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Wie hält’s der Handel in Menden mit Karneval?

09.02.2016 | 07:00 Uhr
Wie hält’s der Handel in Menden mit Karneval?
Mitarbeiter der Apotheke Köster arbeiten an Rosenmontag verkleidet (von links): Iris Böckelmann, Nadine Miller, Natalie Metzger, Beate Klett-von Düren, Juliana Hülsemeyer,Foto: Carina Hunold

Menden.   Immer mehr Händler werben offensiv mit unveränderten Öffnungszeiten. Die Hönne-Stadt steht zwischen Tradition und Kommerz.

Der Rosenmontag gilt als heimlicher Feiertag. Bisher war es im Handel weit verbreitet, mittags zu schließen. Inzwischen werben immer mehr Unternehmen offensiv mit unveränderten Öffnungszeiten. Auch in Menden gibt es einen Wandel im Handel.

Frank Oberkampf hat klare Überzeugungen. Für ihn gehört Tradition dazu. Kein Wunder, dass der Vorsitzende der Werbegemeinschaft seinen Laden am Rosenmontag um 13 Uhr schließt – wie immer. „Man kann den Mitarbeitern nicht alles nehmen, bloß weil’s ums Geschäft geht“, sagt der Hörgeräte-Akustiker. Selbstbewusst fügt der City-Ladeninhaber hinzu: „Selbst wenn jetzt 100 Leute vor der Tür stehen – sie kommen morgen wieder.“ Am Rosenmontag ist der nüchterne Geschäftsmann jeck. Einem Besuch in der Mühle folgen Kindergeburtstag und Zeltkarneval. Das Gespräch beendet er folgerichtig mit „Helau“.

Oberkampf steht keineswegs allein. Ob Stoffe Werning oder das Reformhaus, Café Kult oder Leder Hunold – sie alle machen mittags dicht. Ingrid Hoffmann-Heinemann beruft sich aufs Althergebrachte: „Als ich vor 26 Jahren angefangen habe, beim Reformhaus zu arbeiten, habe ich die bestehenden Öffnungszeiten übernommen.“

Nur die Innenstadt-Apotheke Köster hat am Rosenmontag nachmittags geöffnet. „Es lohnt sich“, heißt es. Kamille statt Kamelle.

Wer mit Pappnase arbeitet, wird nicht hinauskomplimentiert

Und auf der grünen Wiese? In den Stadtteilen sieht es anders aus – vor allem bei Discountern. Ganz gleich, ob Aldi, Lidl oder Kaufland – sie haben geöffnet wie sonst auch, bis 20, 21, ja 22 Uhr. Begründungen mag niemand geben. Discounter umgeben sich traditionell gern mit einer Mauer des Schweigens.

Wer von Mitbewerbern umzingelt ist, die sogar am Rosenmontag um Kundschaft buhlen, muss sich als Begründung für eine verschlossene Tür etwas einfallen lassen – wie Dünnebacke. Der Zweirad-Händler erklärt die Schließung am Rosenmontag und Veilchendienst mit Mitarbeiter-Fortbildung. Ah ja.

Der Autohändler Rosier hat die Kundschaft ebenfalls wie anderntags bedient, wie Unternehmenssprecherin Tanja Scherf erklärt. Aber feierfreudige Mitarbeiter dürfen frei machen, und wer mit Pappnase arbeiten will, wird nicht hinauskomplimentiert.

Jürgen Overkott

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2016-02-09 07:00
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