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Zum Pröhlken zwischen die Bücher

24.01.2015 | 00:11 Uhr

Menden. Nichts hält so lange wie ein Provisorium, weiß der Volksmund – im Fall des Lesecafés in der Stadtbücherei sind es jetzt gut 25 Jahre. Damals, erinnert sich Bürgermeister Volker Fleige, wollte man einen attraktiven Treffpunkt mitten in der Stadt schaffen. „Wir haben Cafébetreiber gefragt, doch die winkten ab. Also haben wir uns an den Hausfrauenbund gewandt: Ob sie nicht versuchsweise die Bewirtung übernehmen könnten. Seitdem läuft dieser Versuch ohne Unterbrechung durch.“

Baustein für eine lebenswerte Stadt

Mit ins Café gebracht hatte Fleige gestern die SPD-Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag und deren Genossin aus dem Landtag, Inge Blask, die mit Kaffee und dem berühmten selbstgebackenen Kuchen verwöhnt wurden. Von beiden Politikerinnen war die Initiative für ihre Stippvisite ausgegangen, nachdem sie auf einem Büchereitermin erfahren hatten, dass das Café ehrenamtlich betrieben wird. „Was Sie hier machen, ist ein wichtiger Baustein für eine lebenswerte Stadt“, sagte Dagmar Freitag. Und wie Inge Blask war sie erstaunt darüber, von der stellvertretenden Leiterin Sabine Hildebrand zu erfahren, dass ein sechsköpfiges Team aus Ehrenamtlichen den gesamten Betrieb zu den vollen Öffnungszeiten der Bücherei stemmt: Irmgard Hartmann, die seit 25 Jahren die Geschicke des Cafés leitet, wird von Hildegard Fuhrmann, Renate Noll, Monika Adolph, Helga Claßen und Resi Frey unterstützt.

Wichtig vor allem für Ältere

„Gerade für ältere Menschen ist eine solche Einrichtung wichtig. Das ist ja nicht nur ein Literaturcafé, sondern auch ein Ort der Begegnung, und solche Orte werden angesichts unserer demografischen Entwicklung gesucht“, weiß Dagmar Freitag aus eigener familiärer Erfahrung. So etwas im Zentrum zu haben, sei für eine Kommune ganz wichtig. Und für die Bücherei selbst, die mit der sich wandelnden Mediennutzung in Richtung Internet zu kämpfen hat, gewinne ein gemütlicher Treffpunkt als Alleinstellungsmerkmal ebenfalls an Bedeutung, ergänzt Sabine Hildebrand.

Tatsächlich ist das Café auch an diesem Freitag gut gefüllt. An den Tischen wird Zeitung gelesen, aber auch Pröhlken gehalten. Bürgermeister Fleige sieht eine ähnliche Funktion auch für das noch in der Planung steckende und nicht unumstrittene Bürgerhaus. Mit dem Bürger-Bistro sei es gelungen, sogar im neuen Rathaus eine gemütlichere Atmosphäre zu schaffen.

Thomas Hagemann

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2015-01-24 00:11
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