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Bestattungsgebühren

Warum der Tod für Katholiken in Menden billiger ist

30.01.2016 | 14:00 Uhr
Warum der Tod für Katholiken in Menden billiger ist
Die Katholische Kirche fordert deutlich weniger Gebühren als die Stadt.Foto: Arne Poll

Menden.   Christen sterben in Menden günstiger. Auf den konfessionellen Friedhöfen sind die Gebühren für Bestattungen teils deutlich niedriger.

Christen sterben in Menden günstiger. Auf den konfessionellen Friedhöfen sind die Gebühren für Gräber und Bestattungen deutlich günstiger als auf den städtischen Friedhöfen. Grund dafür ist eine andere Gebührenkalkulation. Ein ganz grundsätzliches Problem haben aber alle Friedhofsbetreiber gemeinsam.

Ein Beispiel: Die Nutzung eines klassischen Reihengrabes für den Zeitraum von 30 Jahren kostet bei der katholischen Kirche 570 Euro. Für das Ausheben und Verfüllen des Grabes kommen noch einmal 470 Euro dazu. Auf den städtischen Friedhöfen kostet alleine das Grab 1701 Euro. Dazu kommen 981 Euro für die Bestattung. In der Summe ist die Stadt fast dreimal so teuer wie die katholische Kirche. Die evangelische Kirche befindet sich mit ihren Preisen im Mittelfeld.

Drei hauptamtliche Kräfte bei der Kirche

„Die unterschiedlichen Gebühren errechnen sich durch die unterschiedlichen Kosten, die ein Friedhof verursacht“, erklärt Engelbert Sauer, der für den katholischen Pastoralverbund ehrenamtlich die Friedhöfe betreut. Vielleicht sei der Aufwand auf den städtischen Friedhöfen einfach höher.

Ohnehin kalkuliert die Kirche anders als die öffentliche Hand. Die katholische Kirche beschäftige drei hauptamtliche Kräfte für die Friedhöfe, sagt Sauer. Der Einsatz von Ehrenamtlichen schlägt sich dagegen nicht in den Gebühren nieder. Weiteres Personal – zum Beispiel im Stadtbüro – wird ohnehin über Kirchensteuern finanziert. In anderen Städten machte in diesem Zusammenhang der Begriff „Quersubventionierung“ die Runde.

Explosion der Gebühren

So etwas wäre bei der öffentlichen Hand ausgeschlossen. Die Stadt muss auch den kleinsten Aufwand mit in die Gebühren einrechnen. Eine neue Bewertung der Gebäude führte jetzt zusätzlich zur Explosion der Gebühren.

„Wir planen zur Zeit keine Erhöhung“, sagt Engelbert Sauer. Ausschließen will er das für die Zukunft aber auch nicht. Die Katholiken sind dabei, Geld für eine neue Kapelle zurückzulegen. Das Geld müsse selbst erwirtschaftet werden und komme nicht vom Erzbistum aus Paderborn, sagt Sauer. Außerdem gehe bei gleichbleibenden Bestattungszahlen der Trend immer mehr zur Urnenbestattung. (Wegen des geringeren Flächenverbrauchs ist die Urnenbestattung für die Hinterbliebenen günstiger.) Der Kostenaufwand für den Friedhofsbetreiber bleibe aber gleich oder werde sogar noch höher. Logische Konsequenz: Gebührenerhöhung.

Kirche: Keine Preisschlacht am Grab

Diese Entwicklung bestätigt auch Fachbereichsleiter Manfred Bardtke für die Stadtverwaltung. Die Stadt setzt bekanntlich auf ein Kolumbarium mit 200 Urnenplätzen, um die Nachfrage zu decken.

Entwickelt sich da eine Preisschlacht auf dem Weg zur letzten Ruhestätte? „Wir sehen das nicht als Konkurrenzkampf“, betont Engelbert Sauer. Er stelle fest, dass sich viele Menschen noch zu Lebzeiten für einen ganz bestimmten Beisetzungsort entscheiden. Der Preis sei dabei eher nachrangig. Genau das bestätigt auch Manfred Bardtke. Geschichten von alten Menschen, die nur aus Sorge um die kostengünstige Beerdigung noch Kirchenmitglied bleiben, will in Menden niemand bestätigen. Bardtke: „In Menden gehört es meist zur Familientradition, wo man sich beerdigen lässt.“

Arne Poll

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2016-01-30 14:00
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