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Wegbegleiter in ein neues Leben

16.02.2016 | 11:00 Uhr
Wegbegleiter in ein neues Leben
Die Route des Sonderzuges, den die Mendener Malteser am Wochenende begleiten, führt von Passau quer durch Bayern und Hessen bis zum Bahnhof Köln/Bonn.Foto: Malteser Menden

Menden. Bereits zum fünften Mal innerhalb weniger Wochen stand für die Malteser der Gliederung Iserlohn-Menden am vergangenen Wochenende ein ganz besonderer Einsatz an – die Betreuung eines Flüchtlings-Sonderzuges.

Seitdem sich die Flüchtlingssituation in Deutschland zugespitzt hat, hatten die Mendener Ehrenamtler schon diverse Einsätze im Rahmen der Flüchtlingshilfe. So wurden sie unter anderem beim Aufbau und dem Betrieb von fünf Notaufnahmeeinrichtungen, darunter auch die Notunterkunft in der ehemaligen Grundschule Bösperde, eingesetzt oder führten Kleidersammlungen durch. Doch seit Ende des vergangenen Jahres gibt es ein weiteres Tätigkeitsfeld für die Malteser – sie begleiten Sonderzüge mit hunderten Flüchtlingen auf ihrer Reise quer durch Deutschland. Am vergangenen Wochenende begleiteten Sebastian Bode, Martin Weise, Renate Mende und Matthias Mende einen Sonderzug von Passau nach Köln.

Weit über 300 Flüchtlinge

Hauptbahnhof Passau, 11.14 Uhr am Sonntagmorgen: Sonderzug 1852 setzt sich auf Gleis 1 in Bewegung. Die Passagiere: weit über 300 Flüchtlinge, darunter viele Kinder und Babys, die an Grenzübergängen bei Passau Deutschland erreicht haben. Hier wurden sie zunächst notdürftig in Zelten untergebracht, um am Folgetag ihre Reise fortzusetzen. Dazu verkehren nahezu täglich Sonderzüge aus Bayern in den Rest Deutschlands. Ziel des Zuges am vergangenen Sonntag: Die „Drehscheibe“ am Köln/Bonner Flughafen – von dort aus werden die Flüchtlinge Aufnahmeeinrichtungen in ganz Nordrhein-Westfalen zugewiesen.

Jeder Flüchtlingszug wird von Einsatzkräften verschiedenster Hilfsorganisationen begleitet. Als die Bereitschaft der Malteser aus Menden, bei solchen Einsätzen mitzuwirken, abgefragt wurde, zögerte man in der Hönnestadt nicht lange: „Innerhalb kürzester Zeit fanden sich mehrere freiwillige Helfer, die diese Aufgabe übernehmen wollten“, berichtet Malteser-Sprecher Sebastian Bode. Wobei dies keinesfalls selbstverständlich sei – schließlich leisten die Ehrenamtler diese Einsätze in ihrer Freizeit und opfern dafür jedes Mal ein komplettes Wochenende. Doch es ist die Abwechslung, der Kontakt zu den Menschen und die Freude am Helfen, die die Helfer zu solchen Einsätzen antreibt - getreu dem Motto der Malteser: „weil Nähe zählt“, berichtet Sebastian Bode.

Während der mehrstündigen Fahrt gibt es für die jeweils vier Einsatzkräfte aus Menden eine Menge zu tun – neben einer groben Sichtung der Reisenden unter medizinischen Gesichtspunkten und der Ermittlung der Gesamtreisenden-Anzahl unterstützen sie das Zugpersonal, übernehmen eventuell erforderlich werdende Erste-Hilfe-Maßnahmen und – ganz wichtig – stellen die soziale Betreuung der Flüchtlinge sicher.

Malteser sind Ansprechpartner

„Ein Großteil der Zuginsassen hat teils lebensgefährliche Fluchtrouten hinter sich und ist dadurch startk traumatisiert – da hilft ein liebes Gespräch oft schon sehr weiter“, berichten die Malteser. Natürlich treten bei den Flüchtlingen aber auch viele Fragen auf – wie geht es in den nächsten Wochen weiter? Welcher Stadt werde ich zugewiesen? Werde ich von meiner Familie oder meinen Freunden getrennt? Für all diese Belange sind die Malteser-Helfer Ansprechpartner. Die Verständigung klappt, wie die Malteser berichten, dabei erstaunlich gut – und wo man mit Englisch nicht weiterkommt, helfen schon mal Übersetzungs-Apps oder das klassische Wörterbuch.

Während der gesamten Fahrt stehen die Malteser zudem mit der Einsatzleitung am Zielort und der Koordinierungsstelle in Bayern in Kontakt.

Als der Sonderzug nach der mehrstündigen Fahrt in den Zielbahnhof einfährt, ist für die Malteser die Arbeit aber noch lange nicht getan – ganz im Gegenteil. Die Betreuung der Flüchtlinge muss vor Ort an die Aufnahmeorganisation abgegeben werden. Dazu zählen neben der Übergabe sämtlicher Papiere und Unterlagen auch die Begleitung der Flüchtlinge bis zur Registrierungsstelle. Jedes Mal aufs Neue ist das ein emotionaler Moment für die Helfer – haben sie doch viele Flüchtlinge und ihr Schicksal während der Fahrt näher kennengelernt und wurden von ihnen schnell ins Herz geschlossen. Doch genau für diese Momente nehmen die Ehrenamtler aus Menden gerne die Strapazen auf sich, die solch ein Einsatz mit sich bringt. Und schon jetzt steht fest: Sonderzug 1852 wird nicht der letzte sein, den die Mendener Helfer begleiten.

WP-Redaktion

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2016-02-16 11:00
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