Das aktuelle Wetter Muelheim 18°C
Aggressive Hunde

21 Attacken in diesem Jahr

11.11.2009 | 20:09 Uhr

Nach dem tödlichen Rottweiler-Angriff auf einen kleinen Mischling warnen Experten vor allzu viel Hysterie. Für die Haltung von als gefährlich eingestuften Hunden gibt es klare Vorgaben, die Halter in die Pflicht nehmen.

Nach der tödlichen Rottweiler-Attacke gegen eine kleine Mischlingshündin am Entenfang ist die Diskussion über den Leinen- und Maulkorbzwang bei Hunden bestimmter Rassen wieder hochgekocht. Experten warnen aber vor Hysterie. In erster Linie sei Aggressivität bei Hunden nicht abhängig von der Rasse, sondern von der Sozialisation und dem Erlebten der Vierbeiner. Gleichwohl bleibt die Sorge, einem aggressiven Hund zu begegnen. Der Veterinär-Abteilung im Ordnungsamt sind in diesem Jahr bereits 21 Attacken von Hunden angezeigt worden, im Vorjahr waren es 28.

Bisher 10 Strafanzeigen

Eine gute Ausbildung ist nicht nur für Rottweiler wichtig. Mit der Schulung von Hunden sollte so früh wie möglich begonnen werden. Foto: Tanja Pickartz

Zu den von den Veterinären erfassten sogenannten Beißvorfällen zählen die, bei denen Mensch oder Tier gebissen und verletzt wurden; laut amtlicher Tierärztin Carolin Richter zählen auch die Fälle mit, in denen ein Hund einen Menschen „bedrohlich angegangen ist”. In diesem Jahr sei eine Frau so schwer im Gesicht verletzt worden, dass sie stationär plastisch-chirurgisch habe behandelt werden müssen. Laut Polizei handelte es sich dabei um einen angeleinten Schäferhund, der unvermittelt hochgesprungen sei und der Frau in die Lippe gebissen habe.

Zehn Strafanzeigen sind in diesem Jahr bei der Polizei erstattet worden. Sprecher Thomas Hemmelmann sagte der WAZ, dass der angreifende Hund jedoch in jedem Fall angeleint gewesen sei, zudem sei kein Tier darunter gewesen, das im Landeshundegesetz als gefährlich eingestuft ist.

Beim Ordnungsamt sind 85 als gefährlich eingestufte Pittbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier und deren Kreuzungen gemeldet. Von den weiteren Rassen, für deren Haltung das Land strenge Auflagen macht, sind 104 in Mülheim gemeldet. Darunter sind 86 Rottweiler. So sind es offiziell 189 Hunde in Mülheim, die generell mit einer umfassenden Leinen- und Maulkorbpflicht zu belegen sind. Nach erfolgter Verhaltensprüfung sind laut Richter jedoch 35 Vierbeiner von Leinen- und/oder Maulkorbzwang befreit worden. Leinenzwang gilt aber grundsätzlich in Einkaufsbereichen, in Wohnbereichen, auf Plätzen, in Grünanlagen oder auf Spielplätzen. Im Kernbereich der MüGa sind Hunde grundsätzlich nicht geduldet, auf dem Auberg hat die Stadt ihre einzige ausgewiesene Hundewiese.

Halter müssen an Jagdinstinkt denken

Hunde, gleich welcher Rasse, dürfen den Waldweg nicht verlassen. Sie haben im Unterholz nichts zu suchen. Und sie dürfen auf gar keinen Fall jagen. Die Empfehlung, die Bernd Schalk von der Kreisjägerschaft Mülheim privaten Hundehaltern gibt, ist deshalb eindeutig: Hunde sollten im Wald grundsätzlich an der Leine geführt werden. „Der Jagdinstinkt steckt nun einmal in jedem Hund. Sobald er erst einmal eine Spur gewittert, eine Fährte aufgenommen hat, gibt es kein Halten mehr.” Bernd Schalk, der in einem Waldgebiet in der Nähe des Duisburger Zoos wohnt, erlebt die Missachtung dieser Empfehlung tagtäglich vor seiner Haustür. Halter, die ihren vierbeinigen Lieblingen hinterherpfeifen, -rufen, -schreien – und Hunde, die ihren ratlosen Herrchen und Frauchen „was husten”. Weil sie, wie es in der Jägersprache heißt, keinen „Appell” haben, nicht speziell ausgebildet worden sind.

An den angeborenen, je nach Rasse unterschiedlich ausgeprägten Jagdinstinkt sollten Züchter wie künftige Halter schon beim Kauf denken, meint Oliver Fuchs, der mit seiner Frau, der Tierpsychologin Susanne Zwillich-Fuchs, eine Hundeschule betreibt. Er findet es zum Beispiel unverantwortlich, einen „absoluten Jäger” wie den Beagle an Privat abzugeben. Das schon in der Zucht angelegte Sozialverhalten muss dann so früh wie möglich strukturiert und gestärkt werden. „Erst jagt ein junger Hund eine Ameise, dann eine Fliege, und alle finden das toll. Irgendwann hetzt er einem Vögelchen oder einem niedlichen Häschen nach, und dann soll er das auf einmal nicht. Ein Hund jagt und beißt nicht ohne Grund.”

Wolfgang Platzeck und Mirco Stodollick

Facebook
 
Kommentare
16.11.2009
19:19
Blockierter Kommentar.
von Thomas.Lau | #21

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

16.11.2009
13:23
Blockierter Kommentar.
von James.Brunt | #20

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

16.11.2009
09:41
21 Attacken in diesem Jahr
von Eagle2 | #19

#5 Frank Freak:
Ich kann Ihnen da nicht zustimmen. Die Dimbeck ist nicht das größte Hundeklo. :-)) Die Wiese an der Saarner Straße / Ecke Broicher Waldweg ist das größte Hundeklo. Da stinkt es beim Vorbeigehen schon sehr eklig. Wenn dann noch kleine Kinder über die Wiese laufen und hinfallen kann ich nur hoffen, dass es die Kinder der HundehalterInnen sind.

15.11.2009
20:57
21 Attacken in diesem Jahr
von mam | #18

Kampfhunde sollte kann ausrotten und den rest ein Maulkorb aufsetzen

15.11.2009
13:57
21 Attacken in diesem Jahr
von Bulliliebhaber | #17

Hallo Ali Busch,aus Ihnen spricht die pure Unwissenheit ! Um es Ihnen zu erklären jeder ,absult jeder Hund stellt eine potenzielle Gefahr da !
Erklärung wenn einer Hund ,so ein süßer Yorhshire einem kleinen Kind beim Spielen ins Gesicht beißt ist das doch eine große Gefahr? Lerne je größer der Hund je größer die Gefahr !Von daher sind die meißten Meschen nicht geignet einen Hund zu halten, Ich selber habe über 20 Jahre Bullterier gezüchtet , aber konnte in keinen hineinschauen und nach langem aussuchen den Leuten auch nur vor den Kopf.

13.11.2009
18:12
21 Attacken in diesem Jahr
von tierfreundin | #16

Da hat der Herr Schalk von der Kreisjägerschaft aber fette Ahnung bezüglich des Jagdinstinktes von Hunden. Es gibt Jagdhunde und Hütehunde, letztere jagen gar nicht gerne, sondern beschützen andere Tiere. Mein erster Hund ist mit Kaninchen aufgewachsen, die waren anfangs einen Kopf größer als er. Auch als er selber größer wurde, hatte er großen Respekt vor Kaninchen, folglich hat er auch niemals eins gejagt, sondern ihnen (drinnen) höchstens das Fell abgeschleckt.
Mein jetziger Hund hat Angst vor Schafen, die sind ihm unheimlich.

Unter den 21 Beissattacken sind im Übrigen auch diejenigen erfasst, bei denen sich Hunde untereinander geprügelt haben, und deren Besitzer ihre Animositäten über das Ordnungsamt regeln wollten.
Ansonsten kann ich #9 nur zustimmen: Eignungstest für Halter, nicht Wesenstest für Hunde. Der Hund ist selten das Problem, sondern die inkompetenten Halter, die sich einen Hund mit großer Beißkraft zulegen, ohne zu wissen, das ein Hund eine zumindest im Grunde autoritäre Erziehung braucht. Z. B. Dogge oder Rhodesian Ridgeback als Anfängerhund. Da sträuben sich auch dem erfahrenen Hundehalter die Nackenhaare...

13.11.2009
14:59
21 Attacken in diesem Jahr
von Gospodin | #15

Tier-besitzer? Was für ein lächerlicher Begriff. Die Verniedlichung Herrchen oder Frauchen zeigt auch deren Defizite.
Folgende Frage charakterisiert die gesellschaftliche Situation bei Tier-liebhabern:
Was schlagen sie denn ihren Hund? Haben sie dafür kein Kind?

12.11.2009
23:43
21 Attacken in diesem Jahr
von rsuder | #14

Hunde können zugegebenermaßen tolle Tiere und Begleiter sein - für Hundebesitzer sind sie es immer! Und genau hier liegt die Gefahr und die Ignoranz, die oftmals daraus resultiert: Der Gesetzgeber schafft mit den vorhandenen Regelungen keine Transparenz für diejenigen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die einem Hund mit großem Respekt (oftmals ist es pure Angst - bei meinem Sohn aufgrund einer für uns grundlosen (!!!) Beißattacke eines Deutsch-Langhaar allemal!) in freier Natur entgegen treten müssen!
Solange ich als Spaziergänger einen mir entgegen kommenden Hund in seiner von ihm ausgehenden Gefahr nicht einschätzen kann, muss ich nicht den Hund vor mir schützen, sondern der Schutz muss visuell vom Hund ausgehen! Woher soll ich wissen, ob der Rottweiler geschult ist? Weil der Besitzer sagt: Der tut nix!? - Lächerlich!!
Daher mein Apell, auch wenn es Hundebesitzern nicht gefällt: Hunde ja - aber auch Maulkorb ja!!
Auch der Einschätzung von Herrn Fuchs kann ich nur dann folgen, wenn die Sicht klar wird: Aus Sicht des Hundes gibt es immer einen Grund, warum er beißt! Aus Sicht des Menschen (vor allem des Opfers) ist das mitnichten so! Hunde beißen mitunter vollkommen grundlos - dies habe ich als Betroffener erleben müssen!

12.11.2009
20:23
Blockierter Kommentar.
von miriam.lessmann | #13

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

12.11.2009
20:21
21 Attacken in diesem Jahr
von Ali Busch | #12

@ 8

Kennen wir uns,oder wieso duzen sie mich?

Und Menschen wie Sie, die Ängste von Mitmenschen übergehen braucht die Gesellschaft ebenfalls nicht.

So Hunde braucht im übrigen niemand!
Einen Yorkshire oder einen Pudel kann man sich doch anschaffen. Wieso muss es sofort ein Tier mit potentieller Gefährdungsgefahr sein?

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/883213/create

Umfrage der Woche
Die Bauarbeiten für die Ruhrpromenade haben begonnen. Im März 2013 soll sie fertig sein. Prima Promenade an der Ruhr?

Die Bauarbeiten für die Ruhrpromenade haben begonnen. Im März 2013 soll sie fertig sein. Prima Promenade an der Ruhr?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Pfingst-Spektakulum
Bildgalerie
Mittelalter in Broich
Pfingst-Renntag
Bildgalerie
PFERDERENNEN
"beGeistert"
Bildgalerie
Pfingstfest
Gyrosspieß und Blitzeinschlag
Bildgalerie
Feuerwehr
Aus dem Ressort
Hauptschule und Handwerk kooperieren
Berufsvorbereitung
Etwas Greifbares, worauf man bauen kann: Das ist dem Team der Hauptschule Bruchstraße wichtig, nachdem der Standort so heftig wackelte. Sichtlich stolz unterzeichnete Schulleiterin Gabriele Klar daher einen offiziellen Kooperationsvertrag mit der Kreishandwerkerschaft Mülheim an der Ruhr-Oberhausen.
Woyzeck trifft Minna von Barnhelm
Theater-Vorschau
Noch ist die Spielzeit nicht vorbei, da steckt Roberto Ciulli schon mitten in den Vorbereitungen für die nächste Saison: Mit Georg Büchners „Woyzeck“ will er Ende September die neue Spielzeit eröffnen.