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350 € helfen, Kinder zu retten

28.07.2010 | 18:32 Uhr

Wenn man weiß, wohin die Spende geht, gibt man umso lieber: Die Mülheimer Grünen, davon darf man ausgehen, kennen die Initiativen gut, deren Anträge erfüllt werden konnten.

Traditionell stellt die Partei seit den 1980er Jahren einen Teil der Einnahmen, die die Fraktionsmitglieder etwa für Ausschusssitzungen bekommen, diversen Initiativen zur Verfügung. In diesem Jahr wurden zwölf Gruppierungen mit insgesamt 3825 Euro bedacht. Das klingt nicht viel, wenn man es durch zwölf teilt. Doch es sind Initiativen, die sonst keine öffentlichen Gelder bekommen. „Vielen reichen kleine Summen, um etwas zu machen“, sagt Grünen-Schatzmeister Axel Hercher.

Der Kongolesischen Gesellschaft etwa oder den Peru-Freunden, oder einem Jugendzentrum für einen Funsporttag. Erstmals erhielt ein Medizin-Projekt in Ghana einen Zuschuss. Die gebürtige Mülheimerin Dr. Britta Bude-Schwartzmann war wegen eines Trauerfalls in ihrer alten Heimat zu Besuch. So konnte sie persönlich berichteten, was mit den 350 € aus dem grünen „Initiativenfonds“ geschieht.

Die Kinderchirurgin, die mit ihrem Mann, einem Psychiater, und den drei Kindern in Ghana lebt, wird kinderchirurgische Instrumente kaufen können. Bisher musste sie ihre kleinen Patienten mit OP-Besteck behandeln, das für Erwachsene vorgesehen ist. „Das kann man machen, um Leben zu retten“, sagt Britta Bude-Schwartzmann. Viele Babys leiden in Ghana unter Leisten- oder Nabelbrüchen – unbehandelt ein Todesurteil, wenn der Bruch eingeklemmt wird. Künftig wird Frau Doktor besser arbeiten können.

Britta Bude-Schwartzmann und ihr Mann Ori, die sich vor gut 20 Jahren in Ghana kennenlernten, betreiben dort auch die „Mobile Clinik Ghana“. Mit einem Jeep, ausgestattet mit dem nötigsten medizinischen Equipment, fährt das Ehepaar im Turnus zehn Dörfer an und betreut dabei insgesamt 4500 Patienten.

Dr. Bude-Schwartzmann, die die Landessprache Twi beherrscht, ist schon zum dritten Mal in Ghana, dieses Mal seit vier Jahren, und operiert dort an einem Missionskrankenhaus vor allem Kinder.

Bettina Kutzner

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