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Tanz-Turnier

1500 Tanzmariechen wirbeln durch Mülheimer Harbecke-Halle

05.12.2010 | 15:01 Uhr
1500 Tanzmariechen wirbeln durch Mülheimer Harbecke-Halle

Mülheim.Insgesamt 1500 Tanzmariechen aus 50 Karnevalsgesellschaften kamen nach Mülheim in die Harbecke-Halle, um sich für das Halbfinale der Deutschen Meisterschaften im Karnevalstanz zu qualifizieren. Die Mülheimer Gruppe MükaGe schnitt am Ende gut ab.

Draußen ist es kalt. Aber drinnen, an der Mintarder Straße, wird einem schnell warm ums Herz, wenn man sieht, wie die Tänzer ihr Bestes geben. Insgesamt 1500 Tanzmariechen, Tanzgarden und Showtanzgruppen aus 50 Karnevalsgesellschaften von Lübeck bis Stuttgart wollten sich für das Halbfinale der Deutschen Meisterschaften im Karnevalstanz qualifizieren, das im kommenden Frühjahr in Hamburg und Kassel über die Bühne gehen wird.

Vor und nach den Aktiven werden rund 50 ehrenamtliche Helfer der MüKaGe aktiv, um zum Beispiel Bühne, Tische und Sitzplätze aufzubauen. Oder, wie die 17 Frauen der MüKaGe-Müttergarde, für das leibliche Wohl der Zuschauer und Turnierteilnehmer zu sorgen.

Video
Der Spagat - Highlight bei vielen Tanznummern. Tanztrainerin Silvia Heilmann erklärt ihn.

Wer den Aktiven zuschaut, wie sie über die 14 Meter lange Bühne wirbeln, hier ein Radschlag, dort ein Spagat, merkt schnell: Karnevalstanz ist nicht nur Spaß an der Freude, sondern auch Leistungssport.

Damit es auf der Bühne nicht wirklich zu Hals- und Beinbruch kommt, machen sich die Tänzerinnen und Garden in einer Nebenhalle vor ihrem Auftritt warm, hüpfen, laufen, dehnen ihre Glieder.

Tanzen ist Hochleistungssport

„Das ist wirklich Hochleistungssport“, bestätigt Turnierärztin Maud Weimer, die am Samstag beim Auftritt der Kinder und Junioren, also den Unter-15-Jährigen, die eine oder andere Zerrung und Prellung, aber Gott sei Dank nichts Schlimmeres behandeln muss. „Die Kinder sind natürlich sehr angespannt und ehrgeizig. Da kann man schnell verkrampfen“, berichtet die Medizinerin und weiß: „Das ist ein Drama, wenn ich jemanden aus gesundheitlichen Gründen aus dem Turnier nehmen muss.“ An diesem ersten von zwei Turniertagen passiert das aber nur ein einziges Mal. Wer noch etwas Zeit bis zum Auftritt hat, beobachtet die Konkurrenz. „Dabei kann man sich viel abgucken, ob beim Ausdruck, der Schrittfolge oder der Körperspannung“ sagen die beiden zwölfjährigen MüKaGe-Tänzerinnen Carolin Mandel und Verena Macherey.

Sie haben am Samstagabend zusammen mit ihren 14 Gardekolleginnen ihren großen Auftritt. „Casting, Nein Danke“, heißt ihre Show. Dabei wissen sie, dass sie sich dem strengen Urteil der sieben Preisrichter nicht entziehen können. „Vor einem Turnierauftritt ist man schon aufgeregter, weil man bewertet wird und jeder Fehler ins Gewicht fällt, auch Fehler, die den Zuschauern einer Karnevalsveranstaltung gar nicht auffallen würden“, geben Carolin und Verena zu.

„Ich versuche Ausführung, Ausstrahlung, Schwierigkeitsgrade und Körperspannung fair und objektiv zu bewerten“, versichert Preisrichter Tobias Bender, der selbst zwölf Jahre lang als Tanzmajor bei der MüKaGe aktiv war. „Man stellt immer wieder fest, es gibt doch noch immer etwas Neues und es geht immer noch ein bisschen besser“, schildert er seinen Eindruck von den Mariechen-, Paar-, Garde- und Showtänzen.

Tänzer träumen von Qualifikation

Während Verena und Carolin vor ihrem Auftritt noch von einem Qualifizierungsrang träumen, dämpft ihre Trainerin Sandra Gaetke die Hoffnung auf den ganz großen Erfolg: „Wenn wir eine gute Wertung und einen mittleren Platz erreichen, bin ich zufrieden“, sagt die Trainerin und soll Recht behalten.

Karnevals-Tanzturnier

Am Ende trennen die MükaGe 34 Punkte von den erstplatzierten Showtänzerinnen der KG De Japstöck aus Kückhoven, die als rockende Musikschulkinder mit wechselnden Instrumenten und Kostümen zu begeistern wissen.

Thomas Emons

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