Zu viele Teilnehmer: Stadt sagt Erstwähler-Diskussion ab
29.07.2009 | 22:00 Uhr 2009-07-29T22:00:00+0200
Menden. Wegen des großen Erfolgs abgesagt — so muss eine geplante Info-Veranstaltung für junge Erstwähler bei den Kommunwahlen überschrieben werden. Für den 20. August war das Ganze unter dem Zeltdach angesetzt worden.
Vertreter aller Parteien hätten hier von Jugendlichen ab 16 Jahren befragt werden können. Doch jetzt hat die Stadt die Veranstaltung abgesagt, denn es gab gut 1000 Anmeldungen. Und das seien zu viele, so Hannelore Pifczyk, zuständige Abteilungsleiterin im Rathaus.
„Der Platz unter dem Zeltdach ist zu klein”, so Pifczyk. Eine Alternativ-Lokalität scheitere an den hohen Kosten. Ebenso sei es in der Kürze der Zeit nicht möglich, mehrere kleinere Veranstaltungen zu organisieren. Der Ansturm sei diesmal enorm: „Sonst hatten wir so 300 Jugendliche, diesmal haben sich aber auch ganze Schulklassen angemeldet”, sagt die Abteilungsleiterin. Bei 1000 Teilnehmern müsse man schon einen professionellen Moderator engagieren — auch dies sei zu teuer.
Verheerendes Signal an Jugend
Petra Hollstegge hat völlig Recht: Das darf nicht das letzte Wort sein. Es muss eine Lösung gefunden werden, um doch noch eine Veranstaltung mit Erstwählern und Mendener Politikern auf die Beine zu stellen. Es ist doch eine sensationelle Botschaft, dass so viele Jugendliche auf Politiker treffen wollen. Eine ersatzlose Absage wäre ein verheerendes Signal. Ideen sind gefragt. Michael Koch
Petra Hollstegge (UWG) kritisiert das Vorgehen der Stadt scharf: „Das ist doch kein Grund für eine Absage. Es gibt doch in Menden andere Orte, um dies durchzuführen, etwa das Huckenohlstadion. Wir fordern alle großmundig mehr Beteiligung junger Menschen und reagieren mit einer Ohrfeige in Form einer lapidaren Absage?” Nun seien auch die Bürgermeisterkandidaten gefragt, sich für die Veranstaltung einzusetzen.
13:04
Es passt zum politischen Menden! Die Epidemie der schwarzen Pest ist doch nur dadurch zu erklären, dass man das Volk bisher erfolgreich an der Leine gehalten hat. Hoffentlich erinnern sich die Jungwähler am Wahltag und wählen nicht gewohnheitsmäßig, was ihre Eltern schon immer gewählt haben, und was ihnen von der Kanzel herab suggeriert wird.
13:06
Da kann man ja nur noch den Kopf schüttel. Unglaublich..........
Ich musste echt zweimal lesen.
21:23
Wenn es darauf ankommt, sind Sie verschwunden oder müssen absagen, diese Unnahbaren von Menden !!! Wie beim Bahnhof, bei der Sparkasse und bei vielen anderen Dingen, wo Verantwortung eine Rolle spielt. Einfach nur grosse Sprüche und lassen sogar die Erstwähler wandern. Noch einen Schritt weiter und dann ?? Traurig hier in Menden mit diesen Leuten !!! Geht zur Wahl !!!!!!
15:02
Frei nach B. Brecht:Wenn die Politiker mit dem Volk unzufrieden sind, sollen sie sich doch ein anderes wählen.Gruss,Mac.
12:43
Ich finde es äußerst bedauerlich, das man für eine solch wichtige Veranstalltung angeblich keinen geeignetten Platz findet. Gerade vor den Kommunalwahlen hätte man den jugendlichen klarmachen können, das jede Stimme zählt und das weder rechts noch links eine alternative für eine lebenswerte Zukunft. Aber anscheinend sieht die Stadtverwaltung kein Wahlpotenzial in den Erstwählern. Dabei ist die erste Wahl die wichtigste, frustriert man die Erstwähler gleich beim ersten Mal, so werden sicherlich weniger ein zweites Mal gehen. Ich hoffe die Verantwortlichen erkennen das und kommen doch noch zu dem Entschluss die Veranstalltung stattfinden zu lassen. Die Ausrede mit dem zu geringen Platz lasse ich jedoch nicht gelten, wenn ich bedenke wieviele Leute sich zu EM und WM unter dem Zeltdach eingefunden haben, und da standen noch Bierwagen in der Menge. Ansonsten könnte man auch am gleichen Tag 2 seperate Veranstltungen stattfinden lassen. Ich hoffe zumindestens auf die Vernunft der Leute, so dass Sie erkennen wie wichtig Erstwähler sind. Ich meine eigentlich müsste sich ja jeder darum reißen 1000 Leute von seiner Partei zu überzeugen und nicht darüber weinen das es sonst nur 300 waren.
Mit Liberalen Grüßen
Lars Börger
Stadtratskandidat
12:28
Herzlichen Dank Frau Pifczyk, kann den Vorkommentieren nur voll und ganz Recht geben. Hier wird seitens vieler Jungewähler endlich mal Interesse an der Politik Ihrer Heimatstadt bekundet und dann ist kein Platz. Wie viel Leute haben sich eigentlich das Public-viewing zur Fußball WM unter dem Zeltdach anschauen dürfen? Klar, da musste man ja auch nicht mit einer politischen Diskussion rechnen. Man, Mendener Bürger, rechnet mit diesem Verein bei der nächsten Wahl ab !!! Hauptsache das Cart-Rennen wird durchgezogen .....
09:34
Genau SO wird Politikverdrossenheit bei Jugendlichen gemacht.
23:07
Wie bescheuert müssen eigentlich eine Verwaltung und ein Bürgermeister sein, in dieser Form zu reagieren? Es gibt genügend Alternativen und wenn sich die beteiligten Parteien an den Kosten aus Wahlkampfmitteln beteiligen würden. Das Geld ist hier besser angelegt als unnütze Plakate. Nehmt Euch ein Beispiel an Hemer, fragwürdige Entscheidungen können revidiert werden. Lieber einen Fehler korrigieren als weiterhin als dumm, unfähig und desorientiert bezeichnet zu werden.
22:46
Das ist ein Skandal! Was denken sich die Verantwortlichen bei der Stadt eigentlich? Oder hat da irgendjemand Druck ausgeübt... Auf jeden Fall: Der Kommentar von M. Koch triffts.
22:10
Typisch Menden. Interessieren sich Jugendliche für Politik werden solche Veranstaltungen abgesagt. Besteht kein Interesse wird geklagt.