Zahlt die Stadt zu schlecht? Kaum Interesse an Feuerwehr-Beruf

Für diese Mendener Feuerwehrleute - hier bei einem realen Einsatz - ein toller Beruf. Doch der hauptamtlichen Wache fehlt Personal.
Für diese Mendener Feuerwehrleute - hier bei einem realen Einsatz - ein toller Beruf. Doch der hauptamtlichen Wache fehlt Personal.
Foto: WP

Menden..  Die beruflichen Perspektiven sind gut bis sehr gut. Doch ist es für Männer und Frauen nicht mehr lukrativ, hauptamtlich bei der Feuerwehr arbeiten zu wollen? Gleich mehrere Ausbildungsplätze für Brandmeister-Anwärter sind zu vergeben. Nur haben will sie anscheinend niemand. Zu schlechte Entlohnung könnte der Hauptgrund dafür sein.

Bis zu fünf Stellen sind kurz- bis mittelfristig zu besetzen. Jedoch ist in keinem anderen Ausbildungsbereich der Stadt das Interesse aktuell geringer als für die Feuerwehr. So langsam dämmert es den Verantwortlichen der Stadt, dass die Eingangshürde deutlich zu hoch sein könnte. Stadtsprecher Manfred Bardtke: „Wir erwarten von den Bewerbern, dass sie eine abgeschlossene Berufsausbildung haben müssen und schicken sie dann erst einmal 18 Monate in die Grundausbildung zum Feuerwehrmann.“ Und das bei Bezügen um die 1000 Euro. Bardtke: „Wer im Beruf schon richtig Geld verdient hat und vielleicht Frau und Kinder ernähren muss, kann sich das vielfach finanziell nicht leisten.“

Die Stadt Menden steht mit dem Problem grundsätzlich nicht allein da. Aber vor Ort ist der Handlungsbedarf groß, weil im Brandschutzbedarfsplan zu besetzende Stellen ausgewiesen sind und die auch offensiv ausgeschrieben sind.

Darlehen könnte Lösung sein

Im Rathaus gibt es derzeit erste Überlegungen, wie das Finanzproblem gelöst werden könnte. Bardtke: „Möglicherweise könnte man – ähnlich wie beim Meister-Bafög – flankierend Maßnahmen ergreifen. Im Klartext: Die Ausbildungsvergütung wird deutlich erhöht. Jedoch mit einem städtischen Darlehen, welches später zurückgezahlt werden muss. Die Politik ist diesbezüglich noch nicht eingeschaltet.

Brandmeister sind nach ihrer Ausbildung im so genannten mittleren Dienst bei der Stadt beschäftigt. Doch im Gegensatz zu ähnlich eingruppierten Erziehern gibt es für fest angestellte Mitarbeiter der Feuerwehr einen großen Vorteil: Sie wären Beamte und hätten einen Job auf Lebenszeit.