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Einbrecher

40 Prozent mehr Einbrüche - Täter ziehen von Stadt zu Stadt

17.01.2013 | 18:10 Uhr
40 Prozent mehr Einbrüche - Täter ziehen von Stadt zu Stadt
Jüngsten Statistiken zufolge ist die Zahl der Wohnungseinbrüche seit 2009 um rund 40 Prozent gestiegen. Foto: WAZ FotoPool

Essen.  Die wachsende Zahl von Einbrüchen sind für die Gewerkschaft der Polizei „ein echtes Problem“. Jüngsten Statistiken zufolge ist die Zahl der Wohnungseinbrüche seit 2009 um rund 40 Prozent gestiegen. Professionelle Tätergruppen aus Südosteuropa haben wesentlich für den Anstieg gesorgt.

Versicherungen sollen Bürgern über Prämien Anreize geben, Häuser und Wohnungen mit technischen Mitteln besser zu sichern. Das hat der neue Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Arnold Plickert, angeregt . „Zudem könnte der Staat steuerliche Vorteile für Investitionen in vernünftige Türen, Schlösser und Fenster gewähren“, sagte Plickert.

Die wachsende Zahl von Einbrüchen nannte der 55-jährige Gewerkschafter „ein echtes Problem“. Rund 43 000 Einbrüche und Einbruchsversuche haben die Polizeibehörden in Nordrhein-Westfalen in den ersten zehn Monaten des Jahres 2012 gezählt. Im Schnitt gibt es alle sechs Minuten einen Versuch, alle neun Minuten haben Einbrecher Erfolg. Jüngsten Statistiken zufolge ist die Zahl der Wohnungseinbrüche seit 2009 um rund 40 Prozent gestiegen. Städte wie Mülheim oder Essen sind besonders betroffen. Professionelle Tätergruppen aus Südosteuropa haben wesentlich für den Anstieg gesorgt.

Interview
"Einbrüche sind - leider - ziemlich risikolos"

Im Kampf gegen die wachsende Einbruchskriminalität sieht Gewerkschafter Plickert auch die Bürger in der Pflicht. Nur zwei von zehn Tätern werden geschnappt

Einbrecher bereiten der Polizei Schwierigkeiten

Die Täter sind sehr schnell, ziehen von Stadt zu Stadt und bereiten der Polizei große Schwierigkeiten. Gerade in der Rhein-Ruhr-Region finden Einbrecherbanden mit dem dichten Autobahnnetz hervorragende Anfahrts- und Fluchtmöglichkeiten.

Die Polizei in NRW verfolgt seit gut zwei Jahren ein neues Konzept zur Einbruchsbekämpfung, begleitet von der Öffentlichkeitskampagne „Riegel vor“. Ein Durchbruch zeichnet sich aber bisher nicht ab: Die meisten Einbrecher werden weiterhin nicht gefasst.

Trügerisches Sicherheitsgefühl

Versicherungen sollen den Menschen über Prämien Anreize geben, Häuser mit technischen Mitteln besser zu sichern, sagt Arnold Plickert, der neue Chef der NRW-PolizeigewerkschaftFoto: Oliver Mülle

Mit einer besseren Vernetzung der Behörden sieht Gewerkschafter Plickert die Polizeiarbeit jedoch auf einem guten Weg. Er warnte zugleich davor, dass Großrazzien wie jüngst im Rheinland oder zuvor im Ruhrgebiet ein trügerisches Sicherheitsgefühl erzeugen könnten.

Der GdP-Chef sieht die Bürger auch selbst in der Verantwortung: „Man kann nicht nur Geld für Urlaub ausgeben, sondern muss auch sein Haus und seine Wohnung so sichern, dass Einbrecher es schwer haben.“ Es liege im Eigeninteresse von Versicherungen , solche Anschaffungen zu würdigen. Plickert stellt sich das vor wie bei der Kfz-Haftpflicht: „Wer bestimmte Standards erfüllt, zahlt weniger Prämie.“

Mehr Polizisten würden laut Plickert auch für mehr Sicherheit sorgen – und das nicht nur im Kampf gegen Einbrecher. Angesichts der Haushaltslage hat die GdP ihre Forderung nach 300 Neueinstellungen zusätzlich auf zunächst 100 reduziert.

Holger Dumke



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