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Hunde-Angriff : Rottweiler-Attacke war "ein unfassbarer Alptraum"

Mülheim, 16.11.2009, Detlef Schönen

Mülheim/Duisburg. Schon wieder ein tödlicher Hunde-Angriff: In Österreich biss ein Rottweiler ein kleines Mädchen zu Tode. Für Angelika Hoffmann "ein Alptraum" - der sie an ihren eigenen erinnert. Vor genau einer Woche zerfleischte ein Rottweiler in Mülheim den Mischlingshund der Duisburgerin.

Auch die Entfernung mildert die Betroffenheit nicht. Die Nachricht, dass ein Rottweiler in Niederösterreich ein einjähriges Mädchen zu Tode gebissen hat, ist für Angelika Hoffmann aus Duisburg-Bissingheim schrecklich. „Unfassbar” sei das, sagt sie, „ein Alptraum”; einer, der sie an ihren eigenen erinnert.

Vor genau einer Woche, am Montag Nachmittag, ist ihr kleiner Mischlingshund am Entenfang zu Tode gekommen, zerfetzt von den Bissen eines frei laufenden Rottweilers. Ihr Mann, Manfred Hoffmann (65), war mit ihrem Hund wie gewohnt zu einem ausgiebigen Spaziergang durch das Waldstück im benachbarten Mülheim aufgebrochen, als plötzlich der bullige, fremde Hund auftauchte.

Bedrohliche Situation

Was dann geschah, darüber kann Manfred Hoffmann immer noch nicht sprechen. Seine Frau sagt, die Situation habe bedrohlich gewirkt, deswegen habe ihr Mann sich gebückt, ihren Hund von der Leine gelassen. Als der davonlief, setzte der Rottweiler nach. Im Unterholz kam es zum ungleichen Kampf mit tödlichem Ausgang. Der Verlust ihres Hundes schmerzt noch immer, inzwischen aber ist Angelika Hoffmann klar, dass auch ihr Mann gefährdet war. „Als er sich bückte, hätte der Rottweiler ihn packen können.”

Biss in den Oberkörper

Die Ereignisse in Österreich haben sie in diesen Gedanken noch bestärkt. Dort war am Freitag ein Polizeihundeführer nach Hause gekommen, wo ihn seine Tochter und der bislang unauffällige Familienhund, ein Rottweiler, begrüßten. Plötzlich fiel das Tier das Mädchen an und biss es so in den Oberkörper, dass es kurz darauf im Krankenhaus verstarb. „Man ist sich eines Hundes nie sicher”, sagt Angelika Hoffmann und schaudert: „Wie will diese Familie damit je fertig werden?” Es sei nicht dasselbe, die quälende Frage aber die gleiche: „Warum haben wir das nicht verhindern können?”

Die Hoffmanns bauen jetzt darauf, dass das behördliche Interesse, den Rottweiler vom Entenfang ausfindig zu machen, gestiegen ist. „Es gibt bestimmt viele ordentliche Hundebesitzer”, sagt Angelika Hoffmann. Der Halter des Rottweilers, dem ihr Hund zum Opfer fiel, gehöre aber sicher nicht dazu. Der müsse gemerkt haben, was sein Hund angerichtet hat; anders ist weder der Pfiff zu erklären, der das Tier, wenn auch viel zu spät, zurückrief, noch kann dem Halter entgangen sein, dass sein Hund blutverschmiert gewesen sein muss.

"Schlimme Gefühlskälte"

Dass er sich trotzdem nicht meldet, offenbart für die Duisburgerin „schlimme Gefühlskälte”. Mit anderen Worten: Das kann wieder passieren. „Und wer ist dann das Opfer?” Immerhin, eine Spur gibt es. Manfred Hoffmann erinnert sich, dass der Rottweiler eine helle Verfärbung am Hinterlauf hatte. Ein untrügliches Zeichen ist das nicht, das ist auch Angelika Hoffmann klar. Sie hat eine Anzeige erstattet, die von der Duisburger Polizei aber flugs an die Stadt überwiesen worden ist. Die hat bestätigt, wieviele Rottweiler in der Stadt gemeldet sind: 89. Viel, aber auch zu viel, um den Halter zu finden?

Hoffmann weiß, dass Hundehaltung ein emotionales Thema ist, bei dem sich die Seiten oft unversöhnlich gegenüber stehen; so wie zuletzt am Auberg, wo der Versuch des Regionaverbands Ruhr eine Anleinpflicht durchzusetzen, zu mehreren Demonstrationen führte. Gleichwohl hofft sie, dass durch die aktuellen Ereignisse Nachdenken einsetzt. „Es muss möglich sein, solche schrecklichen Dinge zu verhindern. Jeder tödliche Unfall ist ein Fall zuviel.”

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