A40 wird am Freitag für Bombenentschärfung in Mülheim gesperrt
22.08.2012 | 18:50 Uhr 2012-08-22T18:50:00+0200
Mülheim. Am Freitag herrscht in Mülheim Ausnahmezustand: Bei Bauarbeiten in Dümpten ist eine Zehn-Zehnter-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Am Freitagvormittag soll sie entschärft werden. 15.000 Mülheimer sind betroffen. An acht Schulen fällt der Unterricht aus, die A40 wird ab 10.30 Uhr gesperrt.
Am Freitag steht Dümpten still: Bei Vorbereitungen zu Bauarbeiten hat die Stadt in der Nähe des Schildbergs eine Zehn-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Freitag ab 11 Uhr entschärft ein Experte des Düsseldorfer Kampfmittelbeseitigungsdienstes die amerikanische Fliegerbombe (wir berichten am Freitagmorgen im Live-Ticker). Dafür muss der Bereich rund um den Schildberg großräumig evakuiert und luftschutzsicher gemacht werden. Insgesamt sind fast 15.000 Personen und 7500 Haushalte betroffen.
Etwa 3500 Personen aus der inneren Evakuierungszone müssen von 9 bis ca. 12 Uhr ihre Wohnungen beziehungsweise Arbeitsplätze verlassen. Betroffen sind Anwohner, die im 500 Meter Radius wohnen, etwa an den Straßen Schildberg oder Denkhauser Höfe. In der äußeren Zone, der sich zwischen Mühlenstraße, Voßkuhle, Borbecker- und Mellinghofer Straße erstreckt, werden die Bewohner angewiesen, sich luftschutzsicher zu verhalten, sprich: sich in geschlossenen Räumen und nicht in der Nähe von Fenstern aufzuhalten.
Denn: „Im Ernstfall könnten die Splitter bis zu 1000 Meter weit fliegen“, erklärt Stadtdirektor Frank Steinfort, der zusammen mit Polizei, Ordnungsamt und Feuerwehr auf einer eilig einberaumten Pressekonferenz in der Hauptfeuerwache über den Großeinsatz informiert.
A 40 zwischen Winkhausen und Styrum gesperrt
Bombenentschärfungen kommen alle Jahre wieder vor, solche Ausmaße nehmen sie jedoch selten an. „Meistens handelt es sich um Fünf-Zentner-Bomben“, weiß Wolfgang Fischer im Ordnungsamt, zuständig für die Gefahrenabwehr. Dies sei ein anderes Kaliber – dementsprechend müsse nun reagiert werden.
Neben acht Schulen, in denen der Unterricht am Freitag ausfällt, muss zudem das Seniorenheim Auf dem Bruch evakuiert werden. Auch die Autobahn 40 zwischen Winkhausen und Styrum wird gesperrt – von etwa 10.30 bis 12 Uhr.
Straßensperren
Rund um den äußeren Ring sperrt die Polizei die Straßen für den Verkehr und fährt zusammen mit dem Ordnungsamt durch die Straßen, um die Menschen über Lautsprecher zu informieren. Was, wenn sich Leute weigern, ihre Wohnungen zu verlassen? „Das ist bei der letzten Sprengung in den 90er Jahren zweimal der Fall gewesen“, erinnert sich Wolfgang Fischer. „Dann werden Polizei und Ordnungsamt entsprechende Maßnahmen ergreifen.“
In NRW wurden im Jahr 2011 insgesamt 862 Bomben entschärft. In Essen und Duisburg hatte der Kampfmittelbeseitigungsdienst mit elf, beziehungsweise zehn Bomben die meiste Arbeit - und die wird zunehmend gefährlicher. Denn mit dem Alter der Bomben steigt das Detonationsrisiko.
Entdeckt wurde die Bombe bei Vorbereitungen zu Ausbauarbeiten an der Kita am Schildberg. „Beim Auswerten von Luftbildern hat man einen metallischen Gegenstand entdeckt.“ 32 Bohrungen wurden gesetzt, mit Sonden haben die Experten gemessen und stießen in 3,50 Metern Tiefe auf ein verdächtiges Objekt. „250 Kilo Sprengstoff und 250 Kilo Stahlummantelung“, beschreibt Fischer die Fliegerbombe.
Die letzte Zehn-Zenter-Bombe wurde Anfang der Neunziger Jahre am Horbachweg in der Nähe des Tierheims gefunden. Im Januar und im Oktober 2008 wurden zwei Fünf-Zentner-Bomben am Hingberg und am Sunderplatz entschärft. Wer zahlt die Großaktion? „Die reine Entschärfung wird vom Land bezahlt, Kosten für alle vorbereitenden Maßnahmen sowie die Wiederherstellung trägt die Kommune“, weiß Fischer. Aus welchem Jahr und von welchem Angriff der Sprengkörper genau stammt, wird man erst bestimmen können, wenn der Verzögerungszünder entschärft wurde – und die Bombe sicher aus der Erde gehoben werden kann.
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hoffentlich habens vorher viele gelesen
11:47
Abgesehen davon, dass ich ich solch wichtigen Fällen das Sensationsgeheische einer angeblich seriösen Zeitung für unterirdisch halte, frage ich mich welche Mühlenstr. in diesem Fall gemeint ist. Im genannten Einzugsbereich gibts nämlich zwei. Eine in Oberhausen, die dem Fundort naäher liegt als die Zweite in Mülheim.
...die widerlegt auch Ihre übrige Aussage.
09:20
Warum übertreibt ihr so schamlos? Es werden lediglich 3500 Personen aus dem inneren 500m Ring evakuiert. Die Bewohner im 1000m Ring sollen sich nur luftschutzmäßig verhalten, werden aber nicht evakuiert!
Die WAZ kommt mir bald vor wie die große Zeitung mit den 4 Buchstaben, die eigentlich keiner liest! Aber hauptsache reißerische Überschrift, erstmal den Leser locken.
Wo steht denn das 15000 Mülheimer evakuiert werden sollen? Ich les nur was von 15000 Personen betroffen sind, wovon ein Teil evakuiert wird und ein Teil sich luftschutzmäßig verhalten sollen.
Hat ja geklappt :)
Aber so stehts doch auch im Artikel, oder wurde der im Nachhinein nochmal verändert?
Gut, in der Einleitung steht: "Insgesamt sind fast 15.000 Personen und 7500 Haushalte betroffen.", aber im Folgenden wird zwischen den beiden Zonen doch sachlich richtig differenziert, oder hab ich was überlesen?
Dass die Zeitungen im Allgemeinen zum "boulevardisieren" neigen, nehme ich aber auch wahr. Das ist abe nicht auf die AZ beschränkt.