Zwei Klassen mehr, wenn Menden Ja sagt
23.03.2011 | 14:30 Uhr 2011-03-23T14:30:00+0100
Fröndenberg.Erleichterung, auch wenn die Sektkorken noch nicht knallen. Vorbehaltlich der Zustimmung der Ratsgremien in Fröndenberg und Menden wird die Gesamtschule zum kommenden Schuljahr zwei weitere Eingangsklassen einrichten.
Es waren Wochen der großen Anspannung für die 47 Eltern – 30 von ihnen aus Fröndenberg – , die Widerspruch gegen die Ablehnung ihrer Kinder an der Gesamtschule eingelegt und Hunderte Unterschriften gesammelt hatten. Auch Bürgermeister Rebbe war die Situation sichtlich nahe gegangen: „Es zerreißt mir das Herz, dass Fröndenberger Kinder keinen Platz bekommen sollen.“ Umso mehr freut er sich über den Schulterschluss zwischen Schulleitung, Verwaltung und Bezirksregierung, nun zwei zusätzliche Eingangsklassen einrichten zu wollen.
„Was wir vorschlagen, hat viel mit Solidarität zu tun“, weiß Rebbe auch um den organisatorischen Kraftakt, Kinder in eine volle Schule aufzunehmen. „Wir wollen das angehen, und wir können das schaffen“, bekräftigen GSF-Schulleiter Klaus de Vries und Annelie Richwin-Krause, Abteilungsleiterin für die Stufen 5 und 6. Gemeinsam mit Bürgermeister Rebbe hatten sie die Eltern gestern ins Rathaus eingeladen, um ihnen die Planungen persönlich mitzuteilen.
Und so sieht der Zeitplan aus: Der Fröndenberger Rat tagt am 6. April. Schulausschussvorsitzende Ulla Lindstedt, die ebenfalls ins Rathaus gekommen war, sieht der Entscheidung positiv entgegen: „Fraktionsübergreifend sind alle an einer Lösung interessiert.“ Weil der Schulstandort Menden nicht gefährdet werden dürfe, müsse in einem zweiten Schritt auch die Hönnestadt in die Entscheidung mit einbezogen werden, fordert die Bezirksregierung.
Die habe auch sehr deutlich gesagt, dass sie zum letzten Mal einer Erweiterung zustimme, und zwar nur dann, wenn auch Menden einverstanden sei. Der Mendener Rat tagt am 12. April. Rebbe rechnet damit, dass die Mendener ihr Okay geben werden. Zumal auch Eltern von 13 Mendener Kindern Widerspruch eingelegt haben.
Als dritten Schritt wird Fröndenberg sofort in eine regionale Schulentwicklungsplanung mit Wickede und Menden einsteigen. „Ende März wird es ein erstes Treffen geben“, berichtet Rebbe. Die Bezirksregierung soll dabei die Moderation übernehmen.
Für die beiden zusätzlichen Klassen werden voraussichtlich drei neue Lehrer eingestellt. Zwei Computerrräume sollen zu Klassenräumen umgestaltet werden, Notebooks den GSF-Schülern dann mobiles Arbeiten ermöglichen. Geschätzte Kosten für die Anschaffung von zwei Computerwagen und Raumausstattung inklusive neuem Mobiliar: 40 000 Euro. Ein Teil kann durch Landesmittel gedeckt werden, aber auch die Stadt Fröndenberg muss Geld in die Hand nehmen. Der künftige fünfte Jahrgang würde mit rund 250 Schülern dann neunzügig sein.
Gülendam Demirag dankte Bürgermeister Rebbe gestern persönlich. Die Mutter hofft nun sehr, dass ihr Sohn ab Sommer die Gesamtschule besuchen kann. Die Solidarität mit den anderen Eltern habe ihr Kraft gegeben: „Und wir haben gewusst, dass an einer Lösung gearbeitet wird.“ Richtig erleichtert sei sie jedoch erst, wenn sie das Schreiben auf dem Tisch habe. Und dann dürften auch die Sektkorken knallen.
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