31 080 Stunden fürs Ehrenamt
25.03.2009 | 14:56 Uhr 2009-03-25T14:56:00+010070 Selbsthilfegruppen gibt es in Mülheim. Die werden sich vernetzen und sich in einer Broschüre vorstellen
„Wenn Du etwas wissen willst, dann frage einen Erfahrenen und keinen Gelehrten” weiß ein chinesisches Sprichwort.
So verfahren in Mülheim etwa 70 Selbsthilfegruppen. Die Ergebnisse der Selbsthilfearbeit sind vorzeigbar: Krankenhausaufenthalte, Arztbesuche, Fehldiagnosen und -medikamentierungen reduzieren sich durch die Selbsthilfearbeit signifikant, wie Erhebungen der NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen) ergaben.
Dabei kommen in Mülheim jährlich etwa 31 080 Stunden ehrenamtliche Tätigkeit zusammen, wenn man pro Gruppensprecher von realistischen 37 Stunden pro Monat ausgeht. Dafür gibt es auch in 2009 wieder Geld von den Krankenkassen.
Projektmittelanträge
Anträge dazu nimmt das Selbsthilfebüro als örtliche Unterstützungsstelle in Vertretung der Krankenkassengemeinschaft entgegen, die diese Gelder auszahlt. Projektmittelanträge, die für besondere Vorhaben gestellt werden können, nehmen die einzelnen Krankenkassen entgegen.
Honoriert wird damit jede Menge Erfahrung, Organisationstalent, Kommunikationsfähigkeit und Spezialwissen.
Sitzt die gesamte Mülheimer Selbsthilfeszene, repräsentiert durch ihre Gruppensprecher, an einem Tisch, ist das eine starke Gemeinschaft. Sie soll Gewicht haben in der Stadt.
Runder Tisch
Damit das gelingt, plant das Selbsthilfebüro einen „Runden Tisch”, der den Selbsthilfegruppen Gelegenheit zu Standortbestimmung, Vernetzung und Unterstützung bietet. Gemeinsame Informationsveranstaltungen wird es dann ebenso geben wie eine kulturelle Veranstaltung zum Jahresabschluss.
Pauschalmittel sichern den Grundbedarf der Selbsthilfegruppen. Anträge dafür kann man richten an das Selbsthilfebüro, Tourainer Ring 4, 45468 Mülheim. Die Öffnungszeiten: Montag bis Mittwoch Mi: 9.00 – 12.30 Uhr, Do: 14.00 - 18.00 Uhr. Telefonnummer 30048-14. Email: van-den-bosch@paritaet-nrw.org
Projektmittelanträge richtet man an die Krankenkassen. Antragsformulare und Infos dazu findet man im Internet: www.selbsthilfenetz.de.
Informationen und Antragsformulare bekommt man auch bei den Krankenkassen oder im Selbsthilfebüro. Die Antragsfrist endet am 31. März 2009
Dabei sind sicher noch nicht alle Gruppen bekannt, die sich in Mülheim treffen. Auch sind noch nicht alle Menschen aktiv, die zu neuen Themen etwas zu sagen hätten. Sicher gibt es noch Bedarf an neuen Gruppen. Hilfreich für den Bekanntheitsgrad der Selbsthilfearbeit ist eine Broschüre, die alle Gruppen zusammenfasst.
Andere Städte haben es längst, erstmals wird es, mit Unterstützung der Krankenkassen, im Jahr 2009 auch für Mülheim einen Selbsthilfewegweiser geben. Alle Gruppen, die noch keinen Kontakt mit dem Selbsthilfebüro haben, sind aufgerufen, sich dort zu melden: 300 48 14

19:00
Die SPD-geführte Stadt Mülheim protzt gerne mit bunten Broschüren. Wenn es jedoch um konkrete finanzielle Unterstützung von Bürgerinitiativen geht, fehlt meistens das Geld, bzw. werden Gelder gestrichen, wenn diese Initiativen nicht im politischen Fahrwasser der verfilzten und korrupten örtlichen Politik mitschwimmen. Das Beispiel MALZ spricht für sich. M.E. sollte sich jede Bürgerinitiative von allen städtischen Zwängen frei machen und völlig autonom agieren. Das ist zwar schwieriger aber dafür glaubwürdiger, als eine von dem finanziellen Wohlwollen der Stadt abhängigen Initiative.
20:00
Letztlich gilt: Ehrenamt vernichtet Arbeitsplätze.
03:33
Vernetzung bedeutet staatliche Kontrolle und Überwachung. Jede Initiative sollte sich ihre Eigenständigkeit bewahren und sich nicht von staatlichen Stellen bespitzeln und vereinnahmen lassen !!!