280 Jugendliche machen in Mülheim Theater

14 Schultheatergruppen aus vier Städten kommen bei den Schultheatertagen zusammen und stellen ihre Arbeit vor – dabei lernen sie nicht nur Kritik an der eigenen Arbeit auszuhalten, sondern auch konstruktiv zu kritisieren.
14 Schultheatergruppen aus vier Städten kommen bei den Schultheatertagen zusammen und stellen ihre Arbeit vor – dabei lernen sie nicht nur Kritik an der eigenen Arbeit auszuhalten, sondern auch konstruktiv zu kritisieren.
Foto: TAR
Was wir bereits wissen
Zum neunten Mal finden im Theater an der Ruhr die Schultheatertage statt. Gruppen aus Mülheim, Duisburg, Essen und Oberhausen zeigen einander ihre Arbeit.

Mülheim.. Wenn Schüler Theater machen, kann das sehr unterschiedlich enden. Da wird Schneewittchen – Spieglein, Spieglein an der Wand – zu Germany’s next Topmodel. Die Zeitreise ins Berlin der 20er Jahre gibt neue Sicht auf Geschlechterrollen. Und ein einst im Konzentrationslager aufgeführtes Musical macht für Jugendliche deutsche Geschichte anschaulich. Die Schultheatertage, die noch bis Freitag im Theater an der Ruhr stattfinden, bringen Vielfalt auf die Bühne und geben schauspielenden Jugendlichen die Chance zum städteübergreifenden Austausch.

Es ist eine bunte Truppe, die seit gestern am Raffelberg zusammenkommt: Fünft- bis Elftklässler nehmen an den neunten Schultheatertagen teil. Sie alle machen an ihren Schulen Theater und finden im Theater an der Ruhr nun professionelle Bedingungen und ein kritisches Publikum. „Die Idee ist, den Schülern eine richtige Bühne zu geben – mit allen Herausforderungen, die dazu gehören, wie laut zu sprechen“, sagt Theaterpädagogin Julia Meschede, die die Schultheatertage betreut.

"Sie nehmen Ideen mit"

14 Gruppen, insgesamt rund 280 Teilnehmer, sind dabei. Sie kommen aus Mülheim, Duisburg, Essen und Oberhausen. 30 Minuten hat jede Truppe, um für die anderen 13 etwas aufzuführen. Anschließend wird über das Gezeigte gesprochen. Und mit einem „Ich fand’s gut“ ist es da nicht getan. Julia Meschede hakt stets genauer nach. Das schult nicht nur die Kritikfähigkeit der Akteure, sagt sie, „die Schüler lernen auch, wie man Kritik formuliert, dass man sie begründen muss und vielleicht auch Lösungsvorschläge gibt“.

Im Mittelpunkt steht stets das kreative Miteinander. Deshalb bilden Workshops am morgigen Freitag den Abschluss. In gemischten Gruppen arbeiten die Jugendlichen zwei Stunden lang mit ihnen unbekannten Schauspielern zu verschiedenen Themen wie Bühnenkampf, chorisches Sprechen oder Improvisation. „Auch die Lehrer müssen ran“, sagt Julia Meschede. Für sie gibt es einen speziellen Workshop. Die Theaterpädagogen des Mülheimer Kulturbetriebs, Frieder Saar und Barbara Schmidt, bieten zudem ein schulübergreifendes Projekt für Fünftklässler an.

Dass die Jugendlichen etwas mitnehmen, davon ist Julia Meschede überzeugt. Denn einige Schüler sind bereits zum wiederholten Mal dabei. „Man merkt, dass sie der Austausch mit anderen inspiriert. Sie nehmen Ideen mit.“