Werner Frohne ist seit 60 Jahren Schuhmachermeister

Menden..  Seine Frau Elisabeth will er morgen, Pfingstsonntag, zum Essen in ein Lokal einladen. Dazu hat Werner Frohne einen besonderen Grund: Der Schuhmacher feiert an diesem Tag seinen Diamantenen Meisterbrief.

Sein Vater Eberhard traf im April 1945 zufällig den Schuhmachermeister Franz Schulte auf der Straße und fragte ihn bei dieser Gelegenheit, ob er nicht einen Lehrjungen gebrauchen könnte. Nur ein paar Tage später begann der noch 13-jährige Werner Frohne als „Stift“ beim Schuster Schulte in der Wasserstraße. Seine Gesellenprüfung schaffte er drei Jahre später, am 9. März 1948, in Iserlohn mit einem „gut“ auf dem Zeugnis.

Neue Schuhe hergestellt

Doch lange hielt es den jungen Schuhmacher-Gesellen nicht an seinem ehemaligen Ausbildungsplatz: Nach einem Jahr als Geselle wechselte er in die Werkstatt von Heinrich Pellmann. „Dort haben wir nur neue Schuhe hergestellt, kaum alte repariert,“ erinnert sich der heute 84-jährige Ur-Mendener. Bevor Frohne 1951 zum Betrieb Eikenbusch wechselte, war er als Geselle bei Knäpper in Iserlohn tätig. Seine Meisterprüfung absolvierte der ehemalige Josefschüler beim Orthopädie-Schuhmachermeister Franz Kaltenbach, und am 24. Mai 1955 wurde dem damals 24-jährigen Frohne in Arnsberg der Meisterbrief ausgehändigt – also am morgigen Sonntag vor genau 60 Jahren.

Am 2. April 1957 wagte der junge Schuhmachermeister dann den Schritt in die Selbstständigkeit. In heutigen Zeiten völlig undenkbar: Er war damit der 33. ansässige Schuhmacher in Menden. Seine erste eigene Werkstatt befand sich an der Hauptstraße 34. Vier Jahre später heiratete er seine Frau Elisabeth. Bevor er eine Werkstatt in den eigenen vier Wänden, damals Bergstraße 15, heute An der Stadtmauer 15, einrichtete, arbeitete er noch eine Zeit lang an der Marktstraße 2.

Ruhestand erst mit 70 Jahren

Erst im Alter von 70 Jahren setzte sich Werner Frohne dann endgültig zur Ruhe und schloss seine Schuster-Werkstatt für immer ab.

Den Diamantenen Meisterbrief wird er noch im Rahmen einer Feierstunde in Arnsberg erhalten. Dann wird auch diese eingerahmte Erinnerung an ein langes Arbeitsleben an einer Wand im Hause des Ehepaares Frohne einen Ehrenplatz finden.