25 Jahre Klinik-Kultur im Ev. Krankenhaus Mülheim

Sorgen für die Kultur am EKM: Volkmar Spira (hinten li.), Michael Bohn und Petra Stahringer.
Sorgen für die Kultur am EKM: Volkmar Spira (hinten li.), Michael Bohn und Petra Stahringer.
Foto: Stephan Glagla / Funke Foto Serv
Was wir bereits wissen
Vor 25 Jahren betrat das Evangelische Krankenhaus Mülheim damit praktisch Neuland, heute prägt das dort angebotene Kulturprogramm gar die dortige Ausbildung.

Mülheim.. Zum Gesundlachen ins Krankenhaus gehen Mülheimer regelmäßig. Aber auch zum Mitsingen, Hinhören, Nachdenken und zur anregenden Entspannung. Seit 25 Jahren macht das Evangelische Krankenhaus Mülheim (EKM) ein Kulturprogramm, das Theater und Musik vereint. Das zieht inzwischen nicht nur Besucher aus der gesamten Region an, sondern ist auch Teil der therapeutischen Arbeit der Klinik.

1990 entwickelte Volkmar Spira, der heute die Kleine Bühne leitet, das Konzept mit Blick auf die Patienten, blieben die doch damals länger im Haus. „Ein ortsnahes Angebot der Unterhaltung“ wollte man ihnen bieten, um Langeweile zu bekämpfen und sie anzuregen. Werbemittel war die Kultur zudem, sagt Spira: „Das Krankenhaus sollte Menschliches ausstrahlen und dazu eignet sich die Muse am besten.“

Musikalische Komödie „Ewig Jung“ feiert dieses Jahr Premiere

Entstanden ist daraus mittlerweile ein kultureller Dreiklang, der ein vor 25 Jahren ausgemachtes Ziel erfüllt: Auch gesunde Menschen sollten ohne Angst die Schwelle ins Krankenhaus überwinden. Die Musischen Werkstätten konzentrieren sich seitdem auf die Musik. Deren Leiterin Petra Stahringer-Burger stellt ein Programm zum Zuhören und Mitmachen zusammen, möchte „ein breites Publikum ansprechen“, „Krankenhaus anders zu erleben“. In den kommenden ersten sechs Monaten des Jubiläumsjahres stehen neben Konzerten wieder Workshops und Mitsingabende an. Zudem organisiert Petra Stahringer das „Klingende Krankenhaus“, bei dem auch EKM-Mitarbeiter für Patienten und Besucher musizieren.

Das Mülheimer Backstein-Theater bringt seit 25 Jahren jährlich ein Stück auf die Bühne. In diesem Jahr feiert die musikalische Komödie „Ewig Jung“ Premiere. Inzwischen trägt die Gruppe den Zusatz „Große Bühne“, denn seit 2007 gibt ein weiteres Ensemble: Die Kleine Bühne konzentriert sich auf Kleinkunst und Rezitationen. Noch spielt sie Heine-Gedichte, ab Juni folgt „Alles Theater: Poesie trifft Wortwitz“.

Rund 150 Menschen, sagt Michael Bohn, der das Backstein-Theater leitet, engagieren sich ehrenamtlich für die Kultur am EKM und „bieten eine ganz hohe Qualität“. Wie eng die Kultur mit dem Alltag und der Arbeit im Krankenhaus verknüpft ist, zeigt sich darin, dass laut Michael Bohn „die theaterpädagogische Arbeit Teil der Ausbildung“ ist. Das Bildungsinstitut der Ategris, zu der das EKM gehört, ist wie die Musischen Werkstätten in der Backsteinschule untergebracht und nutzt die Theaterpädagogik etwa zur „Persönlichkeitsbildung“, wie Bohn erklärt: „Dabei geht es etwa um die Fragen: Wie trete ich auf? Wie wirke ich?“ Letztlich, sind sich die drei Verantwortlichen sicher, fördert all das die Kultur des Krankenhauses.