Weniger Verkehr auf der A 46
04.01.2012 | 19:55 Uhr 2012-01-04T19:55:00+0100
Menden.Das Verkehrsaufkommen auf den Bundesstraßen und Autobahnen in Deutschland stagniert. Nach Angaben des Bundesamtes für Straßenwesen nahm der Verkehr zwischen 2005 und 2010 lediglich um 1,2 Prozent zu. Bei seinen Planungen war das Verkehrsministerium bisher von einer Steigerung von etwa einem Prozent pro Jahr ausgegangen.
„Das sind spannende Neuigkeiten“, urteilte Verkehrswissenschaftler Jürgen Steinbrecher von der Uni Siegen. Seiner Einschätzung nach werden die Zahlen Diskussionen auslösen und erhebliche Auswirkungen auf die Planung von Verkehrsprojekten haben. Da alle Experten von einer kontinuierlichen Zunahme des Verkehrs ausgegangen waren, müssten Prognosen und Studien überdacht werden.
Welche Folgen das für den von Politik und Wirtschaft geforderten Ausbau der Autobahn 46 hat, ist ungewiss. Bislang war die Zunahme der Verkehrsbelastung das Hauptargument für das Projekt. In einer ersten Stellungnahme räumte SIHK-Geschäftsbereichsleiter Christoph Brünger ein, dass es für die Region nun sicher schwerer wird, sich im Verteilungskampf um die knappen Mittel für den Straßenbau durchzusetzen.
Gleiches könnte auch für den Weiterbau der A 46 von Hemer nach Menden gelten. Nach Angaben der Bundesanstalt ist das Fahrzeugaufkommen zwischen Hagen und Iserlohn seit 2005 sogar um 16 Prozent zurückgegangen. „Die Befürworter des Weiterbaus werden nun Argumentationsprobleme bekommen“, vermutet angesichts dieser Zahlen auch Verkehrswissenschaftler Jürgen Steinbrecher.
22:33
Fast schon rasant sind die Entwicklungen der letzten Monate, die immer deutlicher gegen den Lückenschluss der A46 sprechen.
An sich genügt es schon völlig zur Ablehnung dieses Projektes, dass der vermutete/behauptete Nutzen zu gering ist im Verhältnis zu den hohen Kosten und den starken Eingriffen in die Landschaft.
Nun aber brummt die Wirtschaft in Südwestfalen auch ohne den Lückenschluss, die geringsten Arbeitslosenzahlen sind in den autobahnfernsten Gegenden (z. B. Schmallenberg), in Menden sind nach einer WSG-Umfrage recht viele Unternehmer mit der vorhandenen Autobahnanbindung gar nicht so unzufrieden.
Und jetzt zeigt sich, dass die von Anfang übertriebenen Verkehrsprognosen, in denen einfach das Autoverkehrswachstum der letzten Jahrzehnte kritiklos und/oder interessengelenkt bis "in alle Ewigkeit" fortgeschrieben wurde, nicht stimmen. Es gibt stattdessen Stagnation bis Rückgang, was auch eigentlich logisch ist bei Bevölkerungsrückgang in Europa und gleichzeitig immer höheren Kosten für das Autofahren.
Es spricht also inzwischen so gut wie nichts mehr für den teuren und landschaftszerschneidenden Weiterbau der A 46. Deshalb sollte man das Projekt nach über 40 Jahren nun endlich begraben und sich die aussichtslose Suche nach einer geeigneten Trasse, die Kosten für Planung, Klageverfahren, Bau, Ausgleichsmaßnahmen und den ganzen künftigen Erhalt und Unterhalt der Straße sparen und besser alles in die zahlreichen Alternativen stecken.
17:53
Wie es wäre es denn mal mit Zahlen und Vergleichen? Weil So ist diese Meldung ein Witz...
Realistisch gesehen ist aufd er A46 doch kaum was los, wenn man das mal ernsthaft mit anderen Strecken vergleicht. Spitzen gibt es überall...