80-Jährige aus Mülheim-Heißen ist stolz auf ihre Wurzeln
03.03.2011 | 18:43 Uhr 2011-03-03T18:43:00+0100
Mülheim. Seit ihrer Geburt vor 80 Jahren lebt Margret Buchholz in ihrer Wohnung in Mülheim-Heißen. Deren Einrichtung hat sich seit dem nicht verändert. Sie lebt gerne hier und ist stolz auf ihre Wurzeln.
Andere holen das Fotoalbum aus dem Schrank; Margret Buchholz zeigt einfach auf den Schrank selbst. „Alles Eiche“, sagt sie über die wuchtigen Möbel, über Schrank, Bett, Waschtisch und Kommoden, meint es als Qualitätsmerkmal und hat damit erklärt, warum diese Möbel seit 83 Jahren dort stehen, wo sie stehen: in eben jenem Zimmer nämlich, in dem sie seit 80 Jahren schläft. Margret Buchholz feierte gerade runden Geburtstag – in der Wohnung, in der sie geboren wurde.
„Bodenständig“ nennt Margret Buchholz sich selbst und macht das an ihrem Berufsleben fest. „Ich habe bei Pogge 1947 als Lehrmädchen angefangen und bin dort bis zu meinem Ruhestand 1991 geblieben“, sagt die gelernte kaufmännische Angestellte. Sie ist eben kein unsteter Geist, sondern bleibt Liebgewonnenem gerne treu. Und so passt diese „Bodenständigkeit“ auch auf ihre vier Wände.
Die Wohnung wurde ihren Eltern 1928 zugelost
Der Gang durch ihre Erdgeschosswohnung führt so vom Heute zurück ins Damals. Die Küche beispielsweise war 1928 ein Pluspunkt. „So groß, so hell“, sagt Margret Buchholz über den Raum, der ihr immer schon der liebste war. „Hier habe ich von morgens bis abends Sonne.“ Toll findet sie das – in diesem Raum.
Für das nebenan gelegene Schlafzimmer bedeutet das im Sommer schlaflose Nächte wegen der Hitze. Das Wohnzimmer gegenüber ist dafür zu dunkel. Aber die Eltern hatten ja keine Wahl. „Ihnen wurde die Wohnung 1928 zugelost“, erzählt Margret Buchholz. Damals war das bei der „Spar- und Baugesellschaft“ üblich; der daraus resultierende Mülheimer Wohnungsbau (MWB) hat diese Methode inzwischen abgelegt.
"Ich fühle mich hier geborgen"
Optimal ist die Wohnung nicht, aber sie ist Margret Buchholz’ Zuhause. Nach dem frühen Tod ihres Vaters lebte sie dort mit ihrer Mutter und pflegte die Dame, über die sie sagt „sie war mein Ein und Alles“, bis sie im Schlafzimmer endgültig einschlief. Die beste Freundin lebte jahrzehntelang nur zwei Türen weiter, Nachbarn wurden vielfach Freunde. „Ich fühle mich hier geborgen“, sagt Margret Buchholz über die Siedlung – und das macht ein zu dunkles Wohnzimmer allemal wett.
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Ganz früher, erinnert sich die 80-Jährige, war ihre Siedlung in Heißen von Kornfeldern, Schrebergärten und Wiesen umgeben. „Wenn Besuch kam, konnte man den schon von Weitem sehen.“ Heute versperren mehrgeschossige Gebäude den Blick. Vor etwa sieben Jahren wurde das vormals „graue Gebäude“ renoviert, „ein Schmuckstück“ sei es seitdem.
Sie ist ihren Wurzeln treu geblieben
Doch so sehr Margret Buchholz an der Wohnung hängt, so sehr genießt sie es auch, draußen zu sein. Jeden Dienstag geht sie mit Freundinnen wandern. „Fünf, sechs Stunden sind wir immer unterwegs, bei jedem Wetter.“ Und einmal im Jahr geht es in den Urlaub nach Langeoog. Früher fuhr sie immer ins Ausland, nach Italien, Spanien, Schweden, ins frühere Jugoslawien. „Ich habe viel gesehen“, sagt die Heißenerin – aber ihren Wurzeln ist sie treu geblieben.

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