1000 Schüler bei Feuer evakuiert

Der Feueralarm ertönte mitten n der fünften Stunde am Gymnasium Heißen: Im Übergang zwischen dem Gymnasium und der ehemaligen Hauptschule an der Kleiststraße war Feuer gegen 12.15 Uhr ausgebrochen, rund 1000 Schüler mussten evakuiert werden. Sie wurden von 72 Lehrern ins Freie gebracht, so wie sie es oft zusammen geübt haben. Verletzt wurde niemand.

Die Feuerwehr war, alarmiert von der automatischen Brandmeldeanlage der Schule, mit dem Löschzug der Wache Heißen schnell vor Ort und löschte den Brand. Nach den ersten Erkenntnissen der Stadt scheint die Brandursache ein technischer Defekt an einem Nachtspeicherofen gewesen zu sein: Hinter dem Heizgerät war das Feuer ausgebrochen und hatte die Holzverkleidung des Übergangs in Brand gesetzt, was an der Kleiststraße nicht nur zu sehen, sondern auch zu riechen war.

Mit insgesamt 30 Kräften war die Feuerwehr vor Ort, der Brand konnte sich nicht weiter ausbreiten. Für die meisten Kinder und Jugendlichen war danach die Schule aus: Sie warteten nach der Evakuierung in der Turnhalle und wurden, nachdem die Feuerwehr Entwarnung gegeben hatte, klassenweise von Polizeibeamten in ihre Unterrichtsräume geführt, wo sie dann ihre Taschen und Jacken abholen und sich auf den Nachhauseweg machen konnten.

Für die 120 Abiturienten gingen allerdings die Prüfungen in Erdkunde, Pädagogik und Geschichte weiter, nachdem die Feuerwehr den Gebäudetrakt der Oberstufe, der weit von der Brandstelle entfernt war, wieder freigegeben hatte. Die Schüler bekamen wegen der Evakuierung im Anschluss zwar 15 Minuten mehr Zeit für die Klausur, allerdings prüft nun die Bezirksregierung Düsseldorf in Rücksprache mit dem Schulministerium, ob die Prüfungen überhaupt gültig sind oder neu geschrieben werden müssen. Grund: Bei der Evakuierung hätten sich die Schüler Informationen zur Klausur besorgen können.

Zweimal im Jahr probt das Gymnasium Heißen den Ernstfall – einmal mit und einmal ohne die Feuerwehr. „Wir schaffen die Evakuierung in unter zwei Minuten“, sagt Schulleiterin Sigrun Leistritz, die nicht damit rechnet, dass der Unterricht am Montag beeinträchtigt sein könnte.

Frank Buchwald stimmt ihr zu: „Der Schaden hält sich in Grenzen, wir können es aber noch nicht genau beziffern“, sagte der Leiter des Immobilienservice, zu dessen Verantwortungsbereich die Schulgebäude gehören. Dennoch sei mit einem Schaden im fünfstelligen Bereich zu rechnen, der durch Feuer- und Wassereinwirkung auch an den elektrischen Leitungen entstanden sein könnte, so Buchwald. Das dürfte bis zum Wochenbeginn geklärt sein, ebenso auch, ob der Ganztag, der im Erdgeschoss der ehemaligen Hauptschule für 40 Schüler stattfindet, beeinträchtig sein wird. Die Schulleitung plant gegebenenfalls einen Hinweis für die Eltern auf ihrer Homepage.