13. Drachenboot-Festival : Volle Kraft voraus
Das Drachenboot-Festival konnte diesmal nur auf einer Ruhrufer-Seite stattfinden – wegen der Bauarbeiten. Doch es verlief pannenfrei und harmonisch, das 13. Mal. Insgesamt gingen 151 Mannschaften ins Rennen.
Die Samstagsonne strahlt am Ruhrufer – und dabei ist es nicht einmal zu heiß. Die herumstreifenden Besucher des Drachenbootfestivals zeigen sich gut gelaunt und, trotz wehender Parteifahnen an der Schlossbrücke, unberührt von der Wahlschlacht der letzten Tage. Auch René Töller, Einsatzleiter des DLRG, vermeldet zufrieden: „Nix passiert auf dem Wasser." Ja verflixt,.sollte denn ausgerechnet das 13. Mal tatsächlich pannenfrei und harmonisch verlaufen?
Dabei hätte ja manches für schlechte Stimmung sorgen können: Erstmalig muss die Veranstaltung mit nur einer Ruhrufer-Seite vorlieb nehmen. Denn die früheren Ostruhranlagen sind wegen Ruhrbania-Arbeiten abgesperrt. Eng wird es dennoch nicht für die Besucher: „Wir haben uns dafür etwas mehr in Richtung Eisenbahnbrücke ausgedehnt”, erklärt Klaus Stockamp von der DJK-Ruhrwacht, „damit haben wir sogar besseren Zugriff auf die Steuerleute und Einteiler.” In den Jahren zuvor mussten sie die Koordination des Ein- und Ausstiegs auf den jeweiligen Uferseiten per Funk erledigen.
Vom Wahlkampf zeugen beim Drachenbootfestival nur die Banner der Parteien. Morgens hatte OB Dagmar Mühlenfeld bei der Eröffnung noch dazu aufgerufen, wählen zu gehen. Von diesen Aufrufen hätte man sogar vielleicht noch mehr hören und sehen können – wo denn schon so viele Menschen versammelt sind. „Wir haben die Sportveranstaltung bewusst von Politik frei gehalten”, erklärt aber Stockamp, „auch die Fahnen sind nicht neu, sondern hängen seit zehn Jahren immer zum Festival an der Brücke."
Harmonie durchweg, na gut: Einmal kommen sich zwei Drachenboote auf der Zielge-raden gefährlich nah. „Adrenalinstoß für die Einsatzkräfte des DLRG”, meldet der Kommentator des vergnüglichen Wettstreits zwischen Eisenbahn- und Schlossbrücke. Doch die rund 31 Männer und Frauen können auch diesmal entspannt bleiben: Die Boote bleiben ganz und ihre Crews trocken. Über 150 Teams wetteifern in diesem Jahr um die verschiedenen Cups.
„Hey, hey, Wickie – hey, Wickie, hey", schallt es von den Booten zur Eisenbahnbrücke herauf. Dort genießt Edith Hollbach (72) die Szenerie: „Ruhr, Sonne, das Fest und die Leute – das ist ein schöner Zeitvertreib", bringt es die Mülheimerin auf den Punkt. Und auch abends zeigt sich das Ruhrufer zur Drachenparty von seiner schönsten Seite. Zuerst spielen die Ballroom Rockets authentischen Rock'n'Roll der 50er Jahre, dann bringen La Cubana noch mehr Schwung in die Hüften: Salsa- und Flamenco-Rhythmen – und alles das, was heißer Latin-Pop von Ricky Martin bis Lou Bega noch auf der Pfanne hat.
Höhepunkt ist das beeindruckende Feuerwerk über der Ruhr, das zwar (wohl absichtlich) etwas spärlich beginnt, dann aber mit Silberregen und mächtigen Farb-Explosionen für Aaahs und Oohs sorgt. Als nach etwa 15 Minuten der Schlussböller kracht und die bengalischen Feuer zünden, prasselt es Applaus - „unglaublich fantasievoll", lobt ein Besucher. Der Abend ist aber noch nicht zuende: Anschließend zünden La Cubana noch ein paar Rhythmen.













