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Weiblich, 37 Jahre, Feuerwehrchefin

30.06.2012 | 07:00 Uhr
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Weiblich, 37 Jahre, Feuerwehrchefin
Sylvia Wallasch ist neue Chefin der Feuerwehr Menden. Sie ist damit erst die zweite Frau in ganz NRW auf diesem Posten. Sylvia Wallasch (37) leitet sowohl die hauptamtliche Feuer- und Rettungswache als auch die ehrenamtliche Feuerwehr.

Menden. Am Freitag war sie noch in Zivil-Kleidung in der Feuer- und Rettungswache unterwegs, ab Montag allerdings wird sie in Uniform ihren Dienst versehen: Sylvia Wallasch ist dann ganz offiziell die Leiterin der hauptamtlichen Mendener Feuer- und Rettungswache am Ziegelbrand. Und damit ist sie erst die zweite Frau in Nordrhein-Westfalen überhaupt in dieser Funktion.

Bis Ende diesen Jahres – so jedenfalls der Plan – soll die 37-Jährige auch einen zweiten Posten erhalten: die Leitung der Gesamtfeuerwehr, also auch der Mendener Ehrenamtlichen. „Stadtbrandmeister“ wurde dieses Amt früher ehrfürchtig genannt. Es gibt dann also erstmals eine einheitliche Feuerwehrführung in Menden, die so einflussreicher sein wird, wie nie zuvor. Und diese ist dann in sogar in den Händen einer Frau. Also eine große Sensation? Sylvia Wallasch winkt ab: „Das ist für andere viel interessanter als für einen selbst.“

Sie ist zuversichtlich, dass sie in Menden keine Schwierigkeiten in der Männerdomäne haben wird. So wie sie sie auch bei der Feuerwehr in Duisburg nicht hatte. Hier war sie zuletzt als stellvertretende Abteilungsleiterin unter anderem für die Aus- und Weiterbildung zuständig. Sie war im Krisenstab der Stadt tätig und auch bei der Love-Parade-Katastrophe im Einsatz.

Ihr eigener Weg zur Feuerwehr war keineswegs vorgezeichnet. Sie war nicht schon bei der Jugendfeuerwehr dabei. Sylvia Wallasch hat zunächst Arbeitssicherheit an der Uni Wuppertal studiert und war später als Sicherheitsingenieurin bei Thyssen in Duisburg tätig. Über Praktika hatte sie da aber schon bei der Feuerwehr reingeschnuppert. Und als sich die Chance bot, ganz dorthin zu wechseln, da hat sie zugegriffen – obwohl die Verdienstaussichten in der freien Wirtschaft viel besser für sie gewesen wären. Inzwischen hat sie viele Einsätze geleitet und auch die Ausbildung zur Rettungsassistentin absolviert.

Könnte Sie denn auch an ihrem ersten Tag in Menden gleich einen Groß-Einsatz leiten? Sylvia Wallasch lächelt: „Ja. In Menden brennt es genauso wie in Duisburg. Die Abläufe sind die gleichen.“ Und wie will sie die Mendener Feuerwehr führen? Wie steht sie zu den aktuell heiß diskutierten Themen: dem möglichen Verlust der eigenen Einsatzzentrale und dem Sparpaket? Sylvia Wallasch äußert sich ganz bewusst nicht. „Ich habe da meine Positionen. Aber jetzt will ich erst ganz viele Gespräche führen und zuhören. Ich will die einzelnen Löschgruppen kennenlernen.“

Klar ist aber schon, dass die 37-Jährige bald Mendenerin sein wird. „Ich suche eine Wohnung.“ Noch lebt die unverheiratete und kinderlose Sylvia Wallasch im Solinger Ortsteil Gräfrath. Sie spielt Badminton und läuft gerne. Wie oft sie dazu demnächst Zeit haben wird, wird sich ab Montag zeigen. Dann beginnt der Arbeitsalltag an der Spitze der Mendener Feuerwehr.

Michael Koch

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