War NPD-Schulungszentrum unmöglich?
16.09.2011 | 22:55 Uhr 2011-09-16T22:55:00+0200
Menden.Ein neues Detail aus dem Kaufvertrag der Stadt für das Gut Rödinghausen sorgt für Diskussionen im politischen Raum: Nach WP-Informationen ist laut Erbpachtvertrag dort nur eine Wohnnutzung möglich. Das nährt die Kritik am eiligen Kauf der Stadt: Hätte die NPD dort nie ein Schulungszentrum einrichten können?
Die Angst, dass die NPD kommen könnte, war groß im Jahr 2007. Der inzwischen verstorbene Anwalt und Hamburger NPD-Vorsitzende Jürgen Rieger wollte das Rittergut kaufen. Das hatte er damals jedenfalls gesagt. Ob es ein ehrliches Interesse war oder nur eine Finte, um die Stadt in den Kauf zu einem überhöhten Preis zu treiben, bleibt die Frage. Jedenfalls war die Angst vor einem „braunen Image“ Mendens groß und mit überwältigender Mehrheit beschloss der Stadtrat den vom damaligen Bürgermeister ausgehandelten Vertrag. Für rund 800 000 Euro wurde von der damaligen Erbpachtnehmerin Helga Mense-Ermert gekauft.
Doch jetzt zeigen sich Ratsmitglieder verwundert bis verärgert: Der Passus mit der ausschließlichen Wohnnutzung sei ihnen bei der Abstimmung nicht bekannt gewesen. Die Regelung beinhaltet gleich zwei brisante Aspekte: Zum einen stellt sich die Frage, ob denn die NPD überhaupt ein Schulungszentrum hätte einrichten können, wenn doch schon damals nur Wohnnutzung zulässig war. Zum anderen hatte die Stadtverwaltung nach dem Kauf einen Gutachter beauftragt, der Ideen für die künftige Nutzung entwickeln sollte: Er hatte eine gewerblich-gastronomische Nutzung vorgeschlagen – die wäre nach dem Passus aber gar nicht möglich.
Aus der Stadtverwaltung wird der Vertrags-Passus bestätigt, allerdings sei dieser nicht in Stein gemeißelt. Im Einvernehmen mit dem ursprünglichen Besitzer, dem Erbpachtlasser Dücker-Plettenberg, könne man auch etwas anderes als eine Wohnnutzung ermöglichen. Die Gutachter-Beauftragung sei damit nicht sinnlos gewesen. Zudem habe man trotz des Passus eine NPD-Nutzung nicht ausschließen können. Die Rechtsradikalen hätten schließlich eine Art Wohngemeinschaft dort etablieren können.
Ein in dem Themenbereich versierter Rechtsanwalt bestätigte der WP grundsätzlich die Auffassung aus der Verwaltung. Im Einvernehmen mit dem Erbpachtlasser könne alles geändert werden: „Das hat aber meistens seinen Preis.“
Viel schlimmer kann es für die Stadt aber ohnehin nicht kommen. Gut Rödinghausen hängt ihr finanziell wie ein Mühlstein um den Hals: Es gibt keine Interessenten und keine wirtschaftlich tragfähige Nutzungsoption. Der Wiederverkaufswert liegt laut Gutachter bei 360 000 Euro. Aber die Stadt ist in der Pflicht, die Bau-Substanz zu erhalten: So steht die Dachsanierung an.
22:51
Dass Herr Düppe den Erwerb von Gut Rödinghausen seinerzeit nicht alleine beschlossen hat, macht die Angelegenheit nicht weniger schlimm. Düppe hat den Immobiliendeal alleine eingefädelt und die Ratsvertreter haben die Sache durchgewunken. Die Verantwortlichen haben also gemeinsam gepennt und hierbei grob fahrlässig eine Millionensumme Steuergeld verschleudert.
17:51
Ist doch alles egal, dann wird halt
noch eine Steuererhöhung beschlossen
oder noch eine Schule geschlossen
oder noch ein Bad geschlossen
oder noch eine Bücherei geschlossen
oder noch ein Spielplatz demontiert
oder noch weniger Winterdienst gemacht
ect.pp
Jungs, der Bürger wird das schon bezahlen, keine Angst!
17:10
Ich finde es zu einfach, wenn man hier den damaligen Bürgermeister Düppe für diesen Fauxpas alleine verantwortlich macht.
Das Entsetzen damals war groß, als bekannt wurde, wer (mittlerweile angeblich) Interesse an Gut Rödinghausen hatte. Herr Düppe hat den Kauf nicht im Alleingang entschieden - wird ja auch immer wieder darüber geschrieben.
Man lamentiert nur. Die jetzt Verantwortlichen, allen voran Herr Fleige, sollten schon längts prüfen, ob da nicht Betrug im Spiel war und die Stadt Menden diesem aufgesessen ist. Denn eine Finte in dieser Art ist kein Lausbubenstreich.
Die Verträge an sich können ja in Ordnung sein, aber wie es dazu kam und ob da getrickst wurde, das ist wichtig heraus zu bekommen.
14:10
Ich finde es unerträglich, dass bezüglich Gut Rödinghausen immer wieder die NPD ins Spiel gebracht wird. Die Partei hatte nie ein Kaufinteresse an der Immobilie und hätte sich den Erwerb auch nicht finanziell leisten können. Hier versucht man mal wieder den Nationaldemokraten eine moralische Verantwortung für die nicht erst seit heute bestehende finanzielle Schieflage der Stadt zuzuschustern. Verantwortung trägt einzig und allein der damalige Bürgermeister Düppe, seine Verwaltung und die damaligen (und zum Großteil auch jetzigen) Akteure im Mendener Stadtrat.
10:06
Ob es ein ehrliches Interesse war oder nur eine Finte, um die Stadt in den Kauf zu einem überhöhten Preis zu treiben, bleibt die Frage.
...für mich keine Frage zumal die Verkäuferin mit Herrn Weifenbach (ECD - Gaddafi - grünes Buch) befreundet ist.
Für mich stellt sich nur die Frage, ob man jemanden haftbar machen kann für einen so offensichtlichen Fehler!