soll denn sonst schuld sein? Etwa der Hund, der sich selbst ableint, oder was?
Was die vollgepissten Hauseingänge betrifft, das sind wohl eher vollgesoffene Menschen.

Das Sie, oderfla meinen Kommentar nicht verstanden haben, oder besser gesagt nicht verstehen wollten, ist mir klar. Lesen Sie meinen Kommentar nochmal und vergleichen Sie das mit Ihren Aussagen. Sie werden eine deutliche Differenz feststellen, aber nur wenn Sie sich bemühen objektiv zu lesen.

na, da bemühe ich mich doch gern nochmal.....
von oderfla | #18-4

Wenn Wildschweine auf Nahrungssuche ein Feld verwüsten...ist der Mensch schuld, weil er den natürlichen Lebensraum des Wildtieres zerstört.
Lösung des Mensch: Wildschwein muss getötet werden.

die wildschweinpolulation ist aus vielerlei gründen aus dem ruder gelaufen. ursächlich sind menschengemachte falsche planungen und falsche verhaltensweisen, soweit so gut bzw.schlecht. das thema ist sicherlich zu komplex (stadt/landschftsplanung, jagdtrecht, eu-subventionen für landwirte, abfallwirtschaft uvm), als es auf hundephilosophischem wege zu lösen! bis dahin, klaro, müssen wildschweine bejagt werden.




Wenn ein Wolf ein Schaf reißt, weil er Hunger hat...ist der Mensch schuld, weil er auch dem Wolf dem Lebensraum zerstört.
Lösung des Menschen: Wolf muss getötet werden, weil er angeblich gefährlich ist und Jäger ihn als Konkurenten sehen.

eine typisch hundephilosoohische argumentation, zunächst gibt es praktisch keine wölfe mehr. dort wo sich wieder welche ansiedeln -was wir tierfreunde ja toll finden-, dort bekommen bauern ihre gerissenen schafe durch öffentliche gelder ersetzt. ganz ohne hundephilosophie. nebenbei: wer denkt hier an das arme schäfchen? hat auch 4 beine und ein fell genau wie ein köter.


Wenn ein Hund auf den Gehweg kackt...ist der Mensch schuld, denn seine Aufgabe ist es dem Hund beizubringen wo er darf und muss die Hinterlassenschaften beseitigen.
Lösung des Menschen: Alle Hunde müssen abgeschafft werden.

die offiziele Lösung zur Zeit ist ein Bußgeld (von 35 Euro), hahaha. Hier muss man einfach registrieren, dass das bei weitem nicht reicht! gehen sie einfach vor die tür und machen sie die augen auf! auch hier bracht man keine hundephilosophie sondern einen klaren menschenverstandt, augen und eine nase! und dann kommt man zu dem schluss das man 2 möglichkeiten hat, um das kackvolumen zu verringern: entweder man reduziert die stadtköterpolutation, oder man zwingt die hundeNARREN durch massive strafen dazu ihre kacke wirklich mitzunehmen.



Wenn ein Hund aggressiv wird und einen Menschen beißt...ist der Mensch schuld, weil er den Hund falsch oder gar nicht erzogen hat und die Verpflichtung hat den Hund in Schach zu halten.
Lösung des Menschen: bestensfalls kommt der Hund ins Tierheim, oder wird getötet.

hier gibt es bislang in der BRD keine lösung! fakt ist dass nicht toleriert werden kann , dass menschen durch vierbeiner verletzt oder auch nur bedroht werden!
um dieses zu erreichen solten diese tiere , die für den menschen gefährlich oder bedrohlich sind, aus dem öffentlichen raum verbannt werden!

Ärger über Hundekot - vermeintliche Giftköder und Warnzettel ausgelegt
von papzt | #18-5

@ oderfla .. ich sehe wir sind bei diesem Thema Seelenverwandt.

100% Zustimmung

Ärger über Hundekot - vermeintliche Giftköder und Warnzettel ausgelegt
von kamener1967 | #18-6

genau solche Antworten hatte ich erwartet und passen sehr gut zu dem Eingangsatz meines Kommentars. Hier nochmal zur Wiederholung:
"Niemals die Schuld bei sich selbst suchen, eine menschliche Eigenschaft, die unangenehm ist."
Anstatt konstruktiv darauf hinzuarbeiten, dass sich etwas ändert: liebe die Tiere weg oder töten. Prima
Ich habe mich hier auf der Seite umgesehen und speziell Artikel angesehen, wo darüber berichtet wurde, wo Menschen andere Menschen Schaden zufügen oder gar töten (fahrlässig oder vorsätzlich), oder wo Menschen Städte zumüllen.
Unter den Artikel finden sich wenige bis gar keine Kommentare, obwohl derartige Artikel etwa 10-mal häufiger zu finden sind.
Ich habe da vielmehr Sorge, von einem Menschen überfallen zu werden, aus Spaß in der U-Bahn krankenhaus reif geschlagen zu werden, dass mein Kinde auf einem Spielplatz spielen soll, wo abertausende Glasscherben und sogar Drogenspritzen zu finden sind. Des Weiteren ich schon eine nicht kleine Summe aufwenden musste, weil ich im Laufe der Zeit schon zig-mal mein Fahrrad repararieren musste, wegen Glasscherben, ich schon 5-mal mit meinem Hund zum Tierarzt musste wegen Glasscherben und ähnlichen Menschenmüll (der übrigens genauso kleine Kinder verletzt und auch oft genug schon hat) und jedes mal beim Tierarzt ca. 50 € gelassen habe.
Genauso habe ich eher Sorge, wenn solche Schw@chköpfe illegaler Weise Giftköder auslegen und da nicht nur Tiere zu Schaden kommen, sondern auch spielende Kinder (in unserer Stadt passiert direkt neben Kindergarten, Ergebnis: 2 tote Hunde, 3 Kinder mit Vergiftung ins Krankenhaus.)
Und was mich nicht sorgt, sondern ziemlich annervt, sind Menschen, die bei uns von Frühling bis Herbst mindestens jedes Wochenende vollgesoffen in unseren Hauseingang pinkeln.

Ja ne is klar, Hauptsache ist nicht die Schuld beim Menschen zu suchen, sondern das Tier ist schuld und muss weg. Wenn mich ein Hund beißen würde, würde ich den Halter in den Hintern treten, nicht den Hund. Denn der Hund hat sich nicht von alleine abgeleint, das war der Halter - der ist verantwortlich, nicht der Hund. Der Hund ist ein Spiegelbild der Erziehung des Halters (der ist übrigens ein Mensch).

Ärger über Hundekot - vermeintliche Giftköder und Warnzettel ausgelegt
von Dampflok | #18-7

kamener1967.
oberfla ist ein Hundehasser und er läst keine Gelegenheit aus dieses kund zutun wo immer er eine Gelegenheit dazu bekommt.
Dieser Mensch versteht überhaupt nichts.

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