Zahnforscher als Netzwerker

Continuum ist ein Verein mit Biss: (von links) Dr. Sebastian Ruge und Prof. Dr. Bernd Kordaß, beide  von der Uni Greifswald, Dr. Michael Schlotmann und Dr. Dr. Jörg Schlieper in der Praxis am Kornblumenweg.
Continuum ist ein Verein mit Biss: (von links) Dr. Sebastian Ruge und Prof. Dr. Bernd Kordaß, beide von der Uni Greifswald, Dr. Michael Schlotmann und Dr. Dr. Jörg Schlieper in der Praxis am Kornblumenweg.
Foto: WP

Menden..  Was ist ungewöhnlich daran, wenn sich in einer Mendener Zahnarztpraxis hochrangige Experten zum Gedankenaustausch treffen? Für Dr. Michael Schlotmann M.Sc. (Master of Science) rein gar nichts. Denn der Mendener Dentist war es, der 2011 den Verein „Continuum“ ins Leben rief. Der Kreis, der längst Mitglieder von Rügen bis zum Schwarzwald hat, will Wissenschaft und Dentalindustrie mit niedergelassenen Zahnärzten verbinden.

„So erhalten wir ein kreatives Feedback aus der Praxis“, erklärt Prof. Dr. Bernd Kordaß, Dozent an der Uni Greifswald, in Schlotmanns Räumen am Kornblumenweg. Mit Dr. Sebastian Ruge M.Sc. hat der Professor gerade 700 Kilometer nach Menden hinter sich gebracht. „Da kann von Elfenbeintürmen wahrlich nicht die Rede sein. Umgekehrt können wir Ärzte der Uni Ergebnisse liefern – und am Patienten orientierte Anforderungen an die Industrie stellen“, zeigt Schlotmann auf, dass Continuum keine Einbahnstraße ist.

2007, als er längst Zahnarzt war, legte Schlotmann in Greifswald seinen Master-Studiengang nach: „Zahnärzte sind nun mal ein fortbildungswilliges Völkchen“, lacht er. Danach kam die Idee auf, das erworbene Zusatzwissen mit Kollegen zu teilen – „im Grunde ist Continuum ein Verein der Studenten und Ehemaligen aus Greifswald.“ Dort findet auch die jährliche Mitgliederversammlung statt.

Dafür, dass Continuum auch verwandte Disziplinen einbezieht, ist heute Dr. Dr. Jörg Schlieper der lebende Beweis. Schlieper ist Schlafmediziner, und er ist hier, weil auch Schlafprobleme mit den Zähnen zu tun haben können.

Heute Ausstellung in Hagen

Schlotmann testet derweil eine Software, die das Konstruieren von Zahnersatz am PC erlauben soll. „Da ist noch vieles zu entwickeln“, schmunzelt der Mendener. Noch am Nachmittag fahren die vier Zahn-Experten nach Iserlohn an die Privatuni BiTS, um dort ein „Praktiker-Forum“ zu gründen. Sinn der Sache: der Austausch von Erfahrungen und das gegenseitige Vorstellen ungewöhnlicher Fälle.

Heute beginnt in Räumen der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen die Ausstellung „Digitale Dentale Technologien“ mit hochkarätigen Fachvorträgen und Produkten. Für Continuum-Mitglieder ist die Teilnahme fast schon Ehrensache.