13 Gesellschaften sind für Mülheim definitiv zu viel

Aktuell gibt es in Mülheim 13 Karnevalsgesellschaften. Ist das zu viel Narretei in einer Stadt mit 168 000 Einwohnern? Darüber sprach die NRZ mit dem Vorsitzenden des Mülheimer Karnevalsvereins, Michael Geiger, der am Samstag um 20 Uhr zur Galasitzung in den Styrumer Union-Saal an der Neustadtstraße 19 einlädt.

Am Samstag haben die Jecken wieder die Qual der Wahl, weil zeitgleich zu Ihnen die Stadtwache in der Stadthalle feiert. Warum soll man zum MKV kommen?

Wer den Weg zu uns findet, bekommt einen traditionellen Karneval zum vertretbaren Eintrittspreis von 12 Euro. Man kann sich auf unsere Tanzgarde, die Schlager-Playbackshow Musik ist Trumpf und auf den Bauchredner Rocky & Co freuen.

Kann sich eine kleine Gesellschaft, wie der MKV, die nur 40 Mitglieder hat, eine große Sitzung leisten?

Von den Kosten (ich rechne mit 2000 Euro für die Veranstaltung) ist das schwierig. Wir brauchen 200 zahlende Gäste, um mit einem Plus aus der Sache herauszukommen. Leider steht uns der Saal des Handelshofes nicht mehr zur Verfügung und die Stadthalle können wir uns nicht leisten. Außerdem scheuen viele Leute den Weg nach Styrum. Und 13 Gesellschaften rühren alle in ihrem eigenen Topf herum.

Wären Fusionen und weniger Gesellschaften sinnvoll?

Einerseits sind 13 Gesellschaften für Mülheim definitiv zu viel. Andererseits waren die Erfahrungen, die wir bisher mit Gemeinschaftsveranstaltungen gemacht haben, nicht ermutigend. Es fängt schon mit der Frage an, welche Tanzgarde auftreten darf, wenn jede Gesellschaft eine eigene Garde hat. Die Leute wollen ja nicht nur Tanzgarden auf der Bühne sehen. Deshalb versuchen wir mehr Mitglieder zu gewinnen und eine eigene Veranstaltung auf die Beine zu stellen, so lange wir die Nase noch nicht unter Wasser haben.