200 bis 300 Fälle im Jahr

Schiedsleute werden von den Bezirksvertretungen der Städte für fünf Jahre gewählt und sind ehrenamtlich tätig. Die Ausbildung umfasst mehrere Seminare zu juristischem Fachwissen, aber auch zur Gesprächsführung – unter anderem der Mediation. Es gibt auch Weiterbildungen und Qualitätskontrollen.

Jeder der zehn Schiedsmänner und –frauen in Mülheim habe gut zu tun, bearbeite so etwa zehn bis 30 Fälle pro Jahr. Dazu kommen rund 60 Anrufe oder Tür-und-Angel-Gespräche. In Eppinghofen gebe es übrigens die wenigsten Schlichtungsfälle. Die Antragssteller werden von Polizei, Gerichten, Bürgeragentur, usw. geschickt, einige kommen aber auch von sich aus vorbei. Meist reicht eine Sitzung aus, um eine Lösung zu erzielen - oder auch herauszufinden, dass eine Einigung nicht möglich ist.

Das Schiedsverfahren ist recht kostengünstig. Für einen Streitfall muss man mit etwa 25 bis 50 Euro rechnen. „Für einen Anwalt oder einen Mediator bezahlt man sehr viel mehr“, so die Schiedsleute. Eine Einigung, die beim Mediator erzielt werde, sei nicht wie im Schiedsamt bindend.

Ob der Frieden zwischen den zwei Parteien von Dauer ist, muss sich zeigen. Nicht immer ist für die Einigung eine großartige Wiedergutmachung notwendig. „Oft reicht auch einfach eine förmliche Entschuldigung aus“, weiß Peter Pickert.