83 Unfälle in der Region - Glatteis überrascht Winterdienste

Besonders im Raum Essen-Mülheim kam es am Mittwochmorgen zu zahlreichen Glatteis-Unfällen.
Besonders im Raum Essen-Mülheim kam es am Mittwochmorgen zu zahlreichen Glatteis-Unfällen.
Foto: Archiv/Imago
Was wir bereits wissen
Wegen Glatteis hat es am frühen Mittwochmorgen auf dem Straßen im Ruhrgebiet dutzende Male gekracht. Winterdienste wurden vom Wetter überrascht.

Mülheim/Essen.. Minustemperaturen haben am Mittwochmorgen in Ruhrgebiet und Münsterland für spiegelglatte Straßen gesorgt. Alleine in Mülheim und Essen zählte die Polizei insgesamt 83 Verkehrsunfälle, deren Ursache mit "Glatteis" zu tun hatte, in Mülheim wurde dabei ein 19-jähriger Autofahrer lebensgefährlich verletzt. Auch in Duisburg, Bochum und im Kreis Recklinghausen hatte es mehrfach geknallt. In Gütersloh kam eine Autofahrerin bei einem Glatteisunfall ums Leben, im Kreis Soest meldete die Polizei sechs Unfälle; zwei Radfahrer stürzten dort so schwer, dass sie ins Krankenhaus mussten, in einem Fall per Rettungshubschrauber. Im Kreis Borken wurden zwischen 5.30 Uhr und 8 Uhr Früh ein Dutzend Verkehrsunfälle gemeldet. Grund auch hier: spiegelglatte Straßen.

Winterdienste wurden von dem Wetter nach eigenen Angaben buchstäblich kalt erwischt. "Die Temperaturen haben uns überrascht, für den Mittwoch war von unserem Wetterdienst kein Eis vorhergesagt worden", erklärt Dirk Eurskens, Leiter des Winterdienstes bei der Entsorgungsgesellschaft in Mülheim/Ruhr.

Glatteis war nicht vorhergesagt worden

Das Eis hatte sich laut Eurskens ohnehin erst am Morgen gebildet: Als es hell wurde sei es aufgeklart, das hätte die Temperaturen am Boden abgekühlt - bis auf den Gefrierpunkt. Vorhergesagt waren für den Mittwochmorgen statt dessen "Brückentemperaturen im Plus-Bereich", sagt Eurskens. Die Folge: Die Winterdienst-Fahrzeuge in Mülheim wurden erst um 6.30 Uhr in Gang gesetzt. "Hätten wir geahnt, dass es gefriert, wären die Fahrzeuge um 3 Uhr auf den Straßen gewesen", sagt Eurskens.

Glatteis In Essen war man etwas besser vorbereitet, sagt Bettina Hellenkamp, Sprecherin der Essener Entsorgungsbetriebe EBE: Ein Tankwagen mit Salz-Flüssigkeit hatte die Nacht über Hauptstraßen und Innenstadt abgefahren und insgesamt 180 Kilometer Straße präpariert. Auf den besprühten Bereichen habe es keine Glatteisunfälle gegeben, auf anderen Straßen in der Stadt dagegen schon. Die Polizei zählte in Essen 55 Glatteis-Unfälle. In der Nacht seien zudem mehrere Kontrollfahrzeuge des Winterdienstes unterwegs gewesen, deren Tour um 3 Uhr Früh endete. Das Glatteis jedoch habe sich erst gegen 6 Uhr gebildet: "Das hatte dann auch uns überrascht", berichtete Hellenkamp. "Das Wetter ist launisch", sagt sie. Bei den EBE blieben deshalb bis Mitte April stets mehrere Fahrzeuge für den Winterdienst präpariert.

"Solche Lagen drohen immer wieder"

Meteorologe Jürgen Weiß von der Bochumer Meteogroup appelliert an Autofahrer, die früh unterwegs sind, Vorsicht walten zu lassen: "Wenn es morgens klar ist und es zuvor geregnet hat, dann drohen solche Lagen immer wieder." Auf die Temperaturanzeige im Auto dürfe man sich nicht verlassen, weil die nicht die Bodentemperatur anzeige. Generell gilt beim Autofahren: Spiegeln Straßen das Scheinwerferlicht wider, sollten Autofahrer runter vom Gas gehen.

Am Donnerstagmorgen dürfte sich die Wetterlage vom Mittwoch nicht widerholen, heißt es beim Mülheimer Winterdienst. Die Vorhersage meldet Tempraturen, "deutlich im Plus-Bereich". Bei den Winterdiensten ist man jedoch gewarnt. (dae/WE)