Wenn Zuhörer beim Konzert mitsingen

Nach einem stimmungsvollen Konzert am Samstag begrüßte der Gospel-Projekt-Chor noch ein paar Besucher mehr zum Mitmach-Konzert am Sonntag. Foto: Laura Oswald-Jüttner
Nach einem stimmungsvollen Konzert am Samstag begrüßte der Gospel-Projekt-Chor noch ein paar Besucher mehr zum Mitmach-Konzert am Sonntag. Foto: Laura Oswald-Jüttner

Menden..  Nach dem wirklich stimmungsvollen Konzert mit Abendliedern am Samstag warteten die Besucher des Theaters Am Ziegelbrand (TAZ) gespannt auf das Mitmach-Konzert des Gospel-Projekt-Chores St. Vincenz. „Ergreifende Lieder, die begeistern“, versprach die Ankündigung für Sonntag. Das Versprechen sollte gehalten werden. Weil die Solistin erkrankt war, fungierte Christian Rose sowohl als Chorleiter, als auch als Vorsänger.

Spirituals gehen zurück in die Anfänge der Sklaverei in Nordamerika im 17. Jahrhundert. Die überlieferten Texte haben oft einen religiösen Inhalt und erzählen vom tristen Dasein eines Sklaven. Andererseits versteckten die Menschen oft auch Hinweise auf mögliche Fluchtwege in den Liedern.

Der Gospel, der sich aus den Spirituals entwickelte, bezeichnet im weitesten Sinne die Entwicklung der christlichen Musik auf dem amerikanischen Kontinent. Im Gegensatz zum eher traurigen Spiritual feiern Gospels die Schöpfung und das Leben in all seinen Facetten.

Amüsante Chorprobe

Das Publikum wurde direkt am Eingang mit Liedzetteln ausgestattet, damit sich auch bloß niemand vor dem Mitsingen drücken konnte. Der Chor trug zunächst zwei Stücke vor, bevor die Besucher ‘ran mussten. Die nun folgenden eineinhalb Stunden entpuppten sich als äußerst amüsante Chorprobe. Die beiden Kanons „Heaven is a Wonderful Place“ und „Rock My Soul“ ging Christian Rose Schritt für Schritt an. Nicht zuletzt, weil beide Stücke noch relativ neu für den Projekt-Chor waren. Andere Lieder wie „Amazing Grace“, „Oh Happy Day“ oder „When the Saints Go Marching in“ klappten auf beiden Seiten auf Anhieb.

Recht fetzig kamen „This Little Light of Mine“ und „Power“ daher, bevor Christian Rose den Techniker bat, einen kleinen Mond hinter dem Chor an die Wand zu projizieren. Das passte perfekt zum nun folgenden „When the Stars Begin to Fall“. Nicht nur in der Messe kommt am Ende immer ein Amen, auch beim Gospelkonzert. Die Besucher spendeten dem Chor viel Beifall, der seinerseits dem gut aufgelegten Publikum herzlich fürs Mitmachen dankte.