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Wie glauben Mendener?

26.01.2016 | 07:00 Uhr
Wie glauben Mendener?
Interreligiöse Begrüßung bei der Langen Nacht der Kulturen 2015: „Wie privat darf der eigene Glaube sein?“Foto: Dinslage

Menden. Religions- und Konfessionszugehörigkeit bleiben Privatsache. Es sei denn, man ist katholisch oder evangelisch. Dann – und nur dann -- müssen konkrete Angaben dazu gegenüber der Stadt gemacht werden.

Die Tauferinnerung im eiskalten Leitmecke-Wasser und die 250 Kirchenaustritte auf katholischer und evangelischer Seite im Jahr 2015 waren zuletzt große WP-Themen. Doch wie sind diese Ereignisse einzuordnen? Welchen Religionsgemeinschaften fühlen sich die Ende Jahres 54 529 offiziell gemeldeten Mendener Einwohner zugehörig?

Nicht nur Behörden wie der Stadtverwaltung bleiben mitunter Fragezeichen nach offiziellen WP-Presseanfragen. Was im ersten Moment kurios erscheinen mag, ist jedoch Faktenlage. Niemand weiß bei der Stadt tatsächlich, wie viele Mendener beispielsweise muslimischen Glaubens sind. Marion Klein, Bürgerbüro der Stadt, und Stadtsprecher Manfred Bardtke: „Diese Daten werden von uns nirgendwo verlässlich erfasst.“

Meldeabteilung fragt nach

Geltendes Recht, so die Stadt, lasse jede Menge Ausnahmen zu. Eine aber definitiv nicht. „Die Stadtverwaltung muss bei der Religionszugehörigkeit nachfragen, sobald steuerrechtliche Aspekte berührt sein könnten.“ Und das heißt: Für die großen christlichen Kirchen müssen gegenüber den Mitarbeitern der Meldeabteilung Angaben gemacht werden. „Die Daten leiten wir unsererseits an das Finanzamt weiter“, heißt es gegenüber der WP.

Prinzip Freiwilligkeit

Viele Religionsgemeinschaften sind demnach von den Abfragen nicht betroffen. Die Angaben der Bürger beruhen aber auf Freiwillligkeit. In Menden lebende Muslime sind daher mit vielen Einwohnern in den Statistiken der Stadt im Bereich „Ohne Angaben/gemeinschaftslos“ zusammengefasst. Mit mehr als 13 000 Nennungen ist das bereits die drittgrößte Gruppe nach der römisch-katholischen (29 476 Mendener) und der evangelischen (11 577 Mendener).

Viele Angaben werden aber sehr wohl durchaus gern gemacht (Grafik). Augenfällig jedoch: Trotz eigener Aktivitäten vor Ort bekennen sich einzig sechs Mendener dazu, Zeuge Jehovas zu sein.

Selbst die in der Ökumene verwurzelte freie christliche Gemeinde Ecclesia ist in den städtischen Daten gerade mal mit sechs Mitgliedern in einer eigenen Rubrik ausgewiesen, weil sie sich komplett selbst organisiert und finanziert. Ecclesia-Christen zahlen keine Kirchensteuer, sondern spenden freiwillig und erheblich für ihre Gemeinde sowie die komplette Infrastruktur vor Ort.

Laut Manfred Bardtke ist das Erheben der Daten für die Stadt nicht kostenneutral: „Vom Finanzamt bekommen wir dafür keinen Cent.“

Heinz-Jürgen Czerwinski

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2016-01-26 07:00
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