Wildschweine wühlen Rasen um
22.12.2011 | 17:47 Uhr 2011-12-22T17:47:00+0100
Lendringsen.Gleich zwei Mal innerhalb weniger Tage haben Wildschweine einen Vorgarten in Lendringsen zerwühlt. Was die betroffene Familie ziemlich ärgert, ist nach Einschätzung von Stadtförster Dirk Basse aber kein ungewöhnlicher Vorfall. Abhilfe bringt wohl nur ein wildschweinsicherer Zaun.
Vera Almarsool wohnt seit 30 Jahren am Salzweg. „Aber so etwas haben wir noch nie erlebt“, sagt sie, und von ähnlichen Fällen habe sie auch noch nicht gehört. Zum ersten Mal bekamen sie und ihr Mann vergangene Woche nachts unbemerkten Besuch von Schwarzkitteln. In der Nacht zu gestern kehrte die Rotte dann zurück und grub den Rasen erneut um. „Noch gewaltiger“ seien die Spuren dieser zweiten Verwüstung, beschrieb die Lendringserin gestern beim Besuch in der WP-Redaktion den Schaden.
Doch Wildschweine im Vorgarten sind für Stadtförster Dirk Basse nichts Neues: „So etwas erleben wir ein, zwei Mal im Jahr“, erklärt er. Was die Tiere angelockt hat? „Diese Frage kann nur das Schwein selbst beantworten“, sagt Basse. In der Regel suchten die Wildschweine in der Erde nach Käferlarven oder Regenwürmern. „Möglicherweise gab es einen verlockenden Geruch“, mutmaßt er.
Die Chancen auf einen Schadenersatz sieht Basse gering. Privatleute bekämen Schäden, die durch Wildtiere verursacht werden, laut Landesjagdgesetz nicht ersetzt. „Wildtiere sind nun einmal herrenlos und man kann niemanden für Schäden verantwortlich machen“, erklärt er. Das sei bei landwirtschaftlichen Flächen anders, die auch viel häufiger als Privatgärten von Wildschweinen Besuch bekämen. Vor allem Maisfelder seien als Futterplatz beliebt.
Was die Almarsools und andere Betroffene gegen die ungebetenen Gäste unternehmen können? In einem Baumarkt riet man den Lendringsern vom Bau eines Elektrozaunes ab. Gegen Wildschweine helfe nur: abschießen.
Doch Stadtförster Dirk Basse warnt davor, diesen Rat in die Tat umzusetzen. Das sei nicht nur verboten, sondern auch gefährlich. Siedlungen seien so genannte „befriedete“ Bezirke, in denen Schießen generell verboten sei, selbst für Jäger, weil die Kugeln Menschen verletzen können. „Das einzige Gegenmittel ist Einzäunen und das Grundstück sichern“, sagt Stadtförster Dirk Basse.
0mitdiskutieren