20 E-Bikes der neuen Generation

Es sieht sportlich und wendig aus und doch ist es ein E-Bike, die sonst eher robust und behäbig wirken. Mit dem Smart E-Bike, das ab sofort in zehnfacher Ausfertigung in der Radstation am Bahnhof zur Ausleihe bereit steht, möchte das Revierrad eine neue Zielgruppe ansprechen: Junge Leute, die an einem Nachmittag Spaß haben und zu einer Spritztour aufbrechen wollen.

Der Flitzer, der ein echter Hingucker ist, eignet sich auch für ein schnelles Vorankommen auf innerstädtischen Strecken. Was für Anzugträger besonders interessant ist: Der Antrieb erfolgt nicht über eine ölige Kette, die das Hosenbein zu beschmieren droht, sondern über einen Zahnriemen aus Karbon. Und das Rad verfügt noch über eine weitere technische Raffinesse: Rekuperation heißt der Fachbegriff und der steht für Energierückgewinnung. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten. Einmal verwandelt sich beim Betätigen der Vorderradbremse der Antrieb in einen Generator, der den Akku wieder auflädt und zum anderen kann man beim manuell auf einer Gefällstrecke in mehreren Stufen auf Akkuaufladung umschalten. Wie der Praxistest auf der Kaiserstraße zeigt, ist die Bremswirkung aber enorm, so dass man ohne zusätzliches Treten kaum vorankommt. Dadurch lässt sich die Reichweite deutlich ausdehnen, die bei diesem Modell bei 60 bis 70 Kilometern liegt.

E-Bikes sind beim Revierrad nichts Neues. Schon vor zehn Jahren, als der Pedelec-Boom erst erahnbar war, gingen 16 Räder des Schweizer Herstellers Flyer an den Start. Sie entsprachen damals dem Stand der Technik und sind auch heute noch gut, wie Pia-Geschäftsführer Frank Schellberg findet. „Die können wir noch fünf Jahre nutzen.“ Aber auch im Tourenbereich hat Revierrad mit zehn E-Bikes aufgestockt, so dass derzeit insgesamt 36 Fahrräder mit elektrischer Unterstützung im Angebot sind. Von den 6800 Vermietungen durch Revierrad des vergangenen Jahres war jedes Zehnte eins mit elektrischer Unterstützung. Der Trend dürfte weiter steigend sein.

Flink und doch entspannt

Bei der Auswahl des Modells hat sich Pia wieder für einen Mittelmotor entschieden und auch der Akku sitzt am Sattelrohr. „Damit haben wir bislang gute Erfahrung gemacht“, sagt Carsten Voss, der die Räder wartet. Es sei auch sinnvoll für die Gewichtsverteilung, weil die Räder, zumal wenn sie für Touren auf dem Ruhrtalradweg beladen sind, zu hecklastig würden. Die Reichweite beträgt gut 110 Kilometer. Die Ausstattung ist gut, Hydraulikbremse, Sieben-Gang-Schaltung, Nabendynamo und ein Gepäckträger, an dem gut Taschen befestigt werden können. Wichtig ist der niedrige Einstieg, weil die Tourenräder auch oft von älteren Menschen ausgeliehen werden.

„Die Unterstützung spricht sehr gut an“, sagt Schellberg. Man spürt den Unterschied zur früheren E-Bike-Generation. Schon eine Berührung der Pedale reicht auf der maximalen Stufe und das Rad drängt nach vorne. Steigungen werden so nicht mehr zur Herausforderung. Auch weniger trainierte Fahrer kommen spielend auf über 20 Stundenkilometer und können sich dabei auch noch entspannt unterhalten, ohne aus der Puste zu gelangen. Bei 25 Kilometer, so will es der Gesetzgeben, setzt die Unterstützung allerdings aus. Ansonsten bräuchte man ein Mofa-Kennzeichen. Dass einem unterwegs überraschend der Saft ausgeht, ist nicht zu befürchten. Auf dem Display wird die Restlaufzeit für alle drei Stufen angezeigt.

Die beiden E-Bike Modelle sind beim Fahrradfrühling an Himmelfahrt auf der Schleuseninsel zu sehen und können ausprobiert werden.