20 Prozent weniger Geld für Caritas

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20 Prozent weniger Geld – das ist keine frohe Botschaft, die die Caritas Mülheim Mitte des Monats Februar aus dem Bistum erreichte. Der Zuschuss des Bistums aus Kirchensteuermitteln für die Caritas soll bis 2016 um rund ein Fünftel, also 20 Prozent, sinken.

Im Jahr 2014 erhielt die Caritas noch 15,8 Millionen Euro aus Kirchensteuermitteln. Dieser Betrag sinkt bereits im Etat des laufenden Jahres um 6,7 Prozent auf 14,8 Millionen Euro. 2016 soll er dann auf 12,5 Millionen Euro reduziert werden. Im Vergleich zu 2014 beträgt das Minus dann 3,3 Millionen Euro und damit 21,2 Prozent. Im Jahr 2017 werde dann über den Zuschuss für 2018 entschieden, bestätigt Bistums-Sprecher Michael Kreuzfelder.

„Die Art und Weise, wie wir davon erfahren haben, hat keine Begeisterungsstürme ausgelöst“, gibt Regine Arntz zu, die mit Margret Zerres die Geschäfte der Mülheimer Caritas leitet. Auch weil das Bistum zukünftig mit sinkenden Kirchensteuereinnahmen rechnen müsse, habe man sich erst 2012 darauf geeinigt, dass die Caritas bei ihrer Haushaltsaufstellung immer mit zehn Prozent des Netto-Kirchensteueraufkommens vom Vorjahr rechnen dürfe.

Es sei noch einmal eine Resolution der Delegiertenversammlung mit der Bitte an Bischof Franz-Josef Overbeck gegangen, die Kürzungen zu überdenken, so Arntz. Die Delegiertenversammlung, in der neben den Caritas-Ortsverbänden auch Fachverbände vertreten sind, bekundet Unverständnis über die Mittelkürzung. Angesichts derzeit steigender Kirchensteuereinnahmen sei diese Entscheidung nicht nachvollziehbar. Überdies habe das Bistum 2013 einen Überschuss von 21,8 Millionen Euro erzielt. „Ich weiß nicht, ob man sich in Essen vielleicht noch anders besinnt“, sagt Regine Arntz. Es bedeute für Mülheim, dass letztlich alle Formen der offenen Arbeit auf den Prüfstand gestellt werden müssten – es gebe auch Pflichtaufgaben, sie seien nicht betroffen.

Die meisten dieser Projekte liefen über Ko-Finanzierungen mit eigenen Anteilen, Landes- oder Bundesmittel. Man müsse nun im Einzelfall betrachten, wie und ob man die fehlenden Caritasmittel ausgleichen könne, so Arntz. Das Spektrum der Angebote in Mülheim sei sehr vielfältig. In diesem Jahr würden die Kürzungen noch nicht zu spüren sein, so Arntz. Bis Ende 2016 seien jedoch die Schwankungsreserven des Diozesanverbandes aufgebraucht, bestätigt auch Caritas-Essen Sprecher Christoph Grätz. Die Caritas Essen sei aktuell dabei, einen Organisations-Entwicklungs-Prozess anzustoßen, in dem überlegt werden solle, wie man die Kürzungen stemmen könne. Zurzeit suche man eine externe Gesellschaft zur Moderation des Prozesses, so Grätz.