Wie viel Schulsport findet auf dem Gisbert-Kranz-Platz statt?

Fußball wird auf dem Gisbert-Kranz-Sportplatz regelmäßig gespielt.
Fußball wird auf dem Gisbert-Kranz-Sportplatz regelmäßig gespielt.
Foto: WP

Menden..  Wer fragt, muss auch schon mal mit unbequemen Antworten rechnen. Die Politik wollte nunmal genau wissen, ob Mendens mit Abstand schlechtester Sportplatz überhaupt erhalten bleiben muss. Das hat die Stadtverwaltung sogar schriftlich bei der Gesamtschule Menden und der Realschule erfragt. Ergebnis: GSM und RSM halten den Gisbert-Kranz-Platz für unverzichtbar, weil er für den Schulsport genutzt werde.

Nicht nur Rudi Weber, sportpolitischer Sprecher der CDU, will sich so ohne Weiteres mit der Schulsport-Antwort nicht zufrieden geben. Gleich mehrere Politiker — und das fraktionsübergreifend – bezweifeln, dass der Gisbert-Kranz-Platz ein Ort regelmäßigen Schulsports ist. Somit sollen die Schulleitungen erneut befragt werden: „Wie viel Schulsport findet denn tatsächlich statt?“ Auf dem Platz. Nicht auf dem Papier.

Für die Mendener Politik klingt es wie ein Hohn. Gerade erst hat das Fachinstitut ZAK auch schriftlich den desolaten Zustand beschrieben, und dann soll es nicht mal Handlungsalternativen geben? Geradezu entsetzt reagierte die CDU darauf, mit welchen Kosten eine Sanierung verbunden sein dürfte. Allein 150 000 Euro werden für den Platz fällig, noch einmal 90 000 Euro für die Laufbahn. Minimum. Es könnte sogar noch schlimmer kommen. Wenn zugleich die Drainage erneuert werden muss, fallen weitere Kosten an.

Ausschuss-Vorsitzender Gisbert Gutberlet (SPD) war sogar frohen Mutes, eine Einigung mit den Platzhauptnutzern Menden Türk und Italia Menden herbeiführen zu können, wonach die sich anderen Vereinen anschließen würden: „Unter Sportlern dürfte das möglich sein.“ Und dann macht der Schulsport alles hinfällig?

Ohnehin steht in den Sternen, was bei einer tatsächlichen Platzaufgabe in finanziellem Gegenwert erzielt werden könnte. Die Stadtverwaltung jedenfalls sieht sich nicht in der Lage, einen möglichen Verkaufserlös für Sportplatz und Umkleideräume zu beziffern.

Die Politik steht zudem unter Zugzwang, möglichst schnell Ergebnisse zu präsentieren. Die sollen nun von einer Lenkungsgruppe (WP berichtete) erarbeitet werden. Nach Möglichkeit bis zu den Sommerferien soll alles entscheidungsreif sein.