Wächter soll für CDU gegen Fleige antreten

Martin Wächter
Martin Wächter
Foto: privat

Menden..  Martin Wächter soll Bürgermeisterkandidat der CDU werden. Mit diesem einstimmigen Votum ging gestern Abend die Findungs-Kommission der Partei auseinander, wie Unionssprecher Matthias Eggers auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte. Die Kommission werde Wächter der Mitgliederversammlung als Kandidaten empfehlen. Die Nominierungsversammlung soll am Mittwoch, 28. Januar, um 19.30 Uhr auf der Wilhelmshöhe stattfinden, die Einladungen gingen jetzt heraus, sagte Eggers.

Zur Findungskommission, zu deren letzter Sitzung gestern Abend im Gasthaus Oberkampf laut Eggers mehr als 40 Mitglieder erschienen, gehörten neben den Spitzen der Stadtpartei auch die Vorstände der Ortsunionen sowie der Gliederungen wie Junge Union, Senioren-Union oder Frauen-Union. Das Gremium habe drei Mal in großer Runde und ein Mal im kleinen Kreis getagt, jeweils unter Leitung des Stadtverbands-Vorsitzenden Sebastian Schmidt. Die Nominierung Wächters als Herausforderer von Bürgermeister Volker Fleige (SPD) erscheint mit dem gestrigen Votum als gesichert. „Martin Wächter wird eine breite Rückendeckung aus der Partei erhalten", zeigte sich Schmidt überzeugt.

Wächter ist nach Volker Fleige und Bruno Homberg (UWG) jetzt der dritte Bewerber, der am Wahltag 13. September antreten will. Er gilt als bestens vernetzt im Schützen- und Vereinswesen der Stadt, deren ehrenamtlicher stellvertretender Bürgermeister er zehn Jahre lang war – von 1999 bis 2009. Danach wurde er Fraktionsvorsitzender der CDU im Stadtrat. Der ledige Oesberner ist von Beruf Diplom-Betriebswirt und seit vielen Jahren Prokurist der Firma Rostek an der Fröndenberger Straße.

Seit jeher Favorit

Wächter galt seit jeher als Favorit auf die Bürgermeisterkandidatur der Union, die bei den Kommunalwahlen im Mai 2014 mehr als 46 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnte. Allerdings ist die Bürgermeisterwahl in diesem Jahr eine reine Persönlichkeitswahl – sie ist zum ersten und wohl auch einzigen Mal zeitlich abgesetzt von den Kommunalwahlen. Dies, nachdem sich Volker Fleige gegen eine vorzeitige Beendigung der Bürgermeister-Wahlperiode entschieden hatte. Fleige steht bereits seit einem Jahr als Kandidat der SPD fest.

Auf die Frage, warum in der CDU angesichts der wenig überraschenden Nominierung Wächters überhaupt eine Findungskommission vonnöten war, erklärte Schmidt, dass die Kommission zunächst über die Frage einer internen oder externen Kandidatur entschieden habe.

Hätte man sich damals auch für auswärtige Bewerber ausgesprochen, „dann wäre es auch zu einem Auswahlverfahren gekommen“. So aber habe man ausschließlich in der Mendener Partei nach potenziellen Kandidaten gefragt – und aus allen Gliederungen sei da ein einziger Name gekommen: der von Martin Wächter.

Auch auswärtiger Bewerber

Nach Informationen unserer Zeitung hatten indes sowohl ein interner als auch ein auswärtiger Bewerber Interesse an der Kandidatur bekundet; beide allerdings ausdrücklich nur für den Fall eines Verzichts von Martin Wächter. Dieser wiederum habe bereits in der ersten Sitzung der Kommission „ganz klar“ seine Bereitschaft zur Kandidatur erklärt.

In den jüngsten Haushaltsstreit konnte Wächter wegen eines Trauerfalls in der Familie nicht eingreifen. Er hatte sich im Vorfeld für die Zustimmung zum Haushalt auch mit den darin enthaltenen Steuererhöhungen ausgesprochen, um die Handlungsfähigkeit des Rates zu wahren – ein Kurs, dem die Fraktion erst im zweiten Anlauf folgte.