Zum Ende das Klavier verschenkt

Hüingsen..  Man könnte bitter sagen, es ist das alte Lied: Mit dem Frauenchor Hüingsen, der am 4. März um 19 Uhr im Vereinslokal „Zum alten Fritz“ zur letzten Jahreshauptversammlung einlädt, geht vor allem wegen des Nachwuchsproblems erneut eine große Gesangstradition zu Ende. Diesmal im 38. Jahr.

„Das tut uns allen weh, aber wir vom Vorstand sehen einfach keine Perspektive mehr“, sagt die Vorsitzende Gudrun Höppner traurig. Von den 64 Sängerinnen, die sich 1977 zur Gründung einfanden, sind heute noch 16 dabei. Das zeigt, welchen Zusammenhalt ein Chor geben kann, und deshalb gab es auch Tränen, als der Auflösungsbeschluss gefasst wurde. Doch insgesamt sind sie eben nur noch 20 Frauen, und acht der Aktiven sind 80 Jahre und älter.

Wie schwer einem Vorstand ein solcher Beschluss gleichwohl fallen muss, lässt sich erahnen, wenn man sich vor Augen führt, dass Gudrun Höppner das Amt der Vorsitzenden 30 Jahre lang ausführte. Mit Inge Schauerte hatte sie nur eine einzige Vorgängerin. Helga Zedler ist als Schriftführerin vom ersten Tag an dabei, und Kassiererin Elisabeth Klemt wird im März für 25 Jahre Mitgliedschaft geehrt.

„Unsere Stimmen sind immer noch gut geschmiert, immerhin haben wir alle jahrzehntelang gesungen“, sagt Gudrun Höppner. Doch zu den gescheiterten Versuchen, neue Mitglieder zu finden, sei der Abschied von Chorleiter Klaus Levermann gekommen. Levermann hatte das Hüingser Ensemble als Nachfolger von Josef Koch zwischenzeitlich 16 Jahre lang unter seinen Fittichen – und feierte mit den Damen in dieser Zeit als Volkslieder-Leistungschor und als Leistungschor der Stufe 1 im Chorverband NRW große Erfolge, vor allem die jährlichen Auftritten in der voll besetzten Schützenhalle wird Gudrun Höppner nie vergessen.

Als seine Nachfolgerin Monika Wittmann erkrankte, verhinderte Levermanns neuerliches Engagement das damals schon ins Auge gefasste Aus. „Das gab noch einmal richtig Schwung“, schwärmt Gudrun Höppner. Doch konnte Levermanns Nothilfe nicht auf Dauer angelegt sein. Und auch wenn er mit der Studentin Kristin Goeke eine musikalisch ambitionierte Nachfolgerin fand, zollten die verbliebenen Sängerinnen den Jahren schließlich doch Tribut: Der Vorstand beschloss den letzten Schritt.

Allerdings will Gudrun Höppner dafür sorgen, dass zur gewohnten Probezeit am Mittwoch um 19 Uhr ein Stammtisch eingerichtet wird, der gern auch singen soll. Zumal sie den Vizechorleiterschein hat. Dann kann auch das wunderbare Klavier des Frauenchores wieder erklingen. „Das haben wir damals nach dem Wechsel des Vereinslokals von Rennebaum zum Alten Fritz gemeinsam gekauft.“

Zum Abschied haben sie es dem Vereinslokal geschenkt – „aus Dankbarkeit für die tolle Bewirtung in all den Jahren.“