19 Stunden ohne Strom

Wie wichtig der Strom und wie abhängig die Verbraucher von einer reibungslosen Stromversorgung sind, wird immer erst dann richtig spürbar wenn aus der Steckdose nichts kommt und das über Stunden. Wie an Pfingstsonntag, als nach Schätzung von Anwohnern sicherlich 50 bis 60 Haushalte in Saarn im Bereich der Straßburger Allee und Frombergfeld für gut 19 Stunden vom Netz abgeschnitten waren. Das heißt dann aber auch für viele: kein warmes Wasser, kein Fahrstuhl, ein Rolltor an der Garage, das manuell mit Muskelkraft geöffnet werden muss, kein Telefon, weil auch das schnurlose Telefonieren ebenso auf Elektrizität angewiesen ist wie moderne Zahnbürsten - vom fehlenden Internetzugang ganz zu schweigen. Und bei dieser langen Dauer tauen auch die Gefrierschränke langsam, aber sicher auf.

Die Gedanken sind auf eine Frage fixiert: Wann geht der Strom endlich wieder? Diese Kernfrage konnte aber selbst nicht die RWE-Störungsstelle beantworten, die auch bei der Frage nach dem Warum passen musste. Was aber sicher zu sein scheint, wie einer der betroffenen Anwohner sagt, ist, dass die Verbraucher auf dem Schaden (etwa verdorbene Lebensmittel) sitzen bleiben und es für die entstandenen Unannehmlichkeiten keinen Ausgleich gibt: „Höhere Gewalt“, heißt es. bei der RWE-Pressestelle auf Anfrage. Der Sprecher fügt aber hinzu, dass von dieser Regel abweichende Einzelfallentscheidungen möglich seien, es also möglich sei, sich mit RWE in Verbindung zu setzen. Kulanz ist dann das Stichwort.

Die Ursache für den Stromausfall von Sonntag 1 Uhr nachts bis Montag gegen 20 Uhr konnte der Sprecher auch nicht benennen. Möglicherweise sei ein unsachgemäßes Vorgehen bei Tiefbauarbeiten der Grund. Bei Stromausfällen könne normalerweise auf andere Leitungen umgeschaltet werden, um die Versorgung sicher zu stellen. Das sei hier aber nicht möglich gewesen, da es sich um den Endstrang der Leitung handelt.

Zur Behebung des Kabelfehlers mussten an vier Stellen der Fahrbahnbereich geöffnet werden. Während der Reparatur seien die RWE-Mitarbeiter noch auf zwei weitere Kabelfehler gestoßen. Hierbei wurde ein Kabelmesswagen eingesetzt. Durch erhöhte Spannung könnten diese Problempunkte ausfindig gemacht werden. Wichtig sei es aber, dass dabei die Hausanschlüsse vom Netz genommen werden, um mögliche Schäden an Endgeräten zu verhindern.

Der Strom fließt jetzt wieder in Saarn – aber nur provisorisch. Hundert Meter Kabel müssen noch einmal ausgetauscht werden.