4000 Läufer im Farbenrausch

„The Color Run“ auf dem Flughafen in Mülheim-Raadt.
„The Color Run“ auf dem Flughafen in Mülheim-Raadt.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Beim „Color Run“ auf dem Flughafen zählte mehr der Spaß als der Lauf-Sport. Die Farbbeutel flogen. Abtanzen auf der Party-Bühne. 150 Helfer im Einsatz

Raadt.. „Zugegeben – das Ganze macht ja keinen Sinn“, meinen Anja und Christian, während sie, bestäubt wie eine bunte Frühlingswiese, für das „Selfie“-Foto vor einer Farbwand posieren. Fünf Kilometer sind sie auf dem Rollfeld des Mülheimer Flughafens gelaufen, haben unterwegs jede Menge Pink, Gelb, Neongrün und was die Farbpulverbeutel sonst noch hergaben aufs Hemd, in die Haare und vermutlich jede Hautfalte bekommen. So ‘was Schräges macht man nur aus Bock.

Gut 4000 Leute so zwischen 17 und 35 Jahren hatten „Bock“ auf den Color Run am Sonntag. Das Spektakel bei dem gelaufen und mehr noch gefeiert wird, hatte es vom Wetter her gut getroffen, und auch mit den Besucherzahlen war man zufrieden, wie Pressesprecher Matthias Weigand mitteilte. Immerhin legte jeder Teilnehmer rund 26 Euro Startgeld hin, um die Gaudi-Runde über das Rollfeld zu drehen. Dafür bekommt man zum Beispiel ein Laufhemd, Stirnband und – zum Abschluss sehr wichtig – einen ordentlichen Schuss Limetten-Duschgel.

Es geht nicht um den Wettkampf

Wobei „Run“, also Lauf-Sport, nicht die eigentliche Rolle spielt. „Das merkt man schon am Start: Die ganze Atmosphäre ist entspannt, es geht nicht um Wettkampf und Leistung“, meint Christian, der sich selbst als Gelegenheitsläufer sieht.

Nebenbei etwas Gutes tun

Jeden gelaufenen oder auch gegangenen Kilometer gibt’s aber reichlich Farbregen aus den Sprühdosen der gut 150 Helfer auf dem Feld, weshalb Lisa und Mia (beide 17) neben entbehrlichen Klamotten dringend die Sonnenbrille zur Standardlaufausrüstung empfehlen – „die braucht man“. Gefährlich für die Gesundheit sollen die Farben übrigens nicht sein, wenn auch nicht gerade gaumenfreudig.

Nicht weniger wichtig aber: das Handy. So mancher Fun-Renner dokumentiert seinen Eingang in die Zielgerade mit der Minikamera in der Hand oder am Teleskop-Stab – wegen der Übersicht.

"Der Flughafen ist eine super Location"

Wer angesichts der reichlichen Portion Sonnenschein doch ins Schwitzen kommt, lässt sich im Ziel erst vom Laubbläser trocknen, dann mit erhobenen Victory-Zeichen fürs eigene Handy-Fotoalbum ablichten, oder joggte direkt weiter zum lockeren Abtanzen an der Party-Bühne. Wer auf Party keine Lust hatte, konnte es sich bei Bier oder Wasser auf dem Rasen neben dem Rollfeld gemütlich machen. „Das kann man ja auch nicht alle Tage erleben. Der Flughafen ist eine super Location“, lobt Pressesprecher Weigand, der nun schon zum zweiten Mal hier ist.

Optisch fällt trotz zentimeterdicker Pulverschicht auf: die Teilnehmerinnen überwiegen deutlich. „Der Color Run ist ganz klar ‘ne Frauensache“, vermutet Matthias Weigand, „das liegt wohl am Thema ‘Farbe’“.