Abzocke mit Handyverträgen

Eine Masche, bei der kreditsuchenden Verbrauchern gleich mehrere Handyverträge untergejubelt wurden, ist der Verbraucherzentrale Mülheim jetzt mehrfach aufgefallen. Wie Leiterin Christiane Lersch berichtete, waren in den drei Fällen, die ihr in den vergangenen Wochen bekannt wurden, ausländische Mitbürger die Opfer.

Drei Verbraucher aus der Dominikanischen Republik und aus Afrika suchten jetzt nacheinander bei den Verbraucherschützern Rat. Die Betroffenen wollten jeweils einen Kleinkredit um die 2000 Euro aufnehmen, so Lersch, wofür ein Anbieter geworben habe, der das Geld „ohne Schufa-Auskunft“ vermitteln wollte. Am Ende, so berichtet Christiane Lersch, hatten die Kreditsuchenden jeweils vier bis sieben Handyverträge am Bein. Ausgezahlt wurden tatsächlich zwischen 1180 und 1340 Euro. „Dabei handelte es sich um die Eigenprovision aus den Handyverträgen“, erklärt Christiane Lersch. Geld, das der Kunde ausgezahlt bekomme, wenn er aufs Handy zum Vertrag verzichte.

Über 160 Euro Grundkosten kamen dabei im Monat heraus, berichtet die Leiterin der Mülheimer Verbraucherzentrale, und das für 24 Monate. Sehr viel Geld für einen „Kredit“, das Vielfache von dem, was man normalerweise an Zinsen für einen Kleinkredit zahlen müsste. Den Hintergrund, also das Vertragswerk, hätten die betroffenen Verbraucher gar nicht verstanden, obwohl sogar in deren Landessprache verhandelt worden sei. Die Verträge hätten innerhalb von 14 Tagen widerrufen werden können. Doch das ist versäumt worden.

„Wenn es ein richtiger Kredit wäre, so könnte man das ja angreifen: Es wäre sittenwidrig“, urteilt Frau Lersch. Aber die Handyverträge – auch noch alle bei unterschiedlichen Anbietern – seien rechtlich kaum angreifbar. „Man kann es nur auf dem Kulanzwege versuchen“, sagt Christiane Lersch. Was sie tun wird. Denn ihr Urteil als Verbraucherschützerin ist klar: „Das ist moralisch verwerflich.“